DiRT 4 im Test
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 5
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 4

DiRT4 soll Simulations-Fans ebenso glücklich machen wie Arcade-Freunde: DiRT3-Liebhaber also ebenso wie Fans von DiRT Rally. Ein schwieriger Spagat, der ab und an durchaus ein bisserl wackelt, am Ende aber doch gelingt und zum besten Rally-Spiel aller Zeiten wurde

Summary 4.6 geil
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 3
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Summary 3.8 stark

DiRT 4 im Test

Die Rally-Spiel-Serie, die ihr Leben als Colin McRae Rally begann und irgendwann zu DiRT wurde, hat es sich für seinen jüngsten Teil selbst ein bisschen schwer gemacht. Denn eigentlich ist DiRT 4 Nachfolger zu gleich zwei Spielen: DiRT 3 und DiRT Rally. Ersteres: Ein neon-leuchtender Arcade-Racer. Letzterer: Eine Simulation für echte Hardcore-Cracks. Nun soll DiRT 4 den Zaubertrick schaffen beide Lager zufriedenstellen und stellt sich damit selbst ein Bein – während es trotzdem das mit Abstand beste Rally-Game aller Zeiten ist.

Beginnen auf der Suche nach dem „Warum“ am besten genau dort, wo auch der Spieler loslegt – bei einem Auswahlbildschirm. Was darfs sein: „Simulations“- oder „Gamer“-Handling? Also beinharter Realismus oder doch ein etwas weniger unbarmherziges Fahrverhalten? Die Unterschiede sind jedenfalls recht deutlich, die Wahl aber natürlich nicht endgültig. Man kann jederzeit zwischen den Handling-Modellen wechseln. Zudem gibt euch das Spiel unzählige Möglichkeiten des Gameplay weiter auf eure Bedürfnisse anzupassen: ABS, Traktionskontrolle, Stabilitätskontrolle, Stärke der KI-Gegner, Schadensmodell … das alles und noch mehr lässt sich meist in mehreren Stufen regulieren, um euch die perfekte Spielerfahrung zu bieten.

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Jedenfalls sind an dieser Stelle noch beide Lager – also DiRT-Rally-Fans und DiRT 3-Fans vermutlich happy. Vor allem aber auch all jene, die vielleicht noch nie virtuell hinterm Steuer gesessen haben. Diese erwartet als nächstes nämlich eine Fahrschule, die ihren Namen tatsächlich verdient hat: In vielen Einzel-Lektionen könnt ihr in aller Ruhe erkunden, wie genau Lastwechsel, unterschiedliche Beläge und diverse Manöver eigentlich so auf das Auto wirken und ohne den Druck in einem Rennen zu stecken, den Umgang mit den Rallyboliden lernen.

Ist das erledigt, geht es endlich ans Eingemachte. Es erwartet euch ein Karrieremodus, der in Sachen Umfang und Verlauf nicht viel besser hätte ausfallen können: Erst noch in einem fremden Autos unterwegs, könnt ihr schon bald euer eigenes Team gründen; legt die Teamfarben und Beklebungen fest, heuert Mechaniker, PR-Leute und Co-Piloten an, unterschreibt Sponsoren-Verträge und startet in eure ersten Wettbewerbe. So sammelt ihr – man ahnt es schon – nach und nach mehr Geld und Bekanntheit, um euch dann neue Autos anzuschaffen (50 gibt es übrigens insgesamt im Spiel), bessere Leute anzuheuern und neue Lizenzen freizuschalten und so auch andere Bewerbe fahren zu dürfen.

Wo Licht ist …

Hier trifft man dann allerdings auch schon auf die erste Enttäuschung – zumindest für Fans von DiRT 3: Im Vergleich zu der Vielfalt an unterschiedlichen Rennserien, die dort noch geboten wurde, fällt die Auswahl in DiRT 4 nämlich eher mager aus: Rally, Rally-Cross (hier mit der Original-Lizenz und somit allen aktuellen Fahrern!), Landrush (Fahren mit Buggys und Trucks) – Ende. Hier gab es in Teil 3, z.B. mit Gymkhana und Trailblazer-Rennen, mehr zu tun.

