Dark Souls: Remastered im Test
GRAFIK 3
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 3

So gut das Game auch immer noch sein mag, einen bitteren Beigeschmack hat Dark Souls: Remastered dann doch. Denn für den verlangten Preis bietet die Neuauflage des Klassikers eindeutig zu wenig „Remastered“. Die optisch-technischen Verbesserungen sind marginal und die tatsächlichen Änderungen, wenn auch praktisch, muss man mit der Lupe suchen

Summary 3.8 stark
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Dark Souls: Remastered im Test

Auf zwei Fortsetzungen mit jeweils mehreren DLC-Erweiterungen hat es Dark Souls in den vergangenen sieben Jahren gebracht. Zwar hat Entwickler From Software schon zuvor mit Demon’s Souls den Grundstein für die Erfolgsgeschichte gelegt, doch erst die Dark Souls-Reihe hat das Genre der Hardcore-Action-RPG in den Mainstream katapultiert. Jetzt bekommt das Original eine Verjüngungskur spendiert und möchte noch einmal die Spielewelt erschüttern.

Die trostlose Welt von Lordran

Als namenloser Untoter beginnen wir unsere schicksalsträchtige Reise in einem verkommenen Verlies. Ein sterbender Ritter gibt uns den ersten Hinweis, was denn zu tun ist, um das ins Chaos gestürzte Land Lordran möglicherweise zu retten. Als erstes gilt es natürlich aus diesem Verlies zu entkommen, doch schon nach den ersten Metern stellt sich uns ein erster, scheinbar unbesiegbarer Dämon entgegen, der bezwungen werden will. Ist der besiegt, landen wir am Feuerband-Schrein, dem Dreh- und Angelpunkt unserer weiteren Reise. Alle Wege überkreuzen sich hier und die wenigen, uns nicht feindlich gesonnenen Gestalten, denen wir in Lordran begegnen, versammeln sich im Laufe unseres Abenteuers hier. Große Aufgaben und beschwerliche Wege warten auf den untoten Helden, sei es die Burg der Untoten, eine fallengespickte Festung, die prächtige, aber ausgestorbenen Hauptstadt Anor Londo, oder die finsteren Wälder zu ihren Füssen.

Was den Spieler am Ende des Weges erwartet, bleibt lange unklar, denn Dark Souls verzichtet weitestgehend darauf eine kohärente Geschichte zu erzählen. Es beschränkt sich darauf, den Spieler durch kleine Zwischensequenzen und Hinweise von NPCs in die richtige Richtung zu führen. Warum man all das tut, warum die Welt in einem so trostlosen und feindseligen Zustand ist und wie sich das vielleicht ändern lässt, das alles erfährt der Spieler in erster Linie durch ausladende Gespräche mit besagten NPCs und den kryptischen Beschreibungen der Gegenstände und Ausrüstungen, die er im Laufe des Spiels findet.

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Auch für Untote ist das Leben hart

Ohne Quests, Karte oder Hinweismarker, die einem zeigen wo man hin muss, beginnt man also, seine Umgebung zu erkunden. Schnell stößt man dabei auf die ersten Gegner, welchen einem natürlich sofort an den Kragen wollen. Um sich diesen zu erwehren, steht einem ein leichter, schneller und ein harter, langsamer Schlag zu Verfügung. Zusätzlich kann man blocken oder, falls man das Timing beherrscht, parieren. Letzteres schafft ein kurzes Zeitfenster in dem man einen verheerenden Konter-Angriff anbringen kann. Dann gibt es noch eine Ausweichrolle und damit wäre das Bewegungsrepertoire des Spielcharakters auch schon erschöpft.

Mehr ist auch gar nicht nötig, denn Dark Souls und all seine Gerne-Verwandten richten sich nach dem alten Grundsatz „simple to learn, hard to master“. Jeder Hieb, Block oder auch die Rolle verbrauchen Ausdauer, die sich erst, wenn man nichts mehr tut, beginnt stetig zu regenerieren. Damit wird das an sich sehr simple Kampfsystem zu einer strategischen Angelegenheit. Sinnloses Button-Mashen führt schon bei den einfachsten Gegnern ganz schnell zu einer leeren Ausdauer-Leiste und in dessen Folge zum Tod.

Womit wir beim großen Knackpunkt angekommen sind, der die Geister scheidet und die einen Dark Souls lieben, die anderen es hassen lässt. Wie auch in anderen RPGs üblich, erhält man für besiegte Gegner Erfahrung, hier Seelen genannt. Allerdings sollte man die eher als Währung verstehen, denn sie werden nicht nur zum auflevelen unseres Charakters verwendet, sonders auch von diverse,n in der Spielwelt verteilten, Händlern als Bezahlung für ihre Waren angenommen. Dumm nur, dass man im Falle eines Ablebens alle Seelen, die man schon gesammelt hat, an Ort und Stelle verliert. Die einzige Möglichkeit sie wiederzubekommen, ist an den Ort des Todes zurückzukehren und sie einzusammeln. Sollte man auf dem Weg dahin ein weiteres Mal sterben, sind die Seelen endgültig verloren.

