Holobunnies: Pause Café im Test
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Holobunnies: Pause Café ist ein kleiner Appetizer für das Kickstarter finanzierte Holobunnies: The Bittersweet Adventure und sowohl inhaltlich als auch spielerisch nicht mehr, als ein durchschnittlicher Zeitvertreib, den es in seinen Einzelteilen schon etliche Mal gegeben hat – oftmals sogar in einer viel besseren und spaßigeren Variante

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Holobunnies: Pause Café im Test

Kickstarter ist eine feine Sache. Unbekannte, aber motivierte Entwickler-Teams können dort ihre Projekte vorstellen und das interessierte Publikum bitten, Geld dafür zu locker zu machen. Blöd nur, wenn man sich bei den veranschlagten Zielen scheinbar etwas übernommen hat und nicht zum versprochenen Termin liefern kann. Was macht da der findige Entwickler? Er nimmt Teile des bereits vorhandenen Programmcodes und veröffentlicht es als eigenständiges Spiel. Heraus kommt dann so etwas wie Holobunnies: Pause Café.

Bereits im Oktober 2014 versuchte das kleine kanadische Entwicklerteam q-bit games für ihr 2D-Side-Scrolling Adventure Holobunnies Geld mittels Kickstarter aufzutreiben. In der Rolle eines von vier verschiedenen Häschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten sollte man den Höhlenkomplex der Welt von Pandemonium erkunden. Insgesamt sechs verschiedene Welten mit entsprechenden Endboss-Gegnern, 2-Player lokal Koop-Action und ein  Brawl-Modus für vier Spieler standen auf der Featureliste. Das angestrebte Finanzierungsziel wurde aber auch nicht annähernd erreicht. Ein paar Monate später erschien auf Kickstarter ein neues Projekt mit dem Namen Holobunnies, dieses Mal aber mit demZusatztitel Hologram Bunnies Space Adventures! Das Spiel war grundsätzlich identisch mit dem Vorgänger-Projekt, lediglich das Szenario wurde in den Weltall verlagert.

Dank des weitaus bescheidereren Finanzierungsziels war dieses Kickstarter Projekt dann auch erfolgreich. Veröffentlicht sollte das zwischenzeitlich in Holobunnies: The Bittersweet Adventure unbenannte Spiel im ersten Quartal 2016. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden und auch die Verschiebung auf 2017 hat nicht viel gebracht. Laut eigenen Aussagen der Entwickler stand das Projekt sogar kurzzeitig vor dem Aus. Als Entschädigung für die lange Wartezeit haben die Entwickler nun einfach die fertigen Programmteile genommen und daraus ein eigenständiges Spiel gemacht. Für Backer natürlich gratis, alle anderen können es auf Steam oder itch.io käuflich erwerben.

Aus drei mach eins

Bei Holobunnies: Pause Café wurde im Großen und Ganzen nicht anderes gemacht, als die Featureliste in seine Einzelteile zu zerlegen und daraus eine etwas abgespeckte Minispiel-Sammlung zu basteln. Diese besteht aus insgesamt drei Teilen:

Brawler: Hier ist der Name Programm, denn es handelt sich dabei um ein typisches 2D-Kampfspiel vergleichbar mit TowerFall oder auch Super Smash Bros. Jeder der vier Holobunnies verfügt über einen Jetpac zum Fliegen, sowie eine individuelle Fähigkeit, wie etwa eine superstarke Karotten-Kanone oder Selbstheilung. Mit diesen speziellen Fertigkeiten versucht man nun die Lebensenergie des Gegners so schnell und so oft wie möglich zu schmälern. Dieser Modus kann nur im lokalen Mehrspieler gegen einen anderen menschlichen Gegner gespielt werden. Auch die Auswahl an unterschiedlichen Maps ist stark eingeschränkt.

Legacy Boss Rush: Alle vier Holobunnies dürfen sich hier nacheinander jeweils einem Bossgegner stellen. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit jedem Sieg stetig an, dennoch sollten es geübte Spieler schaffen, alle Gegner innerhalb von etwa 15-20 Minuten zu erledigen. Danach wollen Ranglisten zum erneuten durchspielen motivieren.

Kitcat Adventure: Ein Runner Game, vergleichbar mit Bit.Trip Runner oder Super Mario Run. Ihr steuert dabei das Kätzchen Kitcat, welches in einem zweidimensionalen Höhlensystem automatisch in eine vorgegebene Richtung rennt. Nur durch perfektes Timing könnt ihr dabei unbeschadet alle Hindernisse überwinden und Kitcat bis ans Ende des Levels führen. Da in diesem Spielmodus rund 14 verschiedene Maps zur Auswahl stehen, ist er mit Sicherheit jener Teil, der euch am längsten beschäftigen wird.

Das Spiel selbst präsentiert sich als typisches Indie-Game: Grafik in 2D Pixeloptik, piepsige Soundeffekte und dudelige Hintergrundmusik. Hervor sticht dabei aber das Charakter- und Art-Design der Holobunnies, welches durchaus mit den Worten niedlich und süß beschrieben werden kann. Das gibt Hoffnung für The Bittersweet Adventure. Die restliche grafische Umsetzung kann damit leider nicht mithalten und auch bei den Endgegnern hat man das Gefühl alles schon einmal irgendwo, irgendwie und vor allem besser gesehen zu haben. Dazu plagen das Spiel in der aktuellen Fassung noch einige gravierende Mängel. Diese führen dazu, dass im Brawl-Modus etwa ein Spieler beide Figuren gleichzeitig steuern kann, bis hin zu kompletten Programmabstürzen. In ihrem VLog versprechen die Entwickler aber bereits Besserung, inklusive einem neuen Patch der dann auch das Key Remapping erlauben soll.

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FAZIT

Man kann es den Jungs von q-bit games natürlich hoch anrechnen, dass sie ihre Kickstarter Unterstützer mit einem kleinen Appetizer auf das versprochene The Bittersweet Adventure versorgen und damit die Wartezeit verkürzen wollen. Andererseits wurde das Spiel bereits für 2016 versprochen und so wie es derzeit aussieht wird auch definitiv nicht dieses Jahr erscheinen – falls überhaupt noch. Holobunnies: Pause Café bietet dagegen sowohl inhaltlich als auch spielerisch nicht mehr als einen durchschnittlicher Zeitvertreib, den es in seinen Einzelteilen schon etliche Male gegeben hat – oftmals sogar in einer viel besseren und spaßigeren Variante. Negativ kommen dabei noch einige technische Fehler hinzu. Wer es verabsäumt hat, das Kickstarter Projekt zu backen und das Team von q-bit games trotzdem gerne finanziell unterstützen möchte, für den sind die handvoll Euros aber trotzdem gut angelegt. Vielleicht erscheint ja Holobunnies: The Bittersweet Adventure dann wirklich wie geplant nächstes Jahr – ich persönlich würde mich darüber sehr freuen.

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