Life Is Strange: Before the Storm im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 3
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5

Mir hat Erwachen, die erste Episode von Life Is Strange: Before the Storm, sehr gut gefallen. Sowohl die Hauptfigur, als auch die Nebenfiguren sind gut und glaubhaft geschrieben und besonders mochte ich auch die oft mehr, oft weniger subtilen Andeutungen auf bekannte Filmklassiker. Alles zusammen plus die starke Chemie zwischen Chloe und Amber sorgen dafür, dass ich mich trotz minimalistischem Gameplay auf die folgenden beiden Episoden freue

Summary 4.2 geil
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Life Is Strange: Before the Storm im Test

Mit Life Is Strange lieferte das französische Indie-Studio Dontnod eines meiner persönlichen Highlights des Jahres 2015.  Das im Episodenformat erschienene Adventure konnte durch tolle Figuren, schwierige Entscheidungen und einer spannenden sowie berührenden Story überzeugen. Kann auch das Prequel mit diesen Stärken punkten?

Verlust, Rebellion und das Erwachen tiefer Gefühle

Before the Storm ist das Prequel zu dem 2015 erschienen Adventure-Hit Life is Strange. Die erste Episode mit dem Titel Erwachen wurde vom Entwicklerstudio Deck Nine programmiert und ist nun für PC, Xbox One und PS4 erhältlich.

Im Mittelpunkt des Prequels steht die junge Chloe Price. Chloe ist 15 Jahre alt. Sie ist schlagfertig, intelligenter als sie bereit ist zuzugeben, leidenschaftliche Schulschwänzerin und fest entschlossen gegen jegliche Form von Autorität in ihrem Leben zu rebellieren. Bei ihrem leidenschaftlichen Kampf gegen Regeln und Einschränkungen hat sie in David ihre Nemesis gefunden. Der arbeitslose Kriegsveteran, derzeitiger Geliebter ihrer Mutter, versucht durch Strenge Chloe in ihre Schranken zu weisen. Hier finden wir eine der vielen Stärken von Erwachen: die komplexen Figuren. David wirkt zwar auf Anhieb unsympathisch, aber er meint es aus seiner vom Militär gezeichneten Perspektive gut mit ihr. Er hofft Chloe durch Strenge und Disziplin jene Stabilität in ihrem Leben wieder zu geben, die sie nach dem Unfalltod ihres Vaters verloren hat. Das Mädchen leidet sehr unter diesem Verlust. Daher betrachtet sie wiederum jeden Versuch ihren Vater ersetzen zu wollen als Akt der Aggression. Das macht David zu einem Fremdkörper in ihrem Leben, der abgestoßen werden muss. Hinzu kommt, dass David über das empathische und rhetorische Einfühlungsvermögen einer Dampfwalze verfügt. Daher sind intensive Streitgespräche vorprogrammiert.

Verlust spielt im Allgemeinen eine große Rolle in Chloes Leben. Auch ihre beste Freundin Maxime hat sie verlassen, da sie mit ihren Eltern nach Seattle gezogen ist. Über die Distanz die Freundschaft zu erhalten stellt sich als äußerst schwieriges Unterfangen heraus. Auch scheint es, dass Maxime keinerlei Interesse daran hat die Freundschaft zu erhalten. Warum sonst sollte Maxime kaum bis nie auf Chloes Nachrichten antworten?

Und so ist Chloes Alltag oft, auch wenn sie es nie zugeben würde, sehr einsam. Bis an den Tag an dem Rachel Amber in ihr Leben tritt. Eben jenes Mädchen dessen Schicksal im Vorgänger eine sehr zentrale Rolle einnahm.    

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Das Gameplay – Minimalistisch, aber nicht störend

Wie bei allen „cineastischen“ Adventures ist das Gameplay recht minimalistisch. Man erkundet mit Chloe mehrere Areale, lauscht ihren Gedanken zu diversen Objekten und Personen. Das Lesen von Notizen sowie das Führen von Dialogen gehören ebenso zum Gamingalltag wie die Gesprächs-Herausforderungen – bei diesem Feature handelt es sich um Dialoge in denen Chloe unter Zeitdruck ihren Kontrahenten verbal zur Schnecke machen muss, um ihr Ziel zu erreichen. Auch gilt es an manchen Stellen optional ein Graffiti zu hinterlassen. Womit auch Sammler ihre Freude haben dürften.

Für mich liegt der Reiz solcher Spiele allerdings nicht im Gameplay, sondern im Erleben der Geschichte. Es sind für mich mehr interaktive Comics als Spiele, deshalb funktionieren auch die meisten TellTale Games für mich sehr gut. Auch im Bezug auf den Preis finde ich die Spiele sehr in Ordnung,. kostet doch ein einzelner Band einer Comic-Serie oft so viel wie eine ganze Staffel eines TellTale-Games, ohne dabei die Interaktionsmöglichkeiten eines solchen zu bieten. Nicht falsch verstehen! Ich liebe Comics! Mit dem Geld, welches ich im Laufe der Jahre für sie ausgegeben habe könnte ich mir vermutlich einen Kleinwagen leisten. Doch üben diese cineastischen Adventures eben auch ihren eigenen Reiz auf mich aus und Life Is Strange: Before the Storm hat das Zeug eines der Stärksten seiner Art zu werden.

Auch wenn Life Is Strange: Before the Storm spielerisch mit altbewährtem Adventure-Gameplay daherkommt, bezweifle ich keine Sekunde, dass Erwachen der Auftakt einer verdammt starken Erzählung ist. Chloe ist eine sympathische, komplexe Figur. Hinter dem harten Auftreten verbirgt sich ein empathischer Mensch, der trotz allem Freude am Leben hat, das aber selbst manchmal nicht bemerkt.  

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Steuerung, Grafik und Soundtrack

Die Steuerung fällt wie für dieses Genre typisch etwas sperrig aus. Auch wirkt sie manchmal ungenau. Grafisch sollte  man keine Quantensprünge erwarten, allerdings fällt dies aufgrund des sympathischen Comicstil nicht schwer auf. Die Figuren sind liebevoll animiert. Auch die Umgebungen sind schön gezeichnet. Der Soundtrack gehört für mich zu einer der ganz großen Stärken von Life Is Strange: Before the Storm Die gewählten, meist mit Acoustic-Gitarren gespielten, Indie Tracks unterstreichen das Spielgeschehen perfekt und fügen die einzelnen Komponenten zu einem emotionalen Ganzen zusammen.

FAZIT

Mir hat Erwachen, die erste Episode von  Life Is Strange: Before the Storm, sehr gut gefallen. Sowohl die Hauptfigur, als auch die Nebenfiguren sind gut und glaubhaft geschrieben und besonders mochte ich auch die oft mehr, oft weniger subtilen Andeutungen auf bekannte Filmklassiker, wie zum Beispiel Blade Runner. Etwas das mir schon im Vorgänger gut gefallen hat. Ich weiß noch wie mein Cineasten-Herz höher schlug als ich damals am Spiegel der Mädchentoilette den Satz „Fire walk with me!“ gelesen habe. Neben dem starken Auftakt der Geschichte konnte Episode 1 auch durch den tollen Soundtrack bei mir punkten. Alles zusammen plus die starke Chemie zwischen Chloe und Amber sorgen dafür, dass ich mich trotz minimalistischem Gameplay auf die folgenden beiden Episoden freue.  

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