Civilization VI: Rise and Fall
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Alles in allem bietet Civilization VI: Rise and Fall ein für Serien-Fans gelungenes und gewohnt komplexes Spielerlebnis, wobei es jedoch nicht ganz an den grandiosen Vorgängern anknüpfen kann. Aber der hat ja auch erst nach der zweiten Erweiterung richtig Spaß gemacht und somit liegt auch beim Nachfolger die Hoffnung auf etwaige weitere Zusatzinhalte, die dann aber auch endlich die KI auf Vordermann bringen sollten

Summary 4.2 geil
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Civilization VI: Rise and Fall

Für mich wurde Civilization V spätestens mit seinen beiden Add-Ons „Gods and Kings“ sowie „Brave New World“ zum besten Teil der Spielreihe, wenn nicht sogar zum besten Vertreter im ganzen Genre der rundenbasierten Strategiespiele. Vielleicht mit ein Grund, warum ich den sechsten Ableger bis jetzt vollkommen ignoriert habe. Mit „Rise and Fall“ erscheint aber nun auch für dieses Spiel das erste kostenpflichtiges Update, welches wiederum mit einigen interessanten Neuerungen aufwarten kann. Bleibt Firaxis seiner Linie treu und korrigiert mit diesem Update nicht nur lästige Fehler sondern krempelt auch das Gameplay um? Ja tut es, trotzdem bleibt vieles beim Alten und Teil fünf weiterhin das Maß aller Dinge.

Civilization VI erschien im Oktober 2016 und blieb dem Grundprinzip der Spielreihe treu: Zum Weltherrscher aufsteigen indem man eine Zivilisation von der Steinzeit bis ins Informationszeitalter führt und das Ganze natürlich mittels rundenbasierter, strategischen Entscheidungen. Teil sechs baute dabei auf dem ausgezeichneten Vorgänger auf und verbesserte das Gameplay mit einigen kleinen, aber spielerisch bedeutungsvollen Neuerungen, wie etwa einem komplexeren Politiksystem, Stadtbezirken mit denen wir unsere Metropolen stärker spezialisieren können oder den verschiedenen Fraktionen mit individuellen Fähigkeiten, die sich auch im Spielverlauf deutlich auswirken. Und so wurde Civilization VI sehr wohlwollend von Fans und Kritikern aufgenommen – wären da nicht zwei große Kritikpunkte: Die sehr gewöhnungsbedürftige, knallbunte Comic-Grafik, sowie die mangelhafte KI der computergesteuerten Einheiten.

Eines gleich vorweg, im Add-On Rise and Fall hat sich daran auch nicht viel geändert. Die farbenfrohe Präsentation ist zwar trotz aller Detailverliebtheit sowie der technisch einwandfreien Umsetzung sicherlich noch immer Geschmackssache und die Computer-Gegner agieren nicht immer nachvollziehbar und machen teilweise haarsträubende Fehler. Das trübt dann vor allem im späteren Spielverlauf zwar etwas den Spielspaß, weil aber ein solches Versagen dann meistens zu Gunsten des Spielers ausfällt, kann man großteils gerne darüber hinwegsehen. Optimierungspotential ist aber in diesem Bereich nach wie vor gegeben.

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Loyalität ist Trumpf

Wenn man in Civilization VI: Rise and Fall ein neues Spiel startet, dann stechen einem natürlich sofort die neun neuen Anführern und acht zusätzlichen Zivilisationen ins Auge, allesamt mit sehr unterschiedlichen Boni, Spezialeinheiten und Gebäude ausgestattet. Darunter etwa Poundmaker in seiner Funktion als Häuptling des Indianerstammes der Cree, der über eine verbesserte Nahrungsproduktion sowie etablierte Handelswege verfügt. Oder Robert I., Anführer der Schotten im 13. Jahrhundert, der nicht nur mit Vorteilen in der Kriegsführung ausgestattet ist, sondern dessen Volk aus das einzige ist, welches einen Golfplatz errichten kann, der wiederum im späteren Spielverlauf Tourismus- und Wohnraum-Boni bringt. Wie schon im Hauptspiel unterscheidet sich jede Nation dank dieser individuellen Fähigkeiten, Einheiten und Gebäude deutlich voneinander und erfordern jeweils eine eigene Spielweise.

Das bedeutendste neue Feature in Rise and Fall ist die Loyalität. Jede Stadt besitzt einen Loyalitätswert, welcher von sehr unterschiedlichen Faktoren bestimmt wird, beispielsweise anhand der Zufriedenheit und des Wohlbefinden der Einwohner, aber genauso über Politik oder Glauben. Sinkt die Ergebenheit einer Stadt auf null, rebelliert die Bevölkerung und kann sich sogar als „Freie Stadt“ von ihrer eigenen Nation lossagen. Ein hoher Loyalitätswert sorgt hingegen dafür, dass sich dieser auch auf die Bürger andere Städte in einem Umkreis von einigen Feldern auswirkt. Ist dieser Druck hoch genug können so ganze Gebiete und Einheiten sogar ganz ohne militärische Auseinandersetzungen in das eigene Reich eingegliedert werden. Wer auf diese Weise expandieren will, muss aber strategisch klug planen und neue Siedlungen nicht nur in Grenznähe gründen, sondern ebenso dafür sorgen, dass die dort ansässige Bevölkerung euch auch längerfristig treu bleibt. Als wichtiges neues Element dienen hier die Gouverneure, welche nach und nach freigeschaltet und befördert werden können. Diese Charaktere können einzelnen Städten zugeordnet werden und bringen nicht nur bestimmte Boni, sondern erhöhen natürlich auch die Loyalität.

