Nachspiel: Grave Danger

Nachspiel: Grave Danger

Wer eine herausfordernde Spielerfahrung mit Mehrspieleroption sucht, sollte einen Blick auf Spotted Shark Studios Action-Plattformer Grave Danger werfen. Präzise Vorausplanung, exakte Steuerung und eine gehörige Portion Geduld sind für Grave Danger trotz seiner humorvollen Präsentation jedoch empfehlenswert! Ein Titel für ein schnelles Level zwischendurch ist Grave Danger nicht.

Sitzen ein Cowboy, ein Zauberer und ein Sensenmann in einem Flugzeug…

Gleich zu Beginn von Grave Danger wirst du mit einer ordentlichen Prise Humor in die Geschichte eingeführt – die Unterhaltung zwischen dem Ork-Boss und seinem Handlanger wird mittels englischer Texte in Pop-Ups am Bildschirm angezeigt, vertonte Dialoge findet man dem Genre entsprechend nicht vor. Die Antagonisten werden satirisch und mit viel Wortwitz als namenlose Ork-Firma („The Company“) dargestellt. Einer der Mitarbeiter, der Zauberer Elliott, ist nach einer Beschwerde bei der Personalabteilung in den Kerkern des Ork-Schlosses gefangen. Die nächste Szene zeigt uns dann den ersten spielbaren Charakter, den Cowboy Dante, wie er nach einem erfolgreichen Überfall aus einem Zug springt und zu seinem Entsetzen ein „Wanted“ Poster von sich findet – produziert von der ominösen Ork-Firma! Um seinen Namen reinzuwaschen, beschließt Dante den Orks einen kurzen Besuch abzustatten und einige Dinge richtig zu stellen.

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Hindernisse müssen durch das Einsammeln von Objekten wie z.B. Dynamit zerstört werden.

Monstermäßige Reise

In der grafisch liebevoll und bunt gestalteten 2D-Spielwelt begleitest du Dante auf seinem Weg zur namenlosen Ork-Firma. Leuchtende Fragezeichen, die auf dem Weg verstreut sind, erklären durch Pop-Up Meldungen die Steuerung und Spezialfähigkeiten – Dante kann an Wänden entlang nach oben springen sowie an geraden Oberflächen entlang rutschen, um dadurch eine höhere Geschwindigkeit zu erzielen. Ein mäßig schnell feuernder Revolver schützt ihn vor Gegnern und anderen Gefahren. Im Schloss angekommen triffst du neben Orks und fliegenden grünen Cthulu-Wesen auf den eingesperrten Zauberer Elliott, der sich dir nach seiner Befreiung als zweiter spielbarer Charakter anschließt. Ab diesem Zeitpunkt kannst du jederzeit mittels Schultertastendruck zwischen Dante und Elliot wechseln, um die jeweiligen Spezialfähigkeiten der Spielfigur zu nutzen. Elliott kann einen klassischen Doppelsprung ausführen und hat zusätzlich die Fähigkeit einen für Gegner tödlichen Zauber um sich zu Beschwören. Mit seinem schnell feuernden Zauberstab ist er ein hilfreicher Begleiter für Dante.

Dante und der frisch befreite Elliott.

Dante und der frisch befreite Elliott.

1, 2 oder 3

Aller guten Dinge sind drei und so kommt es dazu, dass du auf dem Weg in die Freiheit auf den eingesperrten Sensenmann Malice triffst, der sich dank seiner Rettung hocherfreut der Gruppe anschließt. Mit seiner fliegenden Sense, die er auf seine Gegner schleudern kann, und zeitverzögert explodierenden Bomben ausgestattet, ist auch er eine willkommene Erweiterung des Teams. Malice hat zudem die Spezialfähigkeit über einen längeren Zeitraum durch die Luft zu schweben, wodurch nun auch weitere Abgründe überwunden werden können. Im Spielverlauf triffst du immer wieder auf verschiedene Hindernisse, wie z.B. Holzbarrikaden, die beispielsweise durch das Einsammeln von Dynamit gesprengt werden können. Diese Spezialobjekte sind in den Level teilweise gut versteckt und können nur durch das überlegte Zusammenspiel der drei Figuren und ihren Spezialfähigkeiten erreicht werden. Orks und andere Monster müssen beseitigt werden, die mit der richtigen Spielfigur als Gegner allerdings keine allzu große Herausforderung darstellen. Früchte, Teekannen oder andere Lebensmittel, welche von besiegten Gegnern hinterlassen werden, füllen den Lebensbalken der aktiven Spielfigur wieder auf. Das Spielprinzip erinnert an Trine oder The Lost Vikings, durch den raschen Anstieg des Schwierigkeitsgrades hören sich die Gemeinsamkeiten hier aber auch schon wieder auf.

