Felix the Reaper im Test
GRAFIK 3
SOUND 4
HANDLING 2
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Für gerade einmal sechs Stunden Spielzeit ist Felix the Reaper zwar recht teuer, wer allerdings gerne Rätsel löst, alle zusätzlichen Aufgaben bewältigen will und den Todesboten so gerne tanzen sieht wie ich, legt sein Geld mit Felix the Reaper auf jeden Fall gut an

Summary 3.4 stark
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Felix the Reaper im Test

Für das Ministerium des Todes erfüllt ihr als pflichtbewusster Sensenmann Felix verschiedene Aufträge. Euer wahres Ziel ist es jedoch, eure große Liebe Betty zu finden, welche für das Ministerium des Lebens arbeitet. Dadurch hält sie sich oft im Reich der Sterblichen auf, deswegen geht ihr eurem Job als Todesengel nach, um nach ihr Ausschau zu halten. Um der Liebe eures (Nicht)Lebens näher zu kommen, müsst ihr in Felix the Reaper kniffelige Puzzel lösen und solltet dabei keinesfalls dem Sonnenlicht zu nahe kommen. Das macht überraschend viel Spaß und strotzt vor Charme. Doch die Steuerung macht dem Gevatter mit dem Beat in den Knochen, einen Strich durch die Rechnung!

Die erste Überschrift

Das 3D-Puzzle-Adventure Felix the Reaper wird in Zusammenarbeit mit dem Indie-Studio Kong Orange und Daedalic Entertainment zum Leben erweckt. Wobei die Phrase „zum Leben erweckt“ in diesem Kontext, fast schon komisch wirkt. Denn ihr müsst darin Leuten zum Tode verhelfen. Das schafft ihr meist durch das Einsammeln und Platzieren von Gegenständen am Zielort. Per Mausklick navigiert ihr euch über das Spielfeld, welches sich in quadratische Felder unterteilt. Die Sonne müsst ihr dabei meiden, denn als knöcherne Todesgestalt schadet euch das Licht. Darin liegt auch die Herausforderung des Spieles: Die Gegenstände durch das Level zu schaffen ohne dabei die Schatten zu verlassen!

Überraschenderweise ist Felix the Reaper keineswegs so düster, wie es oberflächlich scheint. Knallige Farben, das schlichte, aber knuffige Charakterdesign und die humorvolle Erzählung erheitern das Gemüt. Felix ist auch kein üblicher Sensenmann, denn seine Passion ist das Tanzen. Obwohl er dies laut dem Ministerium aufs Minimum reduzieren sollte, präsentiert er seine Moves mit Freude während seinen Aufträgen. Am Ende jeder Aufgabe, verwandelt sich das Gebiet in einen Dancefloor, auf dem unser Protagonist noch einmal zeigt, was er kann. Natürlich darf bei dem ganzen Getanze die Musik nicht fehlen, so habt ihr als Spieler eine Auswahl über 13 verschiedenen Tracks. Diese variieren sehr stark, da sie extern von unterschiedlichen Personen entwickelt wurden – es ist also definitiv für jeden Geschmack etwas dabei. So klingen manche auch recht abstrakt, ihr dürft euch keine klassischen Sounds erwarten, welche das Gameplay begleiten und untermalen.Habt ihr eine Melodie gefunden die euch zuspricht, könnt ihr euch euren Aufträgen widmen. Diese führen euch durch verschiedenste Gebiete wie 80er Städte oder verschneite Wälder. . Die Landschaft ist liebevoll gestaltet, einen hohen Detailgrad der Umgebung dürft ihr aber nicht erwarten. Der Artstyle passt jedoch dazu und erinnert mich etwas an die cel shading-Optik von Borderlands. In den verschiedenen Gebieten erwarten euch witzige Herausforderungen: einmal müsst ihr etwa ein sichtversperrendes Auto bewegen, ein anderes Mal eine Nonne in den Wahnsinn treiben.

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Autsch! – Die Sonne

Jedes Level von Felix the Reaper startet mit einer kurzen Cutscene, in der ihr die Umgebung und die Situation kennenlernt. Ist die Szene vorbei, erstarrt die Zeit und ihr werdet mit dem Transportsystem des Todesministeriums, „dem Televator“, in das Gebiet befördert. Nun ist es an euch, den sympathischen Tänzer zum Zielort zu schaffen, ohne einen Sonnenstrahl zu kreuzen. Glücklicherweise habt ihr eure Sonnenuhr im Handgepäck, mit der ihr die Sonneneinstrahlung im 90° Winkel beeinflussen könnt. Benutzt ihr sie allerdings in der falschen Position, trifft euch eine volle Ladung Sonnenlicht und ihr erleidet einen „Sonnenbrand“, daraufhin macht sich eure letzte Aktion rückgängig. Später schaltet ihr eine Vorschau zur Sonnenrichtung frei, um euch vor dem Verbrutzeln zu bewahren. Zusätzlich könnt ihr Gegenstände platzieren, die euch etwas Schatten spenden. Was zu Anfang noch recht simpel ist, wird später durch Schalter, Druckplattformen und erhöhter Gegenstandsanzahl zu einer wirklich anspruchsvollen Denkaufgabe. Damit ihr aber bei einer scheinbar unlösbaren Prüfung nicht stundenlang verzweifeln müsst, könnt ihr euch auf Wunsch euren nächsten Schritt anzeigen lassen. Ganz ohne Nachdenken funktioniert es trotzdem nicht, angezeigt werden euch nur wichtige Felder und dort zu platzierende Gegenstände – nicht jedoch der Weg dorthin.

