Age of Wonders: Planetfall im Test
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Age of Wonders: Planetfall macht viel Spaß, auch wenn es nie ganz die Eleganz erreicht, welche jene Elemente in ähnlichen Titeln zeigen

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Age of Wonders: Planetfall im Test

Mit Age of Wonders: Planetfall verlassen die Triumph Studios die bekannten Gefilde der Fantasy und transportieren das bewährte Spielprinzip in ein neues Sci-Fi Setting. Statt als Orks oder Elfen werfen wir uns in der extraterrestrischen Haut von Insektoiden (mit einem Hang zu PSI Angriffen), Cyborgs ( welche Ihre Verluste in der Schlacht mit den reanimierten Gefallenen ihrer Armee ausgleichen) oder den Dvar (einer zwergenähnlichen Rasse, die mit schwerem Gerät nach Ressourcen gräbt) in die Schlacht. Wird nicht gerade gekämpft oder verhandelt, bauen wir unser Imperium aus, welches meist optisch ziemlich cool aussieht, aber macht der Wechsel in das Sci-Fi Genre auch spielerisch Spaß?

Aus der Asche zum Sieg

Ich persönlich hatte mit der Age of Wonders – Reihe kaum bis wenig Erfahrung, als ich das Testmuster zu Age of Wonders: Planetfall in die Finger bekam. Das lag daran, dass ich mit dem Aufbau- und Strategiegenre bisher nicht sonderlich viele Berührungspunkte hatte. Zwar konnte ich mir mit X-Com 2 und Total War: Three Kingdoms erste Sporen verdienen, doch bin ich immer noch weit vom Profi-Status entfernt. ABER mein erstes Intermezzo mit den beiden genannten Titel hatte meine Liebe und Begeisterung für das Genre geweckt. Gerade die Kampagnenkarte von Total War: Three Kingdoms oder das ausgeklügelte Kampfsystem von X-Com 2 hatten es mir angetan. Als ich dann die ersten Trailer zu Age of Wonders: Planetfall sah und verstand, dass dieses Game meine beiden heißgeliebten Elemente kombiniert, wusste ich: Ich bin dabei!

Die Story von Age of Wonders: Planetfall ist recht simpel und kaum spürbar, da sie nur der Anstoß ist, welcher die Dinge ins rollen bringt: Aus der Asche der einst mächtigen Star Union haben sich sechs sehr unterschiedliche Fraktionen erhoben und führen einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft, mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen. Die Dvar setzen mit ihrem Hunger nach Ressourcen auf Diplomatie und Handel, während die insektoiden Kir´Ko ihren Feinden mächtige PSI-Angriffe um die Ohren hauen. Sollten diese nicht greifen, lassen sie feindliche Einheiten einfach von riesigen Käfer-Monstern fressen.

Jede Fraktion verfügt über mehrere Helden sowie einen Kommandanten. Diesen können wir in einem Charakter-Editor optisch frei gestalten und mit diversen vorteilhaften Perks versehen. Dadurch können tolle Boosts für die eigene Armee generiert oder das Schadenspotential der einzelnen Einheiten gesteigert werden. Jede Armee besteht aus bis zu sechs Truppen. Die Kombination dieser innerhalb der jeweiligen Armee ist uns dabei frei überlassen. Ob eine gute Durchmischung  oder Fokus auf Nahkampf, Fernkampf sowie leichte und schwere Einheiten – unserem taktischen Gusto wird hier kaum Grenzen gesetzt.

Die rundenbasierten Gefechte von Age of Wonders: Planetfall werden auf einem durch Hexfelder unterteilten Schlachtfeld ausgetragen. Dabei gilt es, ähnlich wie in X-Com 2, unsere Kämpfer möglichst gut in Deckung zu bringen sowie den Gegner zu flankieren. Gelingt dies, erhalten wir saftige Boni auf unsere Schadens- und Angriffswerte. Jeder Trupp verfügt über eine bestimmte Anzahl von Aktionspunkten. Ob wir diese für Bewegung oder Angriff nutzen liegt bei uns. Die KI ist dabei, je nach Schwierigkeitsgrad, sehr fordernd und wird ihr möglichstes tun, um uns das Leben schwer zu machen. Sollte es in einem Scharmützel besonders eng werden, können wir auf sogenannte Operationsbefehle zurückgreifen. Dabei handelt es sich um besonders mächtige Aktionen, welche zum Beispiel den Rüstungswert der gesamten gegnerischen Armee senkt oder unsere eigenen Soldaten von negativen Buffs befreit. Voraussetzung ist hierbei, dass genügend Energieressourcen vorhanden sind und die jeweilige Aktion bereits erforscht wurde.

Bei gewonnen Konfrontationen steigen die Einheiten im Level. Was uns zum einen mehr Schaden und  Hitpoints gewährt, zum anderen aber auch den Zugriff auf stärkere Mods eröffnet. Diese wiederum lassen uns unsere Schergen weiter individualisieren. Steigt der Kommandant oder einer unserer Helden eine Stufe auf, können wir direkt weitere Perks auswählen. Prinzipiell empfand ich die Auseinandersetzungen immer als sehr dynamisch und spannend. Leider litt jedoch die Übersicht manchmal etwas. Dazu später mehr.