Neben der Loyalität spielen auch die Zeitalter eine zentrale Rolle in Civilization VI: Rise and Fall. Für das Erreichen bestimmter historischer Momente, wie etwa das Entdecken von Naturwundern oder wenn euer General eine wichtige Schlacht gewinnt, bekommt man Zeitalter-Punkte. In jeder Epoche müssen wir eine wir eine bestimmte Punktzahl erreichen, die uns dann entweder in das Dunkle, Normale oder Goldene Zeitalter voranbringen. Ersteres führt zwar zu einem Loyalitätsverlust, dafür werden aber bestimmte Widmungen und Politiken freigeschaltet. Schaffen wir es dann später sogar von einem Dunklen Zeitalter direkt in ein Goldenes zu springen, dann wird das Heldenzeitalter ausgerufen, wo wir dann sogar aus drei solcher Widmungen auswählen dürfen. Einerseits ist dieses Feature eine nette Idee, weil wir so anhand einer Zeitleiste unsere historische Entwicklung betrachten können, andererseits beeinflussen die Zeitalter-Punkte sehr die Spielweise, weil es meistens wichtiger ist bestimmte Ereignisse auszulösen, als strategische Entscheidungen zu treffen.

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Kleinkram

Abseits der zahlreichen neuen Gameplay-Features hat Rise and Fall aber auch noch jede Menge kleinerer Neuerungen zu bieten. So gibt es etwa acht neue Weltwunder, darunter beispielsweise die Freiheitsstatue oder das Taj Mahal, sowie sieben zusätzliche Naturwunder, wie den Retba-See im Senegal oder das Matterhorn. Jede dieser Attraktionen bringt dem Inhaber bestimmte Boni in den verschiedensten Bereichen. Komplettiert wird das Ganze durch vier neue Einheiten, zwei neue Modernisierungen, zwei neue Bezirke, 14 neue Gebäude und drei zusätzliche Ressourcen. Interessant ist auch das neue Allianz-System. Mit befreundeten Nationen könnt ihr ein Bündnis in den Bereichen Militär, Kultur, Forschung, Religion oder Wirtschaft gründen. Je länger eine solche Allianz andauert, desto höher sind die Boni die beide Parteien dafür erhalten. Und mit dem neuen Feature „Notfall“ können mehrere Zivilisationen einen gemeinsamen Pakt gegen ein anderes Land schließen, etwa bei Angriffen mit Atomwaffen oder bei anderen Aktionen mit globaler Auswirkung. Der Beitritt zu einem solchem Pakt ist zwar grundsätzlich immer optional, aber für das Erfüllen bestimmter Ziele bekommt man wertvolle Belohnungen.

FAZIT

Nachdem ich das Hauptspiel nicht, beziehungsweise lediglich ungenügend gespielt habe, um mir ein Urteil zu erlauben, kann ich Civilization VI: Rise and Fall nur in seiner Gesamtheit bewerten und hier fällt mein Fazit durchwegs positiv aus. Die KI macht zwar noch immer die gleichen Fehler wie in früheren Teilen der Spielreihe, aber durch die neuen und teilweise sehr interessanten Features spielt es sich dann doch deutlich anders. Mir persönlich gefällt es beispielsweise, dass ich mein Reich nun auch ganz ohne militärische Konflikte erweitern kann, obwohl ich als altgedienter, virtueller Feldherr einem Kampf normalerweise nicht aus dem Weg gehe. In Rise and Fall können nun beide Wege mit nahezu gleichem Aufwand zum Ziel führen und es bleibt ganz alleine mir überlassen, wie ich die Weltherrschaft an mich reiße. Alles in allem bietet Civilization VI mit seinem neuen Add-On ein für Serien-Fans gelungenes und gewohnt komplexes Spielerlebnis, wobei es jedoch nicht ganz an den grandiosen Vorgängern anknüpfen kann. Noch nicht, denn der hat ja auch erst nach der zweiten Erweiterung richtig Spaß gemacht und somit liegt auch beim Nachfolger die Hoffnung auf etwaige weitere Zusatzinhalte, die dann aber auch endlich die KI auf Vordermann bringen sollten.

Was ist Civilization VI: Rise and Fall? Erste kostenpflichtige Erweiterung für Civilization 6, mit zusätzlichen Nationen und neuen Features.
Plattformen: PC
Getestet: Version  1607 auf PC Intel Core i7-6700, 16GB RAM, GeForce GTX 745
Entwickler / Publisher: Firaxis / Take 2 Interactive
Release: 09. Februrar 2018
LinkOffizielle Webseite

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