Jeder Level hat auch eine Hardcore-Variante, die ihr nach erfolgreichem Abschluss des normalen Pendants freischaltet. In diesem Modus gibt es keine Hilfestellung und zusätzliche Hindernisse wie verschwindende Felder oder einzusammelnde Münzen. Deswegen solltet ihr Felix möglichst effizient über das Spielfeld bewegen. Leider sabotiert euch manchmal die Steuerung. Wenn zwei Dinge nebeneinander liegen, kann ein Klick bewirken, dass ihr euer Ziel aufhebt, doch danach gleich wieder platziert. Das ist besonders ärgerlich, wenn ihr dabei eine Bonusherausforderung nicht schafft, welche in jedem Level vorhanden sind. Erfüllen müsst ihr typische Kategorien: Zeitobergrenze, Maximale Anzahl an Zügen, keinen Sonnenbrand erleiden usw. Natürlich bekommt ihr auch einen anständigen Lohn für eure Mühen, und zwar in Form von neuen knallharten Jobs. Diese Belohnungen motivieren zusätzlich und sind ein Segen, wenn es euch am Ende der Story noch nach mehr dürstet.

Der erste Versuch ist nur Übung!

Während meines Playthroughs versuchte ich zu Beginn meine Aufträge möglichst schnell und präzise zu beenden, gegen Ende ließ ich mir Zeit, um die Umgebung zu erkunden – alles, um die zusätzlichen Challenges zu absolvieren. In den ersten Missionen erfüllte ich die Ziele ohne große Schwierigkeiten, später brauchte ich jedoch einen Plan, um überhaupt eine Chance mit den neuen Limits zu haben. Zu langes Überlegen – Neustart. Einmal verklickt – Neustart. Versehentlich die Sonnenuhr benutzt – Neustart. Deswegen missbrauchte ich den ersten Versuch um mir die Gegend genau anzusehen und mir den Weg einzuprägen. Ein paar Anläufe benötigte ich trotzdem bei meinen ernsten Runs, doch meine Strapazen sollten nicht umsonst sein. Zwischen all dem Planen und dem Suchen des idealen Weges, hielt ich kurz inne und bestaunte das Ergebnis. Zu sehen wie Felix stylisch durch die Level tanzt und dabei die Arbeit des Todes mit Finesse erledigt, war wirklich eine Freude – ich wollte gar nicht aufhören. Bald waren keine Level mehr ungespielt, zwei oder drei mehr hätte ich mir da schon gewünscht. Übrigens, seine Bewegungen sehen nicht unbegründet so „lebendig“ aus, die wurden nämlich mit professionellen Tänzern ausgearbeitet. Komplexe Schritte wurden zusätzlich aufgestylt, um sicherzustellen, dass ihr immer eine gute Figur macht.

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FAZIT

Felix the Reaper setzt insbesondere für die optionalen Herausforderungen gründliches Nachdenken und gute Planung voraus, kommt euch aber durch kleine Hilfen immer ein Stück des Weges entgegen. Manche Passagen wurden dadurch allerdings ein wenig zu einfach, was den Reiz eines Puzzle-Adventures ein bisschen mildert. Nichtsdestotrotz bescherte mir das Spiel eine schöne Zeit. Der recht schlicht gehaltenen Story zu folgen unterhielt mich so sehr, dass ich gerne wissen will, was die Zukunft für Felix bereithält. Der Schluss deutet daraufhin, dass wir möglicherweise per dlc oder Nachfolger die Möglichkeit bekommen mit Betty und Felix unsere Abenteuer zu bestreiten. Falls es soweit kommt, hat Betty hoffentlich tanzen geübt, sonst wären ihre Segmente weit weniger interessant für mich. Alles in allem hatte ich zwei wirklich unterhaltsame Nachmittage mit dem Spiel. Für eine gewöhnliche Spielzeit von gerade einmal sechs Stunden, ist Felix the Reaper zwar recht teuer, wer allerdings gerne Rätsel löst, alle zusätzlichen Aufgaben bewältigt und den Todesboten so gerne tanzen sieht wie ich, legt sein Geld mit Felix the Reaper auf jeden Fall gut an.

Ein Gastartikel von Nino Puff

Was ist Felix the Reaper? 3D-Shadow-Manipulation-Puzzle-Adventure
Plattformen: PC/Mac, PS4, XBox One, Nintendo Switch
Getestet: auf PC, Intel(R) Core(TM) i7-8750H CPU @ 2.20GHz, 8GB RAM, Geforce GTX 1060
Entwickler / Publisher: Kong Software / Daedalic Entertainment
Release:17. Oktober 2019
Link: Offizielle Webseite

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