Minecraft Dungeons im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 2
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 2

Obwohl das Pixel-Abenteuer mehr Spaß bringt als eigentlich erwartet, ist die Dauer des Spieles viel zu schwach bemessen, und der Schwierigkeitsgrad fast gar nicht vorhanden

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Minecraft Dungeons im Test

Knapp 11 Jahre ist es bereits her, seit das Open-World-Spiel Minecraft erstmals das Licht der Welt erblickte. Was als kleine Alpha-Version in den 2009er Jahren startete, hat sich mittlerweile mit über 200 Millionen Exemplaren zu dem meistverkauften Spiel der Welt entwickelt. Nun möchten die Entwickler einen Schritt in neue Gefilde wagen – und schicken mit Minecraft Dungeons erstmal ein Action-RPG in den Ring. Kann sich das neue Abenteuer gegen große Kontrahenten wie Diablo, Torchlight, Path of Exile und Co. beweisen, oder gilt doch eher: „Schuster bleib bei deinen Leisten?“

Buntes Metzeln im allseits-bekannten Pixel-Stil

Ob eingesessener Vollblut-Gamer, oder liebevoller Feierabendspieler – so gut wie niemand kam in den letzten Jahren um den Giganten Minecraft herum. Über die Jahre konnte das Open-World-Spiel Millionen Fans aller Altersgruppen sammeln, und ist bis heute auf jeglichen großen Plattformen wie YouTube oder Twitch einfach nicht mehr wegzudenken. Nun wagt sich mit Minecraft Dungeons das Entwicklerteam erstmals in eine andere Richtung – und damit in die „Höhle der Löwen“ der Action-RPGs. Damit ist das Grundprinzip des Spieles auch sehr schnell erklärt: auf zufällig generierten Ebenen gilt es möglichst viele Monster zu besiegen, und dabei kräftigen Loot abzustauben! An diesem Prinzip rüttelt auch Minecraft Dungeons nicht im Geringsten.

Die Geschichte bleibt dabei in Minecraft Dungeons – wie auch von manch anderen Action-RPGs gewohnt – sehr seicht, und stellt lediglich eine kleine Einführung dar. Ein abtrünniger Dorfbewohner hätte sich eines mächtigen Artefaktes angenommen, und zieht nun mit seinem Räuber-Gefolge einmal quer durch das Land. Natürlich gilt es, den frisch gekürten Bösewicht ausfindig zu machen und zu schnappen! Das war’s aber auch schon – und mehr Details erhalten wir auch in den folgenden Stunden nicht.

Dabei waren sowohl Grafik als auch Sound von der ersten Sekunde des Abenteuers an durchaus ansprechend. Beides trug durchgehend die typische Minecraft-Handschrift, und schuf eine angenehme Atmosphäre. Besonders die Lichteffekte gefielen mir dabei sehr gut – wie auch im folgenden Screenshot zu sehen. (Wobei man dabei aber auch sagen muss: ob pixelig oder nicht – ein Lagerfeuer schafft immer emotionale Momente!).

Die Welt von Minecraft Dungeons ist bunt und kreativ!

Quadratischer Kampf gegen das Böse

Nach einem ersten Tutorial stürzte ich mich sofort ins Abenteuer. Meinem Charakter stand dabei ein kleines Arsenal an Waffen zur Verfügung. Ich erhielt sowohl eine Nahkampf- als auch eine Fernkampfwaffe, und natürlich steht auch ganz viel typische Rüstung zur Verfügung. Ergänzt wird das Waffen-Set durch sogenannte „Artefakte“. Diese stellen die unterschiedlichsten Kräfte dar, welche der Charakter beim bunten Metzeln nutzen kann. Dabei stehen immer drei Plätze für Artefakte zur Verfügung, welche von dem Spieler individuell angepasst werden können. So kann der Charakter Feuerpfeile verschießen, sich schneller bewegen, oder auch Blitze entfesseln.

Die einzelnen Missionen des Spiels lassen sich auf einer großen Karte auswählen und bieten diverse Belohnungen. So schnetzelte ich mich also just durch die bunten Ebenen, um meine Sammlung an Fähigkeiten zu vervollständigen und wertvollen Loot abzugrei- … ähm, ich meine natürlich um das Böse aufzuhalten! Die Dungeons waren dabei sehr linear aufgebaut, und man musste nicht wie in manch anderen Ablegern ewig nach der nächsten Treppe bzw. dem nächsten Ausgang suchen. Dies gefiel mir an sich sehr gut, reduzierte jedoch dabei stark die Möglichkeit die Gegend wirklich zu erkunden, und dabei auf Rätsel oder Überraschungen zu treffen.

„Minecraft Dungeons“… ohne Minecraft?