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Die schwere Kunst der Diplomatie

Wie bereits erwähnt verfügt Age of Wonders: Planetfall über eine ähnliche Kampagnenkarte wie die Total War-Reihe. Die Weltenkarten sind schön gestaltet und bieten einiges an diplomatischem Leben. So gibt es Fraktionen, die uns wohlgesinnt sind und Handel sowie Sicherheitsbündnisse mit uns verbessern wollen, aber auch jene, die uns nach dem Leben trachten und voller Neid auf unseren Erfolg blicken. Mit diesen kommt es dann zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Je nachdem wie die Beziehungsnetze verstrickt sind, nehmen uns das Verbündete entweder übel oder kommen zur Hilfe. Um die Qualität der Beziehungen zu manipulieren, können wir zwischen Kompliment und Beleidigung wählen. Das schreit zwar nicht vor Komplexität, erfüllt aber seinen Zweck.

Abseits der Diplomatie verbringen wir auf der Kampagnenkarte viel Zeit damit, unser Imperium auszubauen. Haben wir eine Siedlung errichtet, können wir dieser weitere Sektoren anschließen. Sektoren dienen meist zum Gewinn von Rohstoffen wie Strom, Nahrung sowie Wissenschaftspunkten. Zu Beginn war ich von den scheinbar mannigfaltigen Möglichkeiten zum Ausbau der Kolonien entzückt, doch leider ist hinter den vielen Optionen der Erweiterung unserer Basis mehr Schein als Sein.  Meist lässt sich durch neue Anbauten nur die bereits erlangte Rohstoffgewinnung potenzieren oder die Zufriedenheit der Bevölkerung steigern. Wirklich spektakuläre Ergebnisse sollte man also bei der Weiterentwicklung von Gebäuden nicht erwarten. Schade ist auch, dass sich der Fortschritt beim Ausbau der Kolonie auch optisch so gut wie nie bemerkbar macht. Ein frisch gebauter Sektor sieht genauso aus wie ein beinahe voll entwickelter. Das ist verschenktes Potential, denn wenn meine Bauten auch wiederspiegeln würden welche Macht ihnen innewohnt, ich wäre noch um ein vielfaches motivierter gewesen.

Wo das Gebäudemanagement mit seinen Möglichkeiten geizt, kann die Forschung gut punkten. Diese teilt sich innerhalb Zivil und Militär in mehrere Unterkategorien auf. Schreitet eure Forschung voran könnt ihr neue Operationsbefehle, Einheiten oder diplomatische Winkelzüge wie Spionage und Energieraub freischalten.

Erkundet ihr die Karte habt ihr die Chance auf einige der insgesamt fünf parteilosen Völker zu treffen. Ich hatte bei meinen Abenteuern primär mit den PSI Fischen zu tun. Optisch erinnerten diese amphibischen Lebensformen sehr an die Kreaturen aus James Camerons The Abyss. Mit den neutralen Völkern lässt sich handeln, Allianzen knüpfen und Aufträge austauschen.

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Technisch hübsch mit Macken

Age of Wonders: Planetfall ist objektiv betrachtet ein hübsches Spiel. Die Welt sowie diversen Rassen sind toll designt und können mit einigen netten Details aufwarten. Leider aber fehlt es in der Animation der Angriffe oft an der zu erwartenden Wucht. Wenn ein haushohes Käfer-Monster auf einen normal großen Menschen einschlägt, dann wünsche ich mir mehr Reaktion darauf als einfach wie ein Brett umzukippen. Oder wenn das Biest ihn verschlingt, will ich das auch sehen. Wenn die gegnerische Einheit darauf einfach verschwindet, ist mir das als Feedback zu wenig und nimmt der Schlacht einiges an Wucht. Bei der Animation der Angriffe hätte ebenfalls ein wenig mehr Variation der Atmosphäre gut getan. Leider hat man das Problem, dass Einheiten die gerade am Zug sind, nicht genug hervorgehoben werden und dadurch im großen Wirrwarr der Masse die Übersicht etwas flöten geht.

Die Steuerung von Age of Wonders: Planetfall  geht voll in Ordnung und auch der Sound macht über weite Teile einen guten Job. Wobei auch hier nicht immer das akustische Feedback die getätigte Aktion angemessen unterstreicht.

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FAZIT

Age of Wonders: Planetfall macht viel Spaß. Das tolle Kampfsystem, die Kampagnenkarte, das funktioniert alles super. Auch wenn es leider nie ganz die Eleganz erreicht, welche jene Elemente zum Beispiel in X-Com 2 oder Total War: Three Kingdoms zeigen. Die Kämpfe wissen an der Motivationsschraube zu drehen und dank der starken und aggressiven KI bieten die Scharmützel eine gute Herausforderung, welche einen zum taktischen Denken zwingt. In punkto Umfang kann sich Age of Wonders: Planetfall ebenfalls sehen lassen. Es gibt insgesamt vierzehn Kampagnenmissionen, sechs spielbare Rassen, sowie einen umfangreichen Kampagnen-Editor der für jeden Appetit das passende Menü bereit hält. Schade allerdings, dass Age of Wonders: Planetfall was die Variation und Präsentation angeht etwas schwächelt. Die diversen Kolonien sehen (fast) alle gleich aus. Den Animationen der verschiedenen Angriffe mangelt es leider auch an Abwechslung und die Inszenierung der Attacken ist meist der zu erwartenden Wucht nicht würdig. Das sind jedoch alles kleinere Teile eines überwiegend postiven Spielerlebnisses und ich freue mich schon darauf viele weitere Stunden damit verbringen zu können.

Was ist Age of Wonders: Planetfall?: Ein Strategiespiel in eine Sci-Fi Setting. Mit Schwerpunkt auf Diplomatie und Schlachten.
Plattformen:  PC, Playstation 4, Xbox One
Getestet: PC
Entwickler / Publisher: Triumph Studios/Paradox Interactive
Release: 06. August 2019
Link: Offizielle Webseite

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