Malice versucht, das vom Ork bewachte Dynamit zu holen.

Malice versucht, das vom Ork bewachte Dynamit zu holen.

Der Tod ist das Ende – oder?

Je nach Länge der einzelnen Level findest du unterschiedlich viele Friedhöfe verteilt, welche als heiß begehrte Spawnpunkte dienen und bei Erreichen der Spielfigur (im lebendigen Zustand) aktiviert werden. Der Tod der Spielfigur bedeutet in Grave Danger nämlich nicht das Ende. Im Falle des Todes wird der verstorbene Protagonist und seine Umgebung in einen grauen Schleier gehüllt und muss als Toter zurück zum letzten Friedhof wandern, um dann eben dort wieder zu den Lebenden zurückzukehren. Diese Funktion scheint zu Beginn innovativ, da man nach seinem Ableben ungestört das Level erkunden und somit besser die nächsten Etappen vorausplanen kann. Doch mit der Zeit bekommt diese Funktion leider einen negativen Beigeschmack, da die Rückwege zum Teil sehr lang ausfallen und auch die anderen Spielfiguren an vorherige Punkte des Levels zurück gebracht werden müssen, um beispielsweise einen Schalter zu aktivieren oder eine Plattform zu bewegen, damit der Weg erneut passierbar ist. Beendet ist ein Level, wenn alle drei Spielfiguren den Exit-Bereich lebend erreichen. Zum Abschluss jedes Levels wird der (Miss)Erfolg anhand einer Statistik, die Tode, gefundene Sammelobjekte sowie benötigte Spielzeit aufzählt, mittels Schulnoten bewertet.

Dante im Reich der Toten.

Dante im Reich der Toten.

Koop-„Spaß“

Der Action-Plattformer lädt von Anfang an mit seinem fetzigen Soundtrack, der an frühere Generationen der Donkey Kong oder Super Mario Serie erinnert, förmlich dazu ein, zu zweit gespielt zu werden. Es kann jederzeit ein zweiter Spieler beitreten, um entweder im horizontalen Splitscreen oder lokaler Single-Kamera gemeinsam loszuziehen. Die Nutzung der lokalen Single-Kamera stellt sich allerdings leider schnell als problematisch heraus, da der Fokus lediglich auf Spieler 1 fixiert bleibt und somit manche Bereiche, die außerhalb seines Blickfeldes liegen und nur von Spieler 2 erreicht werden können, gar nicht angezeigt werden. Im Splitscreen bewegt sich jedoch das relativ kleine Hintergrundsprite ausschließlich mit Spieler 1 mit, wodurch für den zweiten Spieler regelmäßig die Texturen verschwinden – was zwar für den einen oder anderen Lacher sorgen kann, an manchen Stellen allerdings durchaus den Spielfluss negativ beeinflusst.

Benotung inklusive Statistik am Ende des Levels.

Benotung inklusive Statistik am Ende des Levels.

Gnadenlos

Grave Danger steigert kontinuierlich seinen Schwierigkeitsgrad und bringt stets neue Gegner und Hindernisse ins Spiel. Das richtige Timing und absolute Genauigkeit sind von höchster Priorität, denn das Spiel verzeiht an dieser Stelle keine Fehler. Was normalerweise eine willkommene Challenge ist, wenn da nicht leider immer noch zahlreich vorhanden Bugs wären. An manchen Stellen verschwinden beispielsweise die Texturen der Spielfiguren, sodass diese nur noch anhand ihrer Waffe erkennbar sind. Da jeder Millimeter in Grave Danger über Erfolg und Misserfolg entscheidet, wird es dadurch mitunter unmöglich, ein Level erfolgreich abzuschließen. Im Test ließen sich diese Fehler nur über einen Neustart des Spiels oder Abschluss des Levels beseitigen, wodurch leider einiges an potenziellem Spielspaß und Motivation verloren gehen.

FAZIT

Grave Danger ist definitiv kein Titel für Genre-Neulinge, sondern richtet sich an Veteranen und Spieler, die knifflige Rätsel sowie eine anspruchsvolle Herausforderung suchen. Aufgrund zahlreicher Bugs und des häufigen Hin- und Herlaufens zwischen Spawn-Friedhöfen und zurück, verliert das Spiel leider rasch seinen Zauber und eine gehörige Portion Spielspaß, was leider auch nicht durch die wirklich witzigen Dialoge wettgemacht werden kann.

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