Master of Orion – Test
GRAFIK 3
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

Master of Orion punktet mit stimmungsvoller Präsentation, übersichtlicher Benutzeroberfläche und einem sanften Einstieg und richtet sich eher an Genre-Neulinge. Aber auch Fans des Originals haben nur wenig Grund zum meckern, obwohl einige Neuerungen, wie etwa die Echtzeitschlachten, nicht jedem gefallen werden und man den strategischen Anspruch nicht allzu hoch ansetzen sollte

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Master of Orion – Test

Der Orion ist ein Sternbild nahe am Himmelsäquator und wegen seiner Größe und seiner geraden Sternenlinie, dem Oriongürtel, auch für Laien unverwechselbar zu erkennen. Diese prominente Sternen-Konstellation ist aber auch Namensgeber für den Vorreiter aller 4X-Strategiespiel und einen der bekanntesten Vertreter des Genres: Master of Orion.

Master Of Orion gilt als Urvater aller 4X-Spiele und das nicht ohne Grund. Im Jahr 1993 veröffentlichte Alan Emrich im Computerspiele Magazin Computer Gaming World sein Preview zum Spiel und verwendete zum ersten Mal den Begriff 4X. Jedes der vier X stand für einen Aspekt des Spieles. In der ersten Phase musste der angehende Weltraum-Eroberer zunächst die Galaxie erkunden (EXplore). Die nächste Aufgabe war die Erweiterung des eigenen Einflussbereiches durch das Kolonisieren von weiteren Planeten oder anhand von diplomatischen Beziehungen (EXpand). In den eroberten Gebieten wurden dann Rohstoffe erschlossen und abgebaut oder mit befreundeten Zivilisationen gehandelt (EXploit). Das finale Ziel war es, sämtliche Feinde zu eliminieren (EXterminate). Vor allem der zweite Teil der Reihe verfeinerte das Spielprinzip anhand vieler Detailverbesserungen und gilt unter Fans als einer der besten Genrevertreter überhaupt. Nachdem sich Publisher Wargaming die Rechte sichern konnte, veröffentlichen sie nun mit dem Untertitel „Conquer the Stars“ eine quasi Neuauflage des Klassikers. Unterstützung haben sie sich dabei unter anderem von Jeff Dee geholt, der auch schon für das Design des Originals verantwortlich ist. Und eines schon vorweg: Der Aufwand hat sich gelohnt.

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Treffen der alten Bekannten

Am grundlegenden Spielprinzp hat sich natürlich nichts geändert. In einer riesigen Galaxie mit bis zu 100 verschiedenen Sternsystemen, jedes bestehend aus unzähligen Himmelskörpern und Sternen, startet der Spieler mit einem einzelnen Planeten sowie einer kleinen Flotte und versucht so schnell wie möglich sein Hoheitsgebiet zu erweitern. Kenner des Originals werden sich zudem gleich heimisch fühlen, denn alle 10 originalen Rassen aus dem Master of Orion von 1993 sind wieder mit dabei. Darunter auch Fan-Lieblinge wie die Silicoids oder Meklars. Für die Sprechrollen der einzelnen Völker konnte Wargaming sogar einige bekannte Schauspieler verpflichten wie etwa Mark Hamill, Alan Tudyk oder auch Robert Englund und als Narrator gibt es Michael Dorn alias Mr. Worf aus Star Trek zu hören. Insgesamt ist die akustische Untermalung auch abseits der englischen Synchronisation durchaus gelungen, auch wenn sich die Musikstücke relativ rasch wiederholen. Selbiges gilt für die Optik. Die unterschiedlichen Völker sind aufwendig designt, die Sternenkarte ist übersichtlich und grafisch ansprechend gestaltet und Galaxie-Neuigkeiten werden in Form einer News-Sendung witzig präsentiert. Auf Dauer fehlt es aber etwas an Abwechslung.

Spielerisch hält sich die Neuauflage sehr eng an das Original. Vielleicht sogar etwas zu sehr. Die überarbeitete Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt und verständlich, aber die einzelnen Aspekte wie Kolonieverwaltung, Diplomatie, Spionage sowie Forschung bieten lediglich Standardkost und wirken etwas sehr oberflächlich. Es gibt weder Quests, noch große Überraschungen oder Zufallsereignisse. Vor allem in der Mitte einer Partie wird der Spielablauf zunehmend eintönig.

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Schlachten in Echtzeit

Im Grunde genommen ist das neue Master of Orion: Conquer the Stars also nichts anderes als eine rundum erneuerte Version des alten Klassikers. Nur in einem Aspekt bricht das Spiel mit alten Traditionen: Den Weltraumschlachten. Kommt es auf der galaktischen Karte zu einem Kampf, darf man sich entscheiden, ob man den Ausgang der Auseinandersetzung automatisch berechnen oder selbst austragen will. Soweit nichts Neues. Wählt man die zweite Option wechselt Master of Orion auf das zweidimensionale Schlachtfeld. Hier werden die Gefechte dann, anders als im Original, in Echtzeit ausgefochten und man erteilt den eigenen Schiffen Kommandos wie etwa Geschwindigkeitsvorgaben, Formationsanordnungen oder Feuerbefehl. Insgesamt lassen aber auch hier die begrenzten, taktischen Möglichkeiten nur eine wenig variantenreiche Kriegsführung zu.

Wer außerdem Echtzeitschlachten à la Total War erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein. Ja mit größeren Flottenverbände wissen die Scharmützel optisch durchaus zu gefallen, aber die teilweise wirklich tolle visuelle Kulisse kann vor allem im späteren Spielverlauf nicht über spielerische Schwächen des neuen Kampfsystems hinwegtäuschen. Zwar kann man wie gehabt seine Raumschiffe mit erforschten Technologien aufwerten und sogar komplett neue Schiffstypen designen, aber die Einheiten gewinnen beispielsweise nicht an Erfahrung oder verfügen über keine einzigartigen Spezialfähigkeiten, sodass deren Verlust keine Emotionen beim Spieler auslöst. Irgendwann geht man dazu über, die Schlachten vom Computer automatisch berechnen zu lassen.

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FAZIT

Fans von 4X-Strategiespiele haben es derzeit gut, denn nach dem ausgezeichnetem Stellaris ist mit Master of Orion: Conquer the Stars ein weiterer sehr guter Genre-Vertreter innerhalb kürzester Zeit erschienen. Und beide Spiele haben ihre Berechtigung, denn während sich das Spiel aus dem Hause Paradox Interactive eher etwas für erfahrenere Weltraum-Eroberer ist, punktet das neue Master of Orion mit stimmungsvoller Präsentation, übersichtlicher Benutzeroberfläche und einem sanften Einstieg. Damit richtet sich die Neuauflage des Klassikers eher an Genre-Neulinge. Aber auch Fans des Originals haben nur wenig Grund zum meckern, obwohl einige Neuerungen, wie etwa die Echtzeitschlachten, nicht jedem gefallen werden und man den strategischen Anspruch nicht allzu hoch ansetzen sollte. Das Resultat ist eine sehr gute Neuauflage – das Original (und damit meine ich Master of Orion II) bleibt aber dennoch eine Klasse für sich.

Übrigens: Die Collector’s Edition enthält neben der exklusiven Rasse, den Terran Khanate, auch noch einen wunderschönen orchestralen Soundtrack sowie ein detailliertes Artbook. Das Beste ist aber, dass man ebenso die Originalversionen von Master of Orion 1, 2 und 3 gratis dazu bekommt. Alle 4X Fans die mit der Neuauflage nichts anfangen können, sollten schon alleine wegen dieser Klassiker zugreifen.

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