Mushroom Wars 2 im Test
GRAFIK 3
SOUND 3
HANDLING 3
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 2

Mushroom Wars 2 erinnert mich irgendwie an den Klassiker Lemmings, erreicht aber trotz ähnlichem Wuselfaktor nicht dessen originellen Charme und vor allem nicht dessen Spieltiefe. Trotzdem kann man dem ungewöhnlichen Genremix ein gewisses Maß an kurzweiliger, spaßiger Unterhaltung nicht abstreitig machen

Summary 2.8 passt
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 3
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 3
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Summary 3.8 stark

Mushroom Wars 2 im Test

Es gibt diese schöne Redensart „Wie Schwammerl aus dem Boden schießen“. Ich selbst wäre niemals auf die Idee gekommen, daraus ein Spiel zu machen – der kleine, auf Mobile-Games spezialisierte, Indie-Entwickler Zillion Whales aber schon. Nach Mushroom Wars und Mushroom Wars: Space! kommt nun Teil zwei der ungewöhnlichen Kombination aus RTS sowie Tower Defense und die eingangs erwähnte Redensart, ist dabei Programm.

Das Spielprinzip von Mushroom Wars 2 ist schnell erklärt: Es gibt Pilze die produzieren kleinere Pilze und mit diesen kann man andere Pilze erobern. Gewinner ist jener Spieler, der alle gegnerischen Pilze eliminiert hat. Weil man von dieser Erklärung aber Schwammerl im Kopf bekommen kann, noch einmal etwas ausführlicher. Auf einem bildschirmumfassenden Spielfeld stehen sich zwei bis vier Parteien gegenüber. Jede hat als Ausgangsbasis zumindest ein Dorf in Form eines größeren Pilzes. Dieser erzeugt kontinuierlich im Sekundentakt kleinere Pilze. Zusätzlich zu diesen Einheiten-produzierenden Bauwerken gibt es noch Türme, die einen definierten Perimeter verteidigen, sowie Schmieden, welche unsere Kämpfer mit rudimentären Kriegswerkzeug ausstatten. Alle Gebäude können in drei Stufen ausgebaut werden, wofür wiederum kleinere Pilze dran glauben müssen. Das Dorf steigert dadurch das Einheiten-Limit und produziert die kleinen Helfer auch schneller, bei den Verteidigungsanlagen wird die Feuerkraft und der Wirkungskreis erhöht und die Schmiede produziert besseres Kampfgerät. Will man ein Gebäude erobern, muss man nur eine möglichst hohe Anzahl an gefolgstreuen Pilzen in Richtung des Angriffszieles schicken. Sind dort quantitativ sowie qualitativ weniger Einheiten stationiert, als man selbst losgeschickt hat, dann wird das Gebäude unter euer Kommando gestellt.

Eine aggressive Rush-Taktik bringt zwar durchaus Vorteile und ist meist auch zielführend, jedoch sollte man dabei nicht auf den Schutz der eigenen Gebäude vergessen. Weil die Balance zwischen Angriff und Verteidigung fast nie gelingt, wechseln die Objekte während einem Duell meist mehrmals den Besitzer. Mushroom Wars 2 ist somit kein Spiel für Strategen und Planer, sondern viel mehr für blitzschnelle Taktiker mit  einem gutem Koordinationsvermögen und flinken Fingern.

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Pilz-Sammlung

Mit dieser Spielmechanik bestreitet man dann die rund 100 Missionen umfassende Einzelspielerkampagne von Mushroom Wars 2. Diese ist in vier Abschnitte unterteilt und wird jeweils von einem vorgegebenen Held eines der ebenfalls vier verschiedenen Stämme bestritten. Leider gestaltet sich diese aber lediglich als eine Abfolge verschiedener Maps, mit fast immer den gleichen Aufgaben: Eliminierung eines Gegners oder das Erobern von vorgegebenen Objekten. Etwas aufgelockert wird der Spielverlauf durch Endgegner-Kämpfe, wobei sich diese Bosse aber eher als interaktive Map-Elemente entpuppen, wie etwa ein Frosch, der vorbeilaufende Pilze mit seiner langen Zunge aufschleckt. Aufgrund ihres eher repetitiven Charakters wird die Einzelspielerkampagne ziemlich schnell langweilig.

