EA-Gründer prophezeit Nischendasein für Konsolen
Trip Hawkins ist einer der bekanntesten Figuren der Spieleindustrie. Berühmt, aber auch berüchtigt, denn nicht alle seine Unternehmungen erstrahlen im Glanz des Erfolgs. Doch auch wenn sich das 3DO-Konsolenprojekt etwas desaströs entwickelte und selbst seine Mobile- und Social Gaming-Pläne mit Digital Chocolate nicht die erhoffte Wirkung hatten, stehen hinter dem Veteran immer noch die Gründung von Electronic Arts, eine einflussreiche Mitarbeit während den Anfängen von Apple und einige Kämpfe, welche die heutige Spieleindustrie geformt haben. Man könnte also annehmen, der Mann hat Ahnung von dem was er sagt, oder?
Dann hoffen wir allerdings, dass er sich in seinen Prognosen, die er in einem IGN-Interview getätigt hat, irrt, denn laut Hawkins stehen den Konsolen der Zukunft ein Schicksal als Nischenprodukte bevor.
"Der Konsolenmarkt wird uns immer begleiten, denn es wird immer ein Hardcore-Segment geben, ein Segment das Innovationen schätzt. Aber es wird ein kleinerer Markt werden und es wird sich eher zu einem Hobbymarkt entwickeln. Du siehst dir ein Flugzeug an. Die meisten von uns wollen einfach nur Passagier sein, aber es gibt einen Hobbymarkt für Leute, die sich wirklich mit der Fliegerei befassen und Flugstunden nehmen und irgendwann einmal ein eigenes Flugzeug besitzen wollen. Ich denke, das wird dem Konsolenmarkt passieren.
"Aber es gibt gerade Milliarden von Leuten die Spiele spielen. Die Spieleindustrie wird endlich massentauglich. Es erstreckt sich über zwei Milliarden PCs und vier Milliarden Mobiltelefone, und in ein paar Jahren über ein paar Milliarden Tablets. In Sachen Zielgruppe geraten wir hier in echt große Zahlen."
Größere Nutzerbasis klingt doch jetzt eigentlich nicht verkehrt, wieso also bleiben die Konsolen auf der Strecke? Hier führt Hawkins weiter aus: "Spiele sind nun überall zu finden. Viele Leute spielen wegen der sozialen Komponente und sie spielen dann, wenn es bequem ist. Es ist ein Trend hin zu mobilen und zu Broser- und Cloudbasierten Spielen.
"In den alten Tagen währe ich runter in den Keller gegangen, um Grand Theft Auto zu spielen. Aber der Facebook-Spieler kann in der Arbeit spielen, zu Hause, in einem Hotel mit einem PC. [Diese Spieler] können so gut wie überall Zugriff auf einen Browser erhalten. Die Leute denken zuerst immer an die Bequemlichkeit."
Deshalb, so ist sich Trip Hawkins sicher, werden auch PCs in Verbindung mit besseren Lösungen im Bereich Bewegungssteuerung in Zukunft das Rennen machen, wenn deren Handhabung durch den technischen Fortschritt natürlicher für ihre Benutzer wird.