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Das heißt aber freilich nicht, dass einem in DiRT 4 schnell langweilig wird. Ganz und gar nicht. Im Grunde bietet das Spiel nämlich theoretisch unendlich viel Content: Dem „Your Stage“ genannten Streckeneditor sei Dank: Ein paar Faktoren ausgewählt und schon habt ihr eine brandneue Strecke vor euch, die ihr in Angriff nehmen könnt … auch wenn diese nicht sonderlich „lebendig“ wirken und es leider nur fünf Locations im Spiel gibt: Wales, die USA, Australien, Schweden und Spanien. Ein bisschen mehr Auswahl wäre schon nett gewesen.

Absolut nichts zu meckern haben wir hingegen beim Fahrverhalten der Autos. Egal ob nun im Simulations- oder im Gamer-Modus: Die Physik des Spiels ist stets gut nachvollziehbar und schlüssig. Auch das Schadensmodell weiß zu überzeugen: Von kosmetischen Lackschäden bis hin zum Verlust kompletter Teile des Autos ist alles möglich. DiRT 3-Fans wird hierbei aber vermutlich negativ auffallen, dass es das Rückspul-Feature nicht mehr gibt. Je nach Schwierigkeitsgrad-Einstellung habt ihr lediglich die Möglichkeit das Rennen ganz neu zu starten. Wer also in der letzten Kurve noch von der Strecke fliegt hat schlichtweg Pech gehabt … wie im echten Leben eben auch.

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Apropos „echtes Leben“: In dieser Hinsicht kam ein nettes, neues Detail hinzu. Sobald ihr nämlich über die Ziellinie gebrettert seid, ist das Rennen noch nicht wirklich vorbei. Damit eure Zeit gewertet wird, müsst ihr es dann auch noch innerhalb eines bestimmen Zeitlimits zum Marshal schaffen und neben ihm stehen bleiben. Wer also auf der Jagd nach den letzten Hundersteln mehr über die Ziellinie detoniert als fährt, kann eventuell immer noch disqualifiziert werden. Cool.

Fassen wir also mal zusammen: Das Fahrverhalten bietet für Einsteiger und Simulations-Fans gleichermaßen etwas, die Karriere ist toll, das Handling-Modell ausgereift und der Umfang, bis auf die etwas wenigen Locations, auch toll. Bleibt noch:

Die Technik

Hier reicht es leider nur für das Prädikat „solide“. Die Ego-Engine, die nun schon seit vielen Jahren zum Einsatz kommt, kann eben nicht mehr so wirklich mit aktuelleren Schöpfungen wie etwa dem Technikgerüst hinter Project Cars 2 oder Forza mithalten. Dafür kann DiRT4 aber immerhin für sich verbuchen, dass es auf der PS4 absolut flüssig läuft – und das jederzeit. Auch am PC fällt das Alter der Engine mit seinen verhältnismäßig niedrigen Hardwareanforderungen durchaus auch positiv auf. Zudem ist der Sound im Spiel ziemlich gut gelungen. Die Motorengeräusche sind OK, viele Hintergrundgeräusche wie das Heulen der Getriebe und das Prasseln der Steine am Unterboden gut aufgenommen und abgemischt. Auch der Soundtrack ist stimmig.

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FAZIT

In ihrem Begehr, alle (also Simulations-Fans, Arcade-Freunde und Neueinsteiger) glücklich machen zu wollen, hat Codemasters mit DiRT 4 sicherlich kein perfektes Spiel abgeliefert, aber immerhin das bestimmt beste Rally-Game bis dato. Egal ob auf der Konsole oder am PC, egal ob mit Controller oder voll unterstütztem Force-Feedback-Lenkrad: DiRT4 weiß immer zu unterhalten und bietet mit einer motivierenden Karriere und quasi unendlichem Content sehr, sehr viel für sein Geld. Um es auf den Punkt zu bringen: Rally-Fans und solche, die es noch werden wollen, sollten zuschlagen.

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