Die Siedler History Collection im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 5

Die Siedler History Collection beinhaltet quasi 25 Jahre Spielgeschichte. Wer noch keinen einzigen Titel der Reihe ausprobiert hat, der sollte das nun schleunigst nachholen, aber auch selbst alte Hasen sollten sich dank Anpassungen und ein paar zusätzlichen Komfortfunktionen diese nicht entgehen lassen

Summary 4.2 geil
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Die Siedler History Collection im Test

Nur wenige Spiele dürfen sich rühmen ein eigenes Genre begründet zu haben. Ein Amiga Klassiker gehört ganz sicher auf diese sehr kurze Liste, denn mit „Die Siedler“ schuf die Mühlheimer Spieleschmiede Blue Byte den Urvater aller Aufbau-Strategiespiele, das bis heute noch als Vorbild für zahlreiche Titel dient. Anlässlich der Veröffentlichung von Die Siedler History Collection, ein Gesamtpaket welches alle sieben Teile der Serie enthält, blicken wir nochmals zurück auf den Beginn der Reihe, sowie deren Entwicklung in den letzten 25 Jahren.

Aufbau-Strategie – Was ist denn das???

Genau genommen haben Die Siedler kein ganzes Genre neu erschaffen, sondern lediglich einen Subtypen davon, nämlich jenen der Aufbau-Strategie. Dafür wurden aber gleichzeitig Begriffe wie Knuddeloptik und Wuselfaktor quasi für dieses Spiel erfunden und sind schon seit dem ersten Teil untrennbar mit der Serie verbunden. Aber worin liegen nun genau die Unterschiede zwischen herkömmlicher Strategie und dem Spielprinzip von einem Die Siedler? Während beim Einen eindeutig der militärische Aspekt im Vordergrund steht und Ressourcengewinnung sowie -verarbeitung lediglich zur Finanzierung neuer Truppen dienen, sind die Hauptziele bei Aufbau-Strategiespielen die Errichtung und der Betrieb eines funktionierenden, komplexen Wirtschaftssystems. Kriegerische Auseinandersetzungen sind dabei nicht immer zwingend notwendig und spielen in diesem Genre meist eine untergeordnete Rolle. Auf die weitere Frage, wie man überhaupt auf eine solche Spielidee kommt, braucht man sich eigentlich nur einen Blick auf die erfolgreichsten Titel Anfang der 90’er zu werden. Siedler Erfinder und Blue Byte Mitbegründer Volker Wertich bediente sich einfach der ökonomischen Spielelemente us dem, ein paar Jahren zuvor erschienenen Sim City, entlehnte aus Peter Molyneuxs Göttersimulation Populous das Herrschergefühl und garnierte es mit der niedlichen Optik der emsigen Lemminge. Außerhalb des deutschsprachigen Raumes ist dem Genre der Aufbaustrategiespiele aber eher weniger Erfolg beschieden, besonders amerikanische Spieler können sich anscheinend mit der eher friedlicheren Strategieversion nicht so recht anfreunden – vielleicht auch deshalb der Ausflug des fünften Teils in den Bereich der Echtzeitstrategie.

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Die Siedler

Den Anfang nahm die Serie 1993, als nach beinahe zwei Jahren Entwicklungszeit Volker Wertich Die Siedler erstmals auf dem Commodore Amiga der Öffentlichkeit präsentierte. Das Spielprinzip war relativ schnell erklärt: Ziel ist es, eine erfolgreiche Siedlung aufzubauen und mit dieser die gegnerischen Niederlassungen zu besiegen. Das ganze hörte sich aber einfacher an, als es im Endeffekt war, denn um ein funktionierendes Wirtschaftssystem aufzubauen, war es zunächst notwendig die komplexen Produktionsketten und Ökonomiekreisläufe zu durchschauen. Rohstoffe mussten von den verschiedenen Ressourcenquellen gewonnen werden, welche dann in den verschiedenen Verarbeitungsstätten in Gütern verwandelt wurden, um schließlich zum Endverbraucher zu gelangen. Die Erledigung all dieser Arbeiten oblag natürlich den Siedlern selbst, von Holzfällern über Schweinezüchter, bis hin zum Bäcker war so ziemlich jede Berufsgruppe vertreten. Insgesamt wurde das erste Siedler-Reich in 20 verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt, wobei jede davon nur einen kleinen Teil des ökonomischen Systems abdeckte. Zentrales Gebäude und Knotenpunkt war immer das Schloss, denn hierher wurden sämtliche Rohstoffe und Güter gebracht. Für diese Aufgabe waren die Träger zuständig, welche über das, vom Spieler ausgebaute, Straßennetz die Waren zu ihren Bestimmungsorten beförderten. Genau dieses Transportsystem wurde zu einem zentralen Bestandteil des Spielprinzips von „Die Siedler“ und das emsige Treiben der Besorger am Bildschirm wurde schon damals oft als „wuseln“ bezeichnet. Selbst ohne großartiges Zutun des Spielers verrichteten die fleißigen Siedler die ihnen zugeteilten Aufgaben und sogar das Militär konnte nur indirekt gesteuert werden.