Vermissen durfte man in Minecraft Dungeons auch erstaunlicherweise… das namensgebende Minecraft?! Denn klar – Aussehen, Charaktere und Atmosphäre ziehen dich sofort in die typische Pixelwelt hinein! Wenn es jedoch um das eigentliche Spieldesign der Dungeons an sich ging, sah ich leider an vielen Ecken ein großes, verschwendetes Potential. Denn gerade Minecraft lebt doch davon, den Spielern und ihrer Kreativität freien Lauf zulassen. Vielleicht hätte ich mir deswegen auf bei Minercraft Dungeons einen ähnlichen Zugang gewünscht. Gerade in so einem Setting hätte es zahlreiche Möglichkeiten gegeben, als Spieler mit der Umwelt zu interagieren.

Die berühmten Blöcke hätten sich öffnen lassen können, um geheime Ausgänge, Rätsel oder Fallen freizulegen, oder durch das Verschieben von Blöcken Übergänge oder Brücken zu schaffen. Gerade von einem Spiel der Minecraft-Schöpfer, hätte ich mir hier einfach einen eher unkonventionelleren Ansatz an das ganze Genre gewünscht. Denn eigentlich brauche ich definitiv keinen „pixeligen Diablo-Klon“ – ein Action-RPG mit eigenen Einflussmöglichkeiten wäre definitiv eine ganz andere Partie gewesen!

Leider boten die einzelnen Dungeons des Spiels auch wirklich nur wenig Herausforderung. Denn auch wenn ich es mochte, dass die Wege direkt aufgebaut waren, lässt es doch das Gefühl vermissen, sich einen Ausgang wirklich hart zu erarbeiten. Die Gegner sind keine große Herausforderung. Die Umgebung stellt kaum Gefahren dar. Fallen oder neutrale Gefahren, wie Sensen oder Bodenfeuer, sucht man hier vergebens. Gleichzeitig waren die Runs auch stets nur von wirklich SEHR kurzer Dauer. Die einzelnen Missionen dauerten meist nur wenige Minuten. Die restliche Zeit verbringt man in einem neutralen Lager. Dort kann man diverse Händler aufsuchen und sich an Trainingspuppen üben. Leider eher weniger spannend!

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FAZIT

In den letzten Jahren haben andere Ableger der Action-RPG Sorte wie Diablo oder Path of Exile immer einen Platz in meinem Herzen ergattert. Dementsprechend groß sind normalerweise meine Erwartungen an Ableger dieser Art. Dennoch versuchte ich, so offen wie möglich an Minecraft Dungeons heranzugehen. Und dies hatte sich gelohnt: hat mich das Spiel doch positiv überrascht. Ich hatte definitiv viel mehr Spaß als erwartet daran, mich durch die Level zu schnetzeln. Dabei sei gesagt, dass es gemeinsam mit mindestens einem Freund noch lustiger war – wie es doch oft bei Spielen mit Multiplayer-Modus der Fall ist. Die ganze Atmosphäre aus Umgebung und Musik passte ganz gut zusammen, die Kämpfe waren leicht, aber amüsant. Leider war die Schwierigkeit so gar keine Herausforderung, der gefundene Spaß aufgrund der kurzen Runs sehr kurzweilig. Selbst die Auswahl der Artefakte war sehr begrenzt. Nach nur wenig Spielzeit, hatte man hier schon sein gesamtes Arsenal freigeschalten, und wenig Anreiz noch weiterzuspielen. Auch wenn man grundsätzlich mit der Minecraft Grafik und dem gesamten Gefühl des „großen Bruders“ wenig anfangen kann, wird man mit Minecraft Dungeons wenig Spaß haben, und Zeit und Geld besser in andere Ableger investieren.

Ich kann mir aber definitiv vorstellen, dass Minecraft Dungeons vor allem einer jüngeren Zielgruppe Spaß machen kann. Es könnte auch sehr gut dafür geeignet sein, Kinder oder Jugendliche erstmals in die Welt der Videospiele einzuführen. Der Zugang ist sehr leicht erlernt, und die Level sehr einfach aufgebaut. Man kann sofort los starten, und hangelt sich schnell von Ebene zu Ebene. Für mich als Veteran der Action-RPGs war es definitiv mehr Spaß als erwartet. Der Wiederspielfaktor ist aufgrund der mangelnden Schwierigkeit, und der wirklich kurzen Missionen, leider aber eher gering.

Was ist Minecraft Dungeons? Ein buntes Action-RPG im Minecraft-Stil.
Plattformen: PC, XBOX One, Nintendo Switch, PlayStation 4
Getestet: auf PC, Intel Core i7-2600K, 16GB RAM, NVIDIA GTX 1080
Entwickler / Publisher: Mojang Studios, Double Eleven
Release: 26 Mai 2020
Link: Offizielle Webseite

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