Was die Sache noch verschärft ist, dass man besagte Seelen nicht sofort ausgeben kann um seine Spielfigur zu leveln. Das geht nur an einem Lagerfeuer. Die sind recht spärlich über die Level verteilt, bieten dafür allerdings noch andere positive Effekte, wie etwa das Auffüllen seiner Estus-Flasche, des Heiltranks, den man immer mit sich führt. Vorsicht ist trotzdem geboten, wenn man sich an einem Lagerfeuer niederlässt, denn auch wenn man direkt am Feuer sicher ist, sorgt die Pause leider dafür, dass alle Gegner (mit Ausnahme von Bossen) respawnen.

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Wähle deine Waffen und stirb

Während die eigentliche Spielmechanik, wie erwähnt, so simpel wie möglich gehalten ist, wird es beim Level- und Ausrüstungssystem dann doch etwas kompliziert. Bei jedem Levelanstieg, der eine sich immer steigernde Menge Seelen kostet, kann man einen der insgesamt neun Basiswerte (Stärke, Widerstand, Ausdauer, Intelligenz, usw.) um einen Punkt erhöhen. Hierbei ist vor allem zu beachten mit welchen Waffen man in den Kampf zieht, denn jede skaliert nur mit bestimmten Werten. Und Waffen gibt es in Dark Souls unzählige. Von Dolchen und Schwertern in allen Größenordnungen, über Äxte, Hämmer und Speere, bis hin zu diversen Bögen und Armbrüsten ist alles da, was das Herz begehrt. Nicht zu vergessen Schilde und eine beachtliche Menge an Zaubern.

All diese Waffen, sowie auch die vielen Rüstungssets über die man im Spielverlauf stolpert, können zudem über ein leider etwas kompliziert geratenes Upgrade-System verbessert werden. Hierzu werden in den weitläufigen Arealen versteckte oder von Gegners fallen gelassene wertvolle Steine gesammelt, die der Schmied dann benutzt um die gewünschte Ausrüstung zu verbessern. Da aber abhängig von der Basisqualität und der schon erreichten Stufe eines Gegenstandes, immer wieder andere Materialien gebraucht werden, gibt es so viele verschiedene davon, dass schnell die Übersicht verloren geht und man nur selten weiß, was man denn nun tatsächlich braucht um etwa seine Lieblings-Axt upzugraden.

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Wenig Neues in Lordran

So weit, so bekannt, zumindest für alle Dark Souls Veteranen. Doch was hat sich jetzt tatsächlich geändert an der Neuen Fassung? Leider nicht allzu viel, dass muss man sich doch eingestehen. Technisch ist das Spiel zwar endlich in der Moderne eingetroffen, es läuft jetzt in stabilen 60FPS, doch wer sich einen grafischen Quantensprung a la Shadow of the Colossus erwartet, wird enttäuscht werden. Es sind zwar einige Verbesserungen, vor allem an den Texturen, zu erkennen, aber schon diverse Modis der PC-Version des Originals stellen die Neuauflage mühelos in den Schatten. Auch schade, dass der Entwickler nicht die Gelegenheit genutzt hat, die damals bei der Erstveröffentlichung aus Termingründen dahingeschluderten letzten Levels, zu überarbeiten.

Die tatsächlichen Neuerungen beschränken sich auf Details. So gibt es jetzt ein praktisches, neues Lagerfeuer direkt beim Schmied, was einem viele unnötige Laufwege spart. Online-Play wurde an die Neuerungen der Fortsetzungen angepasst und läuft somit stabiler und bequemer. Außerdem ist es jetzt endlich auch möglich, per Passwort direkt Freunde in sein Spiel einzuladen. Bündnisse kann man nun einfach am Lagerfeuer wechseln, solange man sie einmalig bei den entsprechenden NPCs freigeschalten hat. Ansonsten gibt es paar neue Punkte im Optionsmenü, wie etwa ein nun in der Größe skalierbares Benutzer-Interface.

FAZIT

Dark Souls: Remastered ist und bleibt ein Meisterwerk, auch wenn es die Serie ganz sicher nicht für das Massenpublikum gedacht ist. Das Leveldesign stellt (mit Ausnahme der oben erwähnten Zonen am Ende) mühelos das seiner eigenen Nachfolger ein den Schatten und einige der besten und schwierigsten Bosse der Franchise sind hier zu finden. Es lohnt sich allemal, das Spiel entweder zum wiederholten Male oder als Neueinsteiger zu erleben. Die Frage, die sich aber trotz allem Lob stellt ist, wozu es diese Neuauflage gebraucht hat. Einige der Veränderungen sind zwar praktisch, aber minimal und von einer grafischen Verbesserung kann man ebenso kaum sprechen. Für alle die Dark Souls zum ersten Mal kaufen ist dies ohne Frage die beste Wahl, ob sich allerdings die Anschaffung für alte Hasen lohnt, wage ich doch sehr schwer zu bezweifeln.

Was ist [Spieletitel]? Neuauflage des Action-RPG Klassikers von 2011 in leicht verbesserter Optik und mit einer Handvoll Neuerungen
Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Nintendo Switch
Getestet: PC
Entwickler / Publisher: From Software / Bandai Namco
Release: 25. Mai 2018
LinkOffizielle Webseite

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