Neben der 30 Missionen umfassenden Kampagne, bei denen 10 unterschiedliche Computergegner besiegt werden mussten, erfreute sich vor allem der Splitscreen Multiplayermodus, bei dem gemeinsam an einem Rechner gespielt werden durften, großer Beliebtheit, zusätzlich sorgten die zufallsgenerierten Karten für lang anhaltenden Spielspaß. Knapp ein Jahr später wurde „Die Siedler“ für den PC konvertiert, wodurch die an sich schon sehr schicke Grafik, bei der bis zu 64.000 Männchen gleichzeitig wuseln durften, nochmals um eine Spur verbessert werden konnte. Die Schwäche Volker Wertichs für Disney spiegelt sich unverkennbar in der Siedler Grafik wider, denn der Comiclook, und dabei speziell das Charakterdesign und Introsequenzen, erinnern unweigerlich an die Zeichentrickfiguren aus gleichnamiger Feder und prägten den Begriff „Knuddeloptik“. Für einen reibungslosen Spielablauf benötigte man mindestens einen 386’er Rechner mit 550KB Arbeitsspeicher und etwa 5MB Platz auf der Festplatte, oder 3 Disketten für die Amiga Version.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, verschiedene Spielgeschwindigkeiten, klassische RTS Steuerung (optional), Sprachauswahl (English, French, German), Key-Mapping, Device Support für Split Screen, zusätzliche Auflösugnen (Full Screen, Medium, Low)

Die Siedler II – Veni, Vidi, Vici

Der drei Jahre nach dem Erstling erschienene Nachfolger, bietet genau genommen etwas mehr vom Gleichen. Dazu zählen etwa neue Berufe, Gebäude und auch Tiere wurden hinzugefügt. Ein weiteres Novum waren die insgesamt vier verschiedenen Völker (Römer, Wikinger, Asiaten und Nubier), die sich jedoch nur optisch und nicht spielerisch voneinander unterscheiden, sowie die Funktion der Kartenaufklärung. Die offensichtlichsten Veränderungen betreffen vor allem die optischen Verbesserungen. Die  2D-Engine wurde dazu komplett neu geschrieben und unterstützte nun vorberechnetes Gouraud Shading für 3D-Elemente, was für damalige Verhältnisse durchaus bemerkenswert war. Dazu kommen noch drei Zoomstufen, Beobachtungsfenster in denen man den Siedlern beim Wuseln zusehen kann, sowie einen Splitscreen-Multiplayer- Modus der nun auch zwei Mäuse gleichzeitig unterstützt. Mit der Die Siedler 2 Mission-CD, die ebenfalls in der History Collection enthalten ist, wurde dann auch noch ein Karten-Editor eingeführt, welcher weitere geographischen Topographien wie Afrika, Grönland oder Asien hinzufügte. Auch wenn Die Siedler II einige spielerisch Verbesserungen mit sich gebracht hat, der Erfolgsfaktor war aber die überarbeitete Präsentation, deren Pixel-Optik selbst mit aktuellen Standards durchaus noch mithalten kann. Vom ersten Siedler-Team blieb übrigens nur mehr der Grafiker Christoph Werner beteiligt, Erfinder Volker Wertich war an der Entwicklung nicht mehr beteiligt.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Autosave, 4K- und Dualmonitor-Unterstützung, Device Support für Split Screen,  div. Bug-Fixes

