Nachspiel: Ori and the Blind Forest

Nachspiel: Ori and the Blind Forest

Ori and the Will of the Wisps kommt mit großen Schritten näher und unser Chefredakteur, Tom, kann es nicht mehr erwarten, den heiß ersehnten Titel endlich in die Finger zu bekommen. Kein Wunder! Ist doch dessen Vorgänger, Ori and the Blind Forest, nicht weniger als ein wunderschönes und todtrauriges Märchen, dass problemlos die Tugenden alter Genre-Größen wie Castlevania und Metroid hochhielt. Ich selbst habe die bezaubernde Reise des kleinen Wesens erst recht spät nachgeholt, doch auch ich konnte mich danach seinem Zauber nicht entziehen. Grund genug diesem besonderen Game ein Nachspiel zu widmen.

Am Anfang war der Sturm. Er trennte das kleine Wesen Ori vom Geisterbaum und schuf die Grundlage für die kommenden Ereignisse. Doch hatte der weiße Schutzgeist Glück im Unglück, denn die pelzige und schwerfällige Kreatur Naru fand und abdoptierte es. So wuchs Ori in liebevoller Geborgenheit auf. Der Wald, Nibel, aber, liegt im Sterben und der Geisterbaum ruft nach seinem Kind. Das Licht erlischt, die Vorräte schwinden und so muss Ori mit ansehen wie seine geliebte Adoptivmutter den Hungertod stirbt. Von Trauer und Einsamkeit getrieben läuft das verzweifelte Waisenkind in die Tiefen des Waldes, wo es dann in der trostlosen Finsternis selbst an Erschöpfung verendet. Der Geisterbaum, selbst gezeichnet von der Last des großen Sterbens, kann den Verlust seines Kindes nicht ertragen und so schenkt er Ori mit seiner letzten Kraft neues Leben und hofft, dass sein Sprössling den Wald und seine Lebewesen retten kann.

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Jeder Frame ein kleines Kunstwerk

Ihr seht es vielleicht schon: Seiner niedlichen Optik zum Trotz, ist Ori and the Blind Forest alles andere als leichte Kost. Menschen die nah am Wasser gebaut sind – wie ich – sollten vielleicht einen großen Bogen um den Titel machen. Denn was das Metrovania in den ersten zehn Minuten abliefert, hat mich emotional so hart getroffen wie seinerzeit der Prolog von The Last of Us. Melancholie ist eines der Leitthemen und begleitet Ori während seines gesamten Abenteuers.

Das seltsam unterstreichende und doch irgendwie im Kontrast dazu stehende Element des Titels, ist der Grafikstil. Dieser erinnert mit seinen handgezeichnet-wirkenden Hintergründen und den Bewegungen der Figuren sehr an beliebte Zeichentrick-Klassiker der 80er oder 90er Jahre. Oft kam mir beim Zocken Das letzte Einhorn in den Sinn, einer meiner liebsten Filme aus der Kindheit. Es ist also nicht verwunderlich, dass ich diesem Kunstwerk mit Haut und Haar verfallen bin. Der Detailgrad und die Liebe, die in jedem einzelnen Frame zu spüren ist, sind unglaublich! Ich würde mir jedes einzelne Bild, ohne mit der Wimper zu zucken, in einen Rahmen geben, in die Wohnung hängen und es keine Sekunde bereuen!

Herausfordernder Märchentrip

Doch ein gutes Game lebt nicht nur von der Schönheit seines Antlitzes allein, nein, deshalb hat Ori and the Blind Forest auch einiges an forderndem Gameplay im Gepäck! Da wären zum Beispiel die knackigen Sprungeinlagen, die nicht nur gutes Timing, sondern auch sagenhafte Reflexe erfordern. Ähnlich wie bei den Spielen der Dark Soul-Reihe empfand ich diese persönlich immer als mörderisch schwer, jedoch nie als unfair.

Der Wald als Schauplatz bietet einiges an Geheimnissen und weckt den Entdeckungsdrang in uns. Da es sich bei Ori and the Blind Forest um einen geistigen Erbe Castlevanias und Metroids handelt, sind diese natürlich nicht sofort zu erreichen. Erst nach und nach schaltet ihr Perks und Fähigkeiten frei, die Oris gesamtes Potential entfalten und euch jeden noch so versteckten Winkel entdecken lassen.

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FAZIT

Ori and the Blind Forest  ist ein Traum! Das Abenteuer des kleinen Geisterwesen berührt einen von der ersten Sekunde an und lässt nicht mehr los. Es bestätigt aber auch, warum ich so lange gewartet habe es zu spielen, denn emotional ist Ori and the Blind Forest ein tief trauriger Trip. Es hat mir das Herz zerrissen zu beobachten, wie die Adoptivmutter Oris den Hungertod stirbt, weil sie sich weigert, etwas von der wenigen verbleibenden Nahrung für sich zu beanspruchen, damit Ori nicht hungert. Die Tränen sind bei mir in Bächen geflossen, als Ori allein und ohne Hoffnung im Wald stirbt. Wir sind dabei immer noch in den ersten 10 Minuten des Games! Umso mehr schlug es in meiner Brust als Ori eine zweite Chance bekommt und sich aufmacht, etwas Hoffnung in die Schatten des Waldes zu bringen. Ori and the Blind Forest ist ein – nicht nur optisch – wunderschönes Abenteuer! Was das Entwicklerstudio Moon Studios damals abgeliefert hat, hat das Zeug zum Klassiker und auch ich kann die Fortsetzung dazu kaum noch erwarten.

Was ist Ori and the Blind Forest? Ein herzzerreißendes Metrovania.
Plattformen: PC, Xbox One,
Entwickler / Publisher: Moon Studios/Microsoft Studios
Release: 11. März 2015
Link: Offizielle Webseite

 

 

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