Xbox One @ Gamescom 2014

Xbox One @ Gamescom 2014

Microsoft markierte mit seiner PK den Start der diesjährigen Gamescom. Ich war dabei und wurde erfreut, überrascht, ernüchtert und schockiert. Nicht zwingend in der Reihenfolge.

Will man über die Highlights der Microsoft-PK reden, lässt dich das relativ einfach auf zwei Themen zusammenkochen: Tomb Raider und Quantum Break. Womit wir auch gleich zwei der zu Beginn aufgeführten Verben abgehakt hätten: „überrascht“ beansprucht dabei Quantum Break für sich, das mit klassischen Remedy-Charme aufwarten und zumindest mich in der weltexklusiven Gameplay-Premiere durchaus begeistern konnte. Gameplaytechnisch auf einem klassischen Cover-Shooter basierend, reichert das Spiel das Ganze um das Elemente der Zeitmanipulation an. Macht das aber eben mit der Feinfühligkeit und Inszenierung, wie sie nur Remedy hinbekommt … denen ich somit jetzt übrigens endgültig „verziehen“ habe, dass sie doch kein weiteres Alan Wake machen. Quantum Break scheint nämlich schlichtweg „geil“ zu werden. Aber dazu später mal mehr – wir haben einen eigenen Termin zu dem Titel.

Lasst uns also mal lieber über das Verb „schockiert“ sprechen: Ich kann mir schwer ausmalen, wie teuer es gewesen sein muss, sich die Tomb Raider-Serie zu kaufen … nichts anderes hat Microsoft gemacht. „Das nächste Tomb Raider kommt exklusiv für die Xbox One!“ … BAM. Der Satz kam wie ein Schlag in die Magengrube. Ich wusste nicht so recht, ob ich vor Ehrfurcht applaudieren oder aus Verwirrung einfach Block und Stift fallen lassen sollte. Es wurde dann der Applaus. Echt kein schlechter Coup … kein schlechtes Asset im Kampf gegen Sony … aber natürlich auch keine Aktion mit der man sich auf PC-Spieler-Seite Freunde machen wird. Immerhin heißt es beim Schöpfer von WINDOWS ja meist wirklich XBOX-exklusiv, wenn er sich eine Marke kauft. Schade – MS aber wohl ganz offensichtlich auch wurscht. 😛

Doch was war mit den anderen Verben? Zu dem Titel „ernüchtert“ darf sich Call of Duty selbst gratulieren. Zwar flog in der gezeigten Singleplayer-Mission wieder unglaublich viel in die Luft und Michael Bay wäre durchaus stolz auf das Team, dass sie einen erste Reihe fußfrei die Sprengung einer Brücke miterleben lassen, aber irgendwie sah das ganze nicht so gut aus, wie ich mir das erhofft habe. Also rein grafisch jetzt. Spielerisch ist es halt Call of Duty … mit Jetpacks und Granaten, die sich selbstständig ihr Ziel suchen und somit heillos overpowered wirken. Opium fürs FPS-Volk also – just what the Doctor warned you about. Somit wird es sich verkaufen wie blöd. Wer bin ich also, den Entwicklern Vorwürfe machen zu wollen?! 😉

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Deswegen reden wir doch nun lieber noch über „erfreut“. Wie so oft in letzter Zeit waren es die Indie-Projekte, die bei einer PK für die richtig guten Ideen, innovative Ansätze und ernsthaft interessanten Konzepte sorgen mussten. SUPERHOT zum Beispiel ist ein Shooter in abgefahrenem Grafikstil, in dem sich die Zeit nur bewegt, wenn sich der Spieler bewegt … und zwar auch so schnell wie er. Grandiose Idee. Ori and the Blind Forest (aus Österreichischer Hand, wohl gemerkt) hingegen war mit Abstand das „schönste“ Spiel der PK, während der Goat Simulator für den einzigen Lacher sorgte … Goat Simulator eben. Wer es noch nicht hat: kaufen. Wer es schon hat – dann auch noch für die Xbox One kaufen. Danke. 😉

Der Rest war Standardkost. Unglaublich inflationäre Verwendung des Wortes „exclusive!“ bezeichnete oft DLC-Content oder Betas. Zwei Bundles wurden vorgestellt, die die Xbox One entweder in weiß oder CoD-Look erstrahlen lassen (IMO beide ziemlich fesch) und der Großteil der sonst gezeigten Games war schon bekannt: Forza, Fable, AC, FIFA, Evolve, Sunset Overdrive … alles nett. Wie die ganze PK eben. Gut für eine Stunde solide Unterhaltung. Begeistert verlies wohl keiner das Auditorium. Dennoch sehr erfreulich: Viele der Games, darunter auch Evolve (sieht saugeil aus), Dying Light, Sunset Overdrive, Ori a.t.b.F., Fable Legends, Halo (die „reimagined“ Maps – nicht Halo 5) und Forza Horizon 2 konnten unter anderem direkt angespielt werden … und Currywurst gab’s auch. Schmatz.

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