DOOM Beta – Ersteindruck

DOOM Beta – Ersteindruck

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen von #FightLikeHell!  Zwar durfte man noch keine Dämonen aus der Hölle zurückschlagen, dafür aber andere Spieler mit Raketenwerfer, Plasmagewehren und Gausskanonen in hitzigen Multiplayer-Duellen bekämpfen. Ganze vier Tage lang konnte man im Rahmen einer Open-Beta den Mehrspieler-Modus der Neuauflage des Kult-Shooters DOOM ausgiebig ausprobieren.  Unser Ersteindruck ist etwas zwiespältig ausgefallen.

Zeitgleich am Freitag dem 15. April 2016, um 6.00 Uhr startete die Open-Beta sowohl für Konsolenspieler (XBOne, PS4) als auch für den PC (via Steam). Obwohl kein plattformübergreifendes zocken möglich war (und auch in der finalen Version nicht sein wird), sind alle Versionen inhaltlich identisch und enthalten zwei verschiedene Modi für 6vs6 Spieler mit jeweils einer Map: Team Deathmatch und Kriegspfad mit den Karten Hitzewelle und Höllisch. Ersteres ist die klassische Mehrspieler-Variante in der einzig und alleine nur die gegnerischen Abschüsse zählen und die einzelnen Frags jedes Spielers zum Teamkonto addiert werden. Der Modus Kriegspfad dagegen ist eine Abwandlung der „King of the Hill“ Variante aus dem Original DOOM, mit dem Unterschied, dass sich der Eroberungspunkt entlang eines gekennzeichneten Pfades über die Karte bewegt, genauso wie die so genannte Dämonenrune, welche den Spieler der sie aufsammelt kurzfristig in ein diabolisches Schreckgespenst verwandelt, quasi eine stärkere Versionen des herkömmlichen Marines. In die Beta hat es nur der Dämon mit Namen „Revenant“ geschafft, im fertigen Spiel sollen es insgesamt vier sein, mit jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten. 

Die erste große Veränderung bekommt man schon vor dem Spielstart präsentiert, denn DOOM führt eine Art Klassensystem ein. Waffen werden nicht mehr auf der Map eingesammelt, sondern der Spieler wählt das Waffen-Loadout zu Spielbeginn oder vor jedem Respawn aus. Je nach gewählter Klasse (Sturm, Scharfschütze oder Hinterhalt) ist die Bewaffnung anders, später können auch eigene Sets, bestehend aus zwei Waffen und einem Ausrüstungsgegenstand, aus dem bereits freigespielten Kriegswerkzeug zusammengestellt werden. Dass der Jäger- und Sammler-Trieb während einer Partie dennoch befriedigt wird, dafür sorgen neben Munition und Lebensenergie auch Verstärker und Power-Waffen. Diese sind an vorgegebenen Stellen auf der Karte zu finden und unterstützen den Marine mit diversen Buffs wie Unsichtbarkeit, Regeneration oder erhöhtem Schaden. Zu den extrem mächtigen Power-Waffen zählen neben der Gausswaffe, die auch in der Beta zu finden war, die Kettensäge sowie das BFG-9000. Eine weitere Neuerung in DOOM sind die Erfahrungspunkte. Die bekommt man für jede gespielte Partie, für besondere Leistungen wie Siege, Frags sind das aber mehr als für Niederlagen. Ab bestimmten Levelstufen kann man dann so genannte Hack-Module freischalten. Das sind einmalig nutzbare, zeitlich begrenzte Gegenstände, die dem Spieler etwa einen Respawn-Timer für Pickups, die Gesundheit eurer Gegner oder die Position aller Powerups in eurer Nähe anzeigen.

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Call of Doom

All diese Veränderungen und Neuerungen bescherten dem Spiel im Internet schon relativ schnell einen neuen, nicht schmeichelhaften Namen: Call of Doom – weil es ganz offensichtlich einige Elemente aus der Cally of Duty Spielreihe übernommen hat. Kritisiert werden neben der Einführung von Waffen-Loadouts und dem Klassensystem aber vor allem die im Vergleich zum Original DOOM wesentlich entschleunigte Spiel-Geschwindigkeit. Und ja es stimmt, objektiv betrachtet spielt sich selbst ein Quake wesentlich flotter als das neue DOOM und vom temporeichen, brachialen Arena-Shooter von einst ist nicht mehr sehr viel übrig geblieben. Auch die Steuerung fühlt selbst auf dem PC eher konsolenlastig an. Das macht sich unter anderem darin bemerkbar, dass beispielsweise keine Strafe-Jumps möglich sind. Insgesamt scheint es so, als ob sich DOOM nun nicht mehr an die Hardcore-Spieler von einst richtet, sondern eher ein breiteres Publikum ansprechen will.

Technisch sollte man sich von der neuen id Tech 6 Engine keine optische Revolution erwarten. DOOM sieht aus wie ein modernisierter Old-School Shooter – was er genau genommen ja auch ist. Aber zur Verteidigung: die Grafikeinstellungsmöglichkeiten in der PC Version wurden auf ein Minimum reduziert, ein Menü für die erweiterten Optionen kann man grundsätzlich gar nicht erst aufrufen. Sehr viel mehr als Auflösung, V-Sync oder Anti-Aliasing, (inklusive dem von id eigens entwickelten TSSAA Modus) lässt sich nicht auswählen. Auch die Bildrate ist in der Open-Beta aktuell noch fix auf 60 Bilder pro Sekunde beschränkt. In der Verkaufsversion sollte sich das aber noch ändern, ein FPS-Unlock wurde sogar schon offiziell angekündigt. Dafür läuft das Spiel aber auch auf Mittelklasse-Rechner flüssig und reibungslos.

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Ersteindruck

Kann das trotz aller Kritik noch etwas werden? Um auf die typische österreichische Art und Weise zu antworten: “Schau ma mal”. Aber trotz meiner Skepsis muss ich gleichzeitig auch eine Lanze für DOOM brechen: Die überwiegend negative Kritik die das Spiel bereits von zahlreichen Nörglern einstecken musste ist nicht unbedingt deswegen weil es ein schlechter Shooter ist, nein es ist ganz einfach deswegen weil es kein DOOM mehr ist. Klassensystem, Erfahrungspunkte… das passt einfach nicht zu einem schnörkellosen Arena-Shooter, so einer wie das klassische DOOM nun einmal war. Dass das Gameplay nun nicht mehr ganz so schnell ist wie früher, das stört mich persönlich gar nicht. Im Gegenteil. Durch das gemächlichere Tempo ist die Kluft zwischen Könnern und Anfänger nicht ganz so groß und es stellen sich relativ schnell erste Erfolgserlebnisse ein. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Open-Beta nur einen Bruchteil des fertigen Spiels zeigt. Für mich war der Mehrspieler-Modus aber sowieso immer nur eine nette Beigabe, viel mehr freue ich mich auf eine spannende, actiongeladene Singleplayer-Kampagne und diesbezüglich bin ich weiterhin noch positiver Hoffnung.

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