Nachspiel: Submersed

Nachspiel: Submersed

Bei Submersed handelt es sich um ein Horror-Survival Game aus der kleinen baskischen Spieleschmiede Main Loop, in dessen Fokus eine Forschungsstation steht, die ein kleines Haiproblem hat. Spätestens seit Der weiße Hai die Kinolandschaft erobert hat, hat sich der Räuber der Meere seine Fixposition als Bösewicht gesichert. Und auch in Submersed sollte mir laut den Entwicklern Angst und Bange vor den Haien werden– zum Fürchten war dann aber etwas ganz anderes.

Jack Ballard, Sanitäter beim maritimen Rettungsdienst von Miami, wird mit seinem Kollegen per Hubschrauber zu einer Forschungsstation geschickt, um auf einen Notruf zu antworten. Doch bereits bei der Landung geht etwas schief und der erst kürzlich verwitwete Jack ist nun selbst auf der Station gestrandet. Als er beginnt sich in den Gebäuden umzusehen, stellt er schnell fest, dass hier etwas mächtig schiefgelaufen ist: Das stationierte Team hat Experimente an Haien durchgeführt, welche leider aus dem Ruder gelaufen sind. Und schon bald gibt es ein Aufeinandertreffen mit den mutierten Räubern. Eure Aufgabe ist es nun am Leben zu bleiben und einen Weg zu finden, Hilfe anzufordern.

Große Haie – Kleine Fische

Eines muss ich vorweg gestehen, ich bin großer Fan der klischeehaften Verwendung der gefürchteten Meerestiere in den verschiedensten Filmen. Seien es Haie mit Lasern an ihren Köpfen wie in Austin Powers oder die absurden Sharknados aus dem gleichnamigen Franchise – sie haben noch nie ihre Wirkung verfehlt, mich zu amüsieren. Und da wären wir schon beim Hauptproblem von Submersed, denn das Spiel sieht sich als ernstzunehmendes Horrorgame. Und hätte man am Titel noch ein wenig (oder eher sehr viel) gearbeitet, dann wäre das Ergebnis auch dementsprechend ausgefallen. So haben wir es mit einer schlechten B-Movie-Story zu tun, die mich leider nicht mal ansatzweise mitgerissen hat. Auch die Qualität der Dialoge und ihre sehr hölzerne Vertonung tragen nicht gerade dazu bei, dass Atmosphäre aufkommt und man sich der eigentlich schrecklichen Lage, in der man sich  befindet, bewusst wird.

In Submersed müsst ihr euch durch die Unterwasserstation schlagen.

Deep Blue Sea

Optisch erinnert das Spiel an die 2000er Jahre und so gestaltet sich das Herumschleichen in der First-Person-Perspektive in den Gängen der Unterwasserstation als relativ lieblos. Da ihr aber ohnehin nur eine Taschenlampe als Lichtquelle zur Verfügung habt, lassen sich fehlende Details verschmerzen. Viele Ansätze des Titels sind großartig, scheitern jedoch an ihrer nicht ausgereiften Durchführung. So müsst ihr stets die Batterieanzeige eurer Lampe im Auge behalten und Ausschau nach Energiequellen halten. Euer Inventarplatz ist jedoch begrenzt und Ladestationen in denen ihr ein wenig mehr Stauraum zur Verfügung habt, sind rar. Ihr braucht zum Beispiel zwei Inventarplätze um euch zu heilen, denn Medikamente müssen mittels Spritze injiziert werden.

Ich hatte gleich zu Beginn einen Unfall, der mir fast die gesamte Lebensenergie geraubt hat. Um euch zu signalisieren, dass ihr verletzt seid, erscheint ein blutiger Rahmen am Bildschirm, der eure Sicht einschränkt. Und ich habe es das gesamte Spiel nicht geschafft, ausreichend Medikamente zu finden, damit ich wieder das komplette Bild sehen kann. Besonders problematisch gestaltete sich dies in den Unterwasserpassagen, bei denen man, in einem speziellen Schutzanzug, außen ins nächste Gebäude gelangen muss. Der Anzug ist mit einer Lampe und einem Sonargerät ausgestattet, mit dem via Ampelsystem angezeigt wird, wie nahe sich die Gefahr befindet. Doch ihr müsst aufpassen, denn das Licht des Sonars zieht eure Gegner an! Die Anzeige war bei mir jedoch von meinem Blut bedeckt, somit gestalteten sich diese Level als unnötig schwierig. Ich habe nicht mehr mitgezählt, wie oft mich der Hai erwischt hat, aber es war jedes Mal die gleiche unaufregende Animation zu sehen, wie ich „gefressen“ werde, womit sich das Ganze sehr schnell eher langweilig angefühlt hat.

Beim Verlassen der Station müsst ihr einen speziellen Taucheranzug anlegen.

Shark Attack

Zu einer sehr lieblosen Inszenierung gesellt sich eine sehr schwammige und langsame Steuerung hinzu: Ihr habt zwar die Möglichkeit zu Laufen, aber das an den Tag gelegte Tempo, gibt euch eher das Gefühl, an einer Walking-Klasse teilzunehmen. Die Haie, auf die ihr trefft, sind euch um Welten überlegen und auch wenn ihr ab und zu elektrische Waffen findet, könnt ihr sie höchstens für ein paar Sekunden außer Gefecht setzen. Einmal erwischt, ist dies euer sicherer Tod. Auch das Leveldesign kann das Ruder nicht mehr rumreißen, die Wege sind entweder sehr unübersichtlich und verwirrend oder zu einfach gestaltet, und bis auf eine Passage, bei der ihr aus einem brennenden Liftschacht entkommen müsst, sind sie leider nicht sonderlich kreativ ausgefallen. Und wenn man dann an gewissen Stellen auch noch einfach durch den Boden fällt und damit direkt vor dem Maul eines hungrigen Haies landet, dann kommt richtig Freude auf. Nach ungefähr zwei Stunden, habt ihr Jacks Odyssee überstanden, aber ob dies schon das Ende der Geschichte ist?

FAZIT

Submersed hat viele tolle Ideen und Ansätze, die aber leider an ihrer Umsetzung scheitern. Ich finde so etwas ja immer besonders schade, wenn ein Spiel großartiges Potential hat, das aber nicht ausgenützt wird. Mit einer vorhersehbaren Geschichte, langsamer Steuerung und fadem Leveldesign hat sich das Spiel leider nicht mit Ruhm bekleckert. Es hätte vielleicht sogar in diesem Zustand funktioniert, hätte man sich für eine ironische, humorvolle Umsetzung entschieden. Eines hat Submersed jedoch geschafft, vergessen werde ich diesen Titel lange nicht. Trotz allem bin ich gespannt, was uns Main Loop in Zukunft bringen wird, denn das Potential für tolle Spiele ist vorhanden.

Was ist Submersed? Horror-Survival Game in dem ihr auf einer Unterwasserstation Überleben müsst
Plattformen: PlayStation 4
Getestet: PS4Pro
Entwickler / Publisher: Main Loop
Release: 27. März 2019
Link: Offizielle Webseite

Kommentar abgeben