Nachspiel: Batman: Arkham Asylum

Nachspiel: Batman: Arkham Asylum

1939. Autor Bill Finger und der Zeichner Bob Kain, sind auf der Suche nach einem finsteren Gegenstück zur übermenschlichen Superheldenikone, Superman. Sie schöpfen ihre Inspiration aus einem reichhaltigen Pool an Vorbildern. The Shadow, Zorro und Robert the Bruce standen Pate und wurden vereint in einem Comichelden für die Ewigkeit. Bruce Wayne, alias The Batman, war geboren und feiert nun seinen 80. Geburtstag. Deshalb werde ich euch in diesem Nachspiel erzählen, warum Batman: Arkham Asylum das Game über den dunklen Ritter war, das wir brauchten, aber noch nicht ganz jenes, das wir verdienten. Jedoch barg es schon das Potential, welches den Weg zum legendären Arkham City ebnen sollte.

Begegne der Welt mit einem Lächeln, Bats!

Batman: Arkham Asylum, basiert lose auf der Grafik-Novelle Arkham Asylum – A Serious House on a Serious World von Grant Morrison und Dave McKean. Das Werk gilt nicht nur wegen den verstörenden Illustrationen McKeans als absoluter Kult unter Sammlern, sondern auch dank Morrisons Story, welche tief in Batmans Psyche eindringt und zeigt, wie wenig die Fledermaus vom Wahnsinn seiner Feinde trennt. Um dieses faszinierende Fundament passend für ein Computerspiel zu adaptieren und gleichzeitig mit einem eigenen Spin zu versehen, holte sich das bis dahin unbekannte Studio Rocksteady, niemand geringeren als Paul Dini an Bord. Der geborene New Yorker, machte sich als Fernsehproduzent einen Namen, und war Hauptautor der hochgeschätzten Cartoon-Serie Batman: The Animated Series.

Die Story von Batman: Arkham Asylum, atmet daher den grandiosen Flair der Serie und könnte ohne weiteres in deren Universum spielen. Verstärkt wird dieser Eindruck auch dadurch, dass Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker) in Asylum ihre Rückkehr als Sprecher feierten. In Sachen Optik und Look, kann man Batman: Arkham Asylum, problemlos irgendwo zwischen Nolans realistischerem Look und der düsteren Skurrilität eines Tim Burton einordnen. Eine Tatsache, die mir auch heute noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubert!

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I´m Batman!

Batman: Arkham Asylum beginnt damit, dass wir Zeuge werden, wie Batman seine Nemesis, den Joker, über die Türschwelle der Anstalt bringt. Bats, der seinen Feind besser kennt als ihm lieb ist, weiß, dass der Joker die Irrenanstalt maximal als Urlaubsdomizil sieht, und gelegentlich eincheckt um seine kreativen Batterien aufzuladen. Dies, und das Faktum, dass sich der wahnsinnige Clown fast ohne Widerstand ergeben hat, lässt den dunklen Ritter eine Falle wittern – er sollte recht behalten. In einem günstigen Moment, befreit sich der Mörder mit dem ewigen Lächeln, verschanzt sich in der Kommandozentrale der Anstalt und jagt der Fledermaus, sowie deren Verbündeten, die gesamte A Promi-Liste der Schrecken Gothams, an den Hals. Bane, Killercroc, Poison Ivy und Harley Quinn sind ebenso mit von der Partie, wie der Riddler und Scarecrow. Besonders die Konfrontationen mit Dr. Crane, gehören für mich zu den absoluten Höhepunkten von Batman: Arkham Asylum. Ich schätze, nicht nur ich fürchtete damals um die Gesundheit meiner Konsole.

Gekrönt wird das Ganze von einem Gameplay das dem Dunklen Ritter mehr als würdig ist. Beginnend mit dem freeflow Kampfsystem: Das von Rocksteady eigens für Batman: Arkham Asylum entwickelte System, ist auf die Kontrolle größerer Gegnergruppen ausgelegt. Durch präzises und gut getimetes  Kontern und Schlagen, können wir unseren Trigger in die Höhe jagen. Erreicht dieser einen gewissen Stand, kann Batman verheerende Spezialangriffe und Finisher vom Stapel lassen. Wollen wir eher mit Köpfchen als mit Muskeln vorgehen, steht es uns meistens auch frei die Schergen des Jokers auch lautlos auszuschalten. Dabei stehen uns neben der Umgebung, auch eine Vielzahl an Bat-Gadgets zur Verfügung. So können wir nicht-tödliche Bomben platzieren, Batarangs an die Rübe der bösen Buben werfen oder sie kopfüber an einem Seil aufhängen. Das heimliche Vorgehen war aber immer mein bevorzugter Weg, da ich mich dann wirklich wie Batman fühlte.

Versorgen wir unsere Kontrahenten nicht gerade mit gebrochenen Kiefern und inneren Blutungen, können wir auch die wunderbar aufgebaute Welt nach Rätseln, Easter Eggs und allerlei Sammelbaren durchsuchen. Dabei fühlt sich das selten wie eine Fleißaufgabe an, denn die Aktivitäten führen immer zu einem Resultat, welche einem das Bat-Herz vor Freude schneller schlagen lassen.

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FAZIT

Lange fristete der Dunkle Ritter ein finsteres Dasein im Videospiel-Genre. Blickt man auf seine Historie zurück, wird man feststellen, dass Batman seine Strumpfhosen für diverse Lizenz-Gurken herhalten musste. Dies hat Rocksteady erfolgreich beendet und der Fledermaus mit Batman: Arkham Asylum jenes digitale Denkmal gesetzt, das sie verdient hat. Indem sie das Team der beliebten, weil sehr düsteren Zeichentrickserie hinter sich versammelt hat: Vom Autor bis zu den legendären Sprechern. Sie schufen eine Welt voller Geheimnisse, wo hinter jedem Winkel ein Schatz versteckt sein könnte, der Batman-Fans vor Freude Lächeln lässt. Batman selbst, wird mehr den je als moralisch zweifelhaftes Individuum gezeigt. Er folgt zwar seinem Kodex nicht zu töten, hat aber dabei keine Skrupel zu foltern oder seine Gegner schwer verletzt und für ihr Leben gezeichnet zurückzulassen. Denn er sieht sich im Recht und wenn der Zweck die Mittel heiligt, dann ist es eben so. Ja, Batman: Arkham Asylum ist ein sehr gutes Batman-Game und es gibt nur einen Grund, warum es nicht das Beste ist: seinen direkten Nachfolger! Aber dazu ein andermal vielleicht mehr…

Was ist Batman: Arkham Asylum? Ein Ein Action-Adventure mit dem Dunklen Ritter.
Plattformen: PC, Xbox One, PS4 (Return to Arkham – Edition)
Entwickler / Publisher: Rocksteady/ Warner Bros. Interactive Entertainment
Release: 25. August 2009
Link: Offizielle Webseite

 

 

 

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