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Die Siedler III

Die Einen haben nach einem Saufgelage einen schweren Kopf, Andere ein weitaus großes Problem. Nach einer jahrhunderte andauernden Zecherei sind die Götter Jupiter (Römer), Horus (Ägypten) und Ch’ih-Yu (Asien) bei ihrem Oberboss in Ungnade gefallen und müssen sich nun wieder beweisen. Einziger Weg einer fürchterlichen Bestrafung zu entgehen ist es, wenn sie einen Anführer finden, der ihr Volk am schnellsten zur wirtschaftlichen und militärischen Großmacht führt. Die witzige Hintergrundgeschichte zusammen mit den Zwischensequenzen in Zeichentrickqualität lassen es erahnen, dass der Ur-Vater der Siedler Reihe, Volker Wertich, wieder die Entwicklung von Teil drei übernommen hat. Im direkten Vergleich zum Vorgänger gab es zwar um ein Volk weniger, dafür unterschieden sich diese nicht mehr nur optisch, sondern bekamen auch individuelle Fähigkeiten spendiert. Auch spielerisch gab es gravierende Veränderungen, die bei Fans teils heftige Kritik auslösten. So wurde das Wegesystem komplett gestrichen und die Siedler konnten sich nun frei auf der Karte bewegen, der Bau von Straßen war somit nicht mehr erforderlich. Auch die höhere Bedeutung des Militärs und die direkte Steuerung von bewaffneten Truppen, ähnlich wie in einem Echtzeitstrategiespiel, werteten viele Fans als Bruch mit den altbewährten Siedler Spielprinzipien. Aber besonders dieser Kritikpunkt war möglicherweise der Grund, warum aus Siedler 3 der erfolgreichste Multiplayertitel der Reihe wurde. Das gemeinsame Spielen war nicht mehr nur auf einen Rechner und zwei Regenten beschränkt, sondern es konnte mittels LAN oder über das Internet gegen, oder mit bis zu 20 Mitstreitern gesiedelt werden.

Die größte Veränderung in den zwei Jahren zwischen Teil zwei und drei, machte dieser Siedler Titel vor allem im technischen Bereich durch. Spielfiguren und Gebäude wurden komplett in 3D modelliert, die schon Siedler typische Knuddeloptik wurde durch die comichafte und überzeichnete Darstellung der Einheiten zusätzlich gesteigert. Für die detaillierte Wuselgrafik sorgten über 150 verschiedene Siedlertypen die mit mehr als 50.000 Animationsphasen zum Leben erweckt wurden. Eine weitere technische Besonderheit betraf den Kopierschutz. Dieser funktionierte vom User unbemerkt im Hintergrund, sodass das Erstellen einer Raubkopie ohne Probleme möglich war. Dieser wurde erst während des Spielens aktiv, nämlich so, dass gerodete Bäume nicht mehr nachwachsen und so irgendwann kein Bauholz mehr zur Verfügung stand. Auch entbrannte während der Entwicklung des dritten Teils erstmals die Diskussion über weibliche Siedler. Diese Idee wurde jedoch verworfen, da man dafür alle Grafiken doppelt zeichnen hätte müssen und das den zeitlichen, als auch technischen Rahmen des Spieles gesprengt hätte. Ganz war dieser Gedanke jedoch nicht vom Tisch, denn mit dem Add-On hielten erstmals Frauen in der Form des Amazonen Volkes im Siedler Universum Einzug. Das Geheimnis der Amazonen erweiterte das Spiel nicht nur um eine weitere Fraktion, sondern auch zusätzlich um zahlreiche neue Spielinhalte. Neben dieser Erweiterung gibt es auch für Siedler III eine Missions-CD, die eine Vielzahl an neuen Karten sowie einen Level Editor enthält.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Autosave, 4K- und Dualmonitor-Unterstützung, Mehrspieler via Uplay, Neue Menüeinstellungen inkl. Sprachauswahl und Optionen für Grafk sowie Steuerung