Deswegen stürzt man sich nach einer kurzen Aufwärm-Phase am besten gleich in den Mehrspielermodus. Dort darf man dann zunächst aus einer Gruppe von insgesamt zwölf verschiedenen Helden auswählen. Jeder davon hat vier bestimmte Spezialfähigkeiten wie etwa erhöhte Geschwindigkeit, Bombenangriffe oder Sabotage-Aktionen. Um diese einsetzen zu können, muss die Energieleiste am unteren Bildschirmrand entsprechend aufgefüllt sein. Die steigt kontinuierlich an, etwas schneller wenn viele eigene Einheiten sterben. Mushroom Wars 2 bietet drei verschiedene Spielmodi. Conquest entpuppt sich als das obligatorische Death Match und in Domination gilt es alle Spezialgebäude einer Map zu erobern. Bei King of the Hill gibt es nu ein solches Gebäude, hat man dieses erobert, wird ein Punktezähler kontinuierlich verringert und der Spieler, der als erstes bei null angelangt ist, hat gewonnen.

Eine Mehrspieler-Partie in Mushroom Wars 2 dauert meist nicht sehr. Das liegt vor allem daran, da das Match meistens schon in den ersten Minuten entschieden wird. Hat man ein wichtiges Gebäude verloren oder war der Gegner einfach schneller, dann bleibt meist nix anderes übrig als die weiße Fahne zu hissen. Nur sehr selten habe ich wirklich spannende Partien erlebt, wo bis zu letzten Pilz gekämpft wurde. Wie gut das Balancing der Helden ausgefallen ist, lässt sich deswegen nur schwer einschätzen. Ich vermute aber mal, dass Charaktere mit einem Speed-Bonus klar im Vorteil sind.

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Funghi mit ohne alles

Im Vergleich zum Vorgängern hat sich Mushroom Wars 2 rein optisch deutlich gesteigert. Vor allem die handgezeichneten Charakter-Portraits sind wundervoll ausgearbeitet und wenn dann 4000 kleine Pilze über den Bildschirm wuseln, sieht das schon ganz hübsch aus. Der Sound dudelt angenehm im Hintergrund und passt perfekt zur restlichen Präsentation. Weiters bietet das Spiel „Volle Controllerunterstützung“. Weil aber das ganze Gameplay auf die Touch-Screens der Mobile-Ableger ausgelegt ist, spielt es sich mit Maus und Tastatur wesentlich flüssiger. Abstriche muss man auch bei der Lokalisierung machen. Anders als bei der iOS und Android-Version gibt es keine deutschen Bildschirmtexte. Insgesamt wirkt das Spiel noch nicht ganz fertig. Der Koop-Modus entpuppt sich als 2 vs 2 Duell, es gibt noch kleinere Bugs und der angekündigte lokale Mehrspieler-Modus hat es gar nicht in das fertige Spiel geschafft. Der soll aber laut Entwickler zumindest demnächst noch kommen.

FAZIT

Mushroom Wars 2 erinnert mich irgendwie an den Klassiker Lemmings, erreicht aber trotz ähnlichem Wuselfaktor nicht dessen originellen Charme und vor allem nicht dessen Spieltiefe. Aufgrund minimaler Spielelemente wird die Kampagne schnell langweilig und der Mehrspielermdodus leidet noch an diversen Kinderkrankheiten. Trotzdem kann man dem ungewöhnlichen Genremix ein gewisses Maß an kurzweiliger, spaßiger Unterhaltung nicht abstreitig machen. Mushroom Wars 2 ist zwar kein Spiel, welches mir lange im Gedächtnis bleiben wird, aber definitiv ein lustiger Pausenfüller für Zwischendurch.

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