UPDATE: Krieg der Worte bei den Diablo-Designern
David Brevik, der die ersten beiden Diablo-Teile designte, kritisierte Diablo III. Das Resultat? Wütende Kommentare des Diablo III-Teams. Doch von vorne: In einem Interview erklärte Brevik, dass er sehr geteilte Emotionen zu Diablo III hätte. Einerseits sei er traurig, dass das Spiel bei den Spielern nicht gut ankam. Es gäbe noch immer viele Fans, denen Diablo sehr wichtig sei - deshalb würden sie sich auch so deutlich mit Kritik melden. In diesem Kontext erklärte er auch, dass man Entscheidungen getroffen habe, die er so nicht getroffen hätte - Änderungen in der Philosophie, die nicht gut ankamen.
Andererseits sei er ein wenig glücklich, weil diese Vorfälle zeigen, dass die Leute, die an Diablo beteiligt waren, nicht austauschbar waren, sondern dass es sich dabei um eine einzigartige, talentierte Gruppe war. Das sehe man auch an Spielen wie Call of Duty: Gehen die Leute, ändern sich die Spiele.
Das Resultat dieses Interviews? Wütende Facebook-Kommentare der Diablo III-Entwickler. Chris Haga, Technical Artist, schrieb: "Plötzlich fühle ich mich, als wäre ich vor einen Bus geworfen worden. Oh, das war es". Steven Parker, Produzent, schrieb: "'Sie haben nicht gemacht, was ich wollte, also ist es schlecht.' Schlecht, das zu hören." Den Vogel schoss aber Game Director Jay Wilson mit einem klaren "Fuck that loser" ab. Dieser - und andere - Kommentare wurden allerdings mittlerweile wieder gelöscht.
Gazillion Games, für die David Brevik momentan Marvel Heroes entwickelt, dürfte froh über die Publicity sein und erklärte prompt, dass das Spiel der spirituelle Nachfolger zu Diablo II ist. Auch andere Spielentwickler schlugen sich auf die Seite von Brevik: Mark Kern, CEO von Red 5 (Firefall), erklärte: "Ich muss sagen, Jay Wilson war während Diablo 1 und 2 nicht bei Blizzard und hat Brevik nie getroffen, also ist es nicht angemessen, was er sagt". Und "Dave Brevik erschuf zwei Genre-erweiternde, preisgekrönte, von der ganzen Welt geliebte Spiele. Jay Wilson hat ____ mit Diablo 3 getan. Füllt die Lücke." Und darüber hinaus: "Die Arroganz von Blizzard erreicht ein neues Hoch."
UPDATE: Mittlerweile hat sich Jay Wilson in einem langen offenen Brief entschuldigt. Es tue ihm leid, was er gesagt hat und er würde von sich selbst mehr erwarten. Was er gesagt habe, habe er aus Zorn und in Verteidigung seines Teams gesagt. Dave sei großartig, fährt er fort, denn ohne ihn gäbe es weder Diablo noch Diablo II. Als Entwickler müssen sie allerdings ihrer eigenen Vision folgen. Dann betont er noch, dass nicht alle Co-Entwickler von damals weg sind, sondern gewisse Personen noch immer bei Blizzard arbeiten und auch an Diablo III beteiligt waren.
Wilson erklärte darüber hinaus, dass er stolz auf sein Spiel wäre, er allerdings genau wisse, dass die Arbeit noch nicht vorrüber ist. Hier hört man sogar ein wenig Kritik an sich selbst heraus. Man sei trotz aller kommenden Änderungen noch nicht weit genug gegangen. Man müsse zu dem Punkt zurück kommen, an dem man wisse, dass der nächste tolle Drop nicht weit entfernt sei. Darüberhinaus wisse man auch, dass es nicht genug Abwechslung gäbe, Dafür gäbe es keine alleinige Lösung, aber man arbeite daran - unter anderem mit "mehr als PvP" für den nächsten Patch. Darunter gibt es auch die Überlegung, den Spielern mehr Anpassungsmöglichkeiten für den Schwierigkeitsgrad zu geben - Stichwort "players 8" in Diablo II.
Auch das Auktionshaus wird aufgegriffen. Wilson betont, dass es nützlich sei, um "falsche Items" loszuwerden und gegen passende zu ersetzen. Dennoch könne es den typischen Weg der Item-Drops abkürzen, was dem Spiel seine Belohnungen nimmt. Man kenne das Problem, diskutiere darüber, wisse aber noch nicht, wie man es bekämpft.