Die Siedler IV

Genau genommen war der drei Jahre später veröffentlichte vierte Siedler-Teil lediglich eine geringfügige Weiterentwicklung des Vorgängers, welche in erster Linie optische Verbesserungen betraf. An der inzwischen etablierten Knuddeloptik wurde zwar festgehalten, jedoch bekam Siedler IV ein neues Interface, außerdem ermöglichte ein stufenloser Zoom das Wuseln aus nächster Nähe zu betrachten und die Einheiten sowie Gebäude waren detaillierter als je zuvor. Die spielbaren Völker waren dieses Mal Römer, Mayas und Wikinger welche gegen den boshaften Gott Morbus und seinem dunklen Volk kämpften mussten. Spielerisch wurde wenig Neues geboten. Auch die vierte Siedler Generation benötigte für den Warentransport kein Straßennetz, jedoch wurden viel benutze Wege zu Pfaden und Eselkarren beschleunigten die Beförderung von Gütern. Nach dem großen Erfolg des Mehrspielermodus von Teil drei, versuchte man diesen weiter auszubauen, inklusive neuer Spielmodi. Siedler IV blieb aber der große Erfolg der Vorgänger verwehrt, was hauptsächlich an der sehr fehlerhaften Verkaufsversion lag, die erst mit zahlreichen Patches auf allen Systemen korrekt lauffähig war. Mit einer Missions CD folgte sechs Monate später Kartennachschub und das Add-On „Die Trojaner und das Elixier der Macht“ führte ein Jahr darauf die Geschichte rund um Morbus fort und ließ den Spieler sogar in die Rolle eines Herrschers über die Trojaner schlüpfen. Neben diesen offiziellen Erweiterungen existieren noch zahlreiche Karten aus der Community stammend, die entweder immer noch im Internet zu finden sind, oder auch in einigen kommerziellen Map Packs zusammengefasst wurden.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Autosave, 4K- und Dualmonitor-Unterstützung, Mehrspieler via Uplay, Maussteuerungen auf aktuelle RTS-Standards aktualisiert (invertiertes Scrollen entfernt),  Sprachauswahl (English, French, German), neue Grafik-Optionen, div. Bug-Fixing

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Die Siedler V – Das Erbe der Könige

Ende 2004 war es endlich soweit: Die Siedler gingen das erste Mal in ihrer Geschichte in eine echte 3D-Welt und das nicht mehr in der Tradition der Serie als Aufbausimulation, sondern als reinrassiges Echtzeitstrategiespiel. Abgesegnet von UbiSoft konnte man in diesem Teil, welches auf den Untertitel „Das Erbe der Könige“ hörte, in einer Art Mittelalter-Fantasy Welt einige feudale Geschichten nachspielen, in denen man als ein König des so genannten alten Reiches die Macht innehält. Genauso wie bei den Vorgängern galt es, neben dem nun wichtigen Truppenmanagement, dass man einen Überblick über die Rohstoff- und Finanzsituation seines Reiches behielt. Ein gut umgesetztes Feature war dabei die Möglichkeit, die Einheiten und Gebäude stufenweise aufzurüsten, um deren Effizienz zu erhöhen. Besonders spaßig konnte sich in der Hinsicht der Einsatz des Wettergenerators gestalten, mit dem man die Wetterverhältnisse seinem Belieben nach anpassen durfte, um zum Beispiel dem Gegner eins auszuwischen. In der  Fangemeinde gilt Die Siedler V als der schlechteste Teil der Serie, was objektiv auch seinen Grund hat: Der Aufbaupart bietet kaum Tiefgang und der Fokus auf den Echtzeitschlachten mit direkt steuerbaren Helden sowie Truppenformationen bricht mit liebgewordenen Traditionen. Mit „Nebelreich“ und „Legenden“ erschienen außerdem noch zwei Erweiterungen.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Mehrspieler via Uplay.

Die Siedler 6  – Aufstieg eines Königreichs

Das Gameplay von Aufstieg eines Königreichs wurde im Vergleich zum fünften Siedler wieder völlig umgekrempelt. Zwar bleiben grundlegende Spielelemente erhalten, aber unser Hauptziel ist es, ein funktionierendes Wirtschaftssystem aufzubauen, um damit die Bedürfnisse eurer Untertanen zu befriedigen. Habt ihr den Bedarf an bestimmten Gütern eures Volkes befriedigt, so wird eurem Ritter der nächst höhere Titel verliehen. Die Beförderung hat aber den Nachteil, dass dadurch bei euren Siedlern zusätzliche Wünsche geweckt werden, wie beispielsweise bessere Kleidung, Alkohol oder Reinigungsgüter zum Säubern ihrer Wohngebäude. Ganz autark wird euer Königreich aber nie sein, denn je nachdem wo ihr eure Siedlung errichtet, können nur bestimmte Güter selbst produziert werden. Das liegt einerseits am Jahreswechsel der die Rohstoffproduktion beeinflusst und andererseits auch an den vier unterschiedlichen Klimazonen. Während in Nordeuropa der lange und harte Winter Flüsse einfrieren lässt und die ansonsten ertragreichen Getreidefelder brach liegen, kämpfen die Bewohner in den südlichen Gebieten mit Wasserknappheit und unfruchtbarer Wüstenlandschaft. Die wenigen Möglichkeiten um diese Misere zu beseitigen bestehen entweder im Handel mit anderen Völkern, oder durch Eroberung neuer Gebiete. Hört sich alles nicht nach Die Siedler, sondern eher nach Anno an? Richtig, und genauso spielt es sich auch. Mein Fazit aus dem Jahr 2007 kann ich an dieser Stelle nur wiederholen: „Keep it sweet and simple!“ Noch nie hat das KISS – Vereinfachungsprinzip besser für ein Spiel gepasst als für Die Siedler: Aufstieg eines Königreichs. Das typische Wuselflair ist zwar da, aber das entschlackte Wirtschaftssystem bietet für Genrekenner keine echte Herausforderung.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Mehrspieler via Uplay.

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Die Siedler 7

Die grundlegenden Spielprinzipien der Siedler-Reihe bleiben auch in Nummer 7 erhalten und orientieren sich wieder an den ersten Teilen der Serie: Wir errichten Produktionsstätten und bilden mit den darin erzeugten Waren funktionierende Wirtschaftskreisläufe. Ein großer Pluspunkt bei Fans: Die Wege inklusive Träger, welche die Rohstoffe zwischen zwei Punkten hin und her tragen, ist endlich wieder zurück! Auch wurde der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Vorgänger wieder etwas angehoben. Eine große Änderung bringt dagegen das Sektorensystem mit sich. Jede Region muss entweder mit einer Armee eingenommen, mit entsprechend monetärer Überzeugungskraft dazu überredet oder mit einem Mönch bekehrt werden. Gewinner ist jener Spieler, mit den meisten Siegpunkten. Die bekommen wir etwa weil wir die meisten Sektoren eingenommen haben, weil unsere Bevölkerung eine bestimmte Anzahl an Siedlern überschritten hat oder weil meine Streitkraft größer ist, als die meiner Konkurrenten. Das sind allesamt wirklich motivierende Neuerungen und machen aus die Siedler 7 sicherlich einen der besten Teile der Serie. Viele Spieler, mich eingeschlossen, haben aber das Spiel beim Release aufgrund der verpflichtenden Always-On-Verbindung – selbst bei Einzelspieler-Partien – boykottiert. Und jene die das nicht getan haben, mussten sich über Serverproblemen ärgern, wodurch tagelang an ein Spielen nicht  zu denken war. Beides Relikte der Vergangenheit, denn der kontroverse Kopierschutz wurde entfernt und der Mehrspieler-Modus funktioniert nun über Ubisofts hauseigene Plattform Uplay.

VERBESSERUNGEN DER HISTORY COLLECTION: Windows 10 kompatibel, Auflösungen bis 4K, Mehrspieler via Uplay, kein DRM

FAZIT

In meiner journalistischen Vergangenheit habe ich nun schon sehr oft über Die Siedler berichten dürfen, aber ich glaube noch nie so ausführlich wie in diesem Artikel. Die Siedler History Collection bietet aber auch genug Material dafür, denn dieses Paket beinhaltet quasi 25 Jahre Spielgeschichte. Wer noch keinen einzigen Titel der Reihe ausprobiert hat, der sollte das nun schleunigst nachholen, aber selbst alte Hasen können sich über Anpassungen für ein aktuelles Betriebssystem und ein paar zusätzlichen Komfortfunktionen freuen. Für mich persönlich gibt es genau zwei Gründe Die Siedler nochmals auf meinem Rechner zu installieren: Erstens weil für mich Teil drei noch immer zu den besten Aufbaustrategie-Spielen überhaupt zählt und ich das bislang letzte Siedler bisher immer verweigert habe. Das kann ich nun endlich nachholen und dank zetiloser Comic-Grafik sowie gut durchdachter Bedienung, ist Die Siedler 7 sehr gut gealtert und macht auch heute noch jede Menge Spaß. Alles in Allem ein tolles Gesamtpaket, nicht nur für Fans!

Was ist Die Siedler History Collection? Ein Gesamtpaket, das alle Teile der Serie als Gold-Versionen enthält, jeweils optimiert für moderne Computersysteme.
Plattformen: PC
Getestet:  auf PC Intel Core i5-4440, 16GB RAM, GeForce GTX 745
Entwickler / Publisher: Ubisoft / Ubisoft
Release: 15. November 2018
LinkOffizielle Webseite

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