Need for Speed Rivals
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 5
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 4

Mit packenden Verfolgungsjagden, einem schweißtreibenden Punktesystem und gelungener Online-Einbindung überzeugt „Need for Speed: Rivals“ beinahe auf ganzer Linie, präsentiert sich als bester Serienteil seit Jahren, der gelungen altbekannte Stärken mit neuen Elementen mischt. Ohne der lachhaften Story und mit mehr Liebe zum Detail hinsichtlich der PC-Portierung wäre sogar noch mehr drinnen gewesen

Summary 4.0 geil
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 3
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Summary 3.4 stark

Need for Speed Rivals

Cops gegen Raser – das ist doch der Geist vom ursprünglichen, wahren „Need for Speed“. Oder etwa nicht? Nach einigen mäßig überzeugenden Experimenten besann sich Publisher Electronic Arts offenbar auf alte Stärken und orientierte sich am gelungenen „Hot Pursuit“. In „Need for Speed: Rivals“ stehen nun erneut wilde Verfolgungsjagden im Mittelpunkt, garniert mit einer offenen Welt und packenden Online-Duellen.

Das neu gegründete Entwicklerteam Ghost Games, das überwiegend aus ehemaligen Criterion-Mitarbeitern („Burnout Paradise“) besteht , liefert nicht zuletzt dank der Frostbite-3-Engine ein hübsches Spieledebut ab; zahlreiche Details, ein fließender Tag-Nacht-Zyklus und gute Wettereffekte sorgen für ein idyllisches Zusammenspiel – wären da nicht die beinharten Straßenrennen. Während man auf schier endlos langen Straßen (das Straßennetz ist gut 150 Kilometer groß) durch Wälder, Wüsten, Städte und Felder vorbei rast, fühlt man sich nicht selten an Kalifornien erinnert. Und solang man auf der Piste ist, gibt es keine wirkliche Pause-Funktion: die dynamische Welt läuft im Hintergrund weiter. Dafür gibt’ s auch keine lästige Warterei in der Lobby – die Action mit fünf weiteren Fahrern geht praktisch sofort los. Kopf-an-Kopf-Rennen und  Verfolgungsjagden mit dem Polizeiauto sind gegen menschliche Gegner natürlich noch spannender. Allerdings sind sechs Fahrer nicht gerade viel für so eine große Welt; da wäre zumindest am PC mehr drin gewesen. Ironischerweise ist ausgerechnet für Solisten die Online-Integration ein besonderer Gewinn: und plötzlich hängt einem der spielbegeisterte Arbeitskollege am Heck. Wer möchte, kann selbstverständlich auch offline über den Asphalt flitzen; allerdings muss man dann mit dem altbekannten Gummiband-Effekt leben – richtig weites Abhängen geht nicht. Dafür setzt die Künstliche Intelligenz Waffen effektiv ein und ist auch fahrtechnisch erstaunlich aggressiv unterwegs. So ist beinahe jedes Überholmanöver harte Arbeit und sorgt für einen ordentlichen Adrenalinschub.

Gameplay

Am Anfang der Kampagne stehen Cop und Raser zur Wahl (später darf regelmäßig gewechselt werden). Wer sich für den Ordnungshüter entscheidet, muss in erster Linie Raser verhaften. In „Rivals“ bedeutet das, den Wagen des Gegners zu zerstörten – sei es durch brachiales Rammen oder geschickten Einsatz von EMP-Impulsen, damit der Verfolgte die Kontrolle über seinen Wagen verliert. Spezielle Ausrüstung wie die Schockramme oder die altbewährten Nägelbänder runden die Zerstörungsorgie ab.

Als Raser werden Konkurrenten gezielt abgeschossen, der Nitro-Boost wird vorzugsweise kurz vor dem Ziel gezündet. Drängeln, Rammen und Zerstören heißt das Spielkonzept – und darauf sollte man sich unbedingt einstellen. Deshalb gibt es im HUD eine Anzeige, um den Zustand des Wagens stets im Auge zu behalten. Repariert wird nur, wenn eine der Tankstellen passiert wurde, die natürlich abseits der Ideallinie liegen. Eine taktische Frage, die für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt: spiele ich auf Sicherheit oder fahre ich mit deinem fast komplett zerstörten Auto weiter?

Die Story, die an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist, beachtet man besser nicht weiter. Klar, um die Geschichte geht’s in einem Rennspiel eigentlich nicht; ein bisschen Mühe hätte man sich dennoch geben dürfen.

Egal für welche Seite man sich entscheidet, die Kampagne läuft spielerisch ähnlich ab: Aufträge wie „Ramme fünf Autos“ oder „Verhafte drei Raser“ sind die Regel. Praktischerweise können diese sowohl gegen den Computer als auch gegen Freunde in Angriff genommen werden; nach und nach werden immer mehr Herausforderungen auf der Karte freigeschalten. Nach erledigtem Job geht’s in die Werkstatt (Raser) oder in die Einsatzzentrale (Cop), um sich eine Pause zu gönnen und Belohnungen abzustauben: Upgrades, diverse Tuningoptionen und nicht selten sogar ein brandneues Auto. Während Cops einfach aus dem erweiterten Fuhrpark wählen, müssen Raser ihre hart erkämpften Punkte für neue Luxusschlitten eintauschen. Dafür zahlen sie deutlich weniger für Tuning und Waffen als die Ordnungshüter – eine ausgleichende Gerechtigkeit gewissermaßen. Apropos Autos: Während in Simulationen wie „Forza Motorsport“ oder „Gran Turismo“ anfangs nur mäßig spannende Vehikel zur Verfügung stehen, klotzt „Need for Speed: Rivals“ gemäß der Serientraditon bereits zu Beginn – um sich später noch ordenlich zu steigern, wohlgemerkt. Ein weiteres Plus sind die Edelkarossen von Porsche; die gibt’ s dank der aggressiven Lizenzpolitik von Electronic Arts nur hier.

Das Fahrverhalten ist so, wie man sich das von einem Arcade-Racer erwarten darf: Gas geben und möglichst unkompliziert driften. Die spielerischen Unterschiede zwischen den Autos sind weniger stark ausgeprägt als bei oben genannten Simulationen, sind aber nichtsdestotrotz spürbar.

Waghalsige Naturen freuen sich über ein neues taktisches Element, das in puren Nervenkitzel ausarten kann: Durch ausgedehnte Fahrten schießen einerseits die Punkte dank sich steigerndem Multiplikator in ungeahnte Höhen (der Fahndungslevel tut es ihm übrigens gleich), andererseits sind alle Punkte weg, falls man den Unterschlupf nicht erreicht, das Auto vorher also zu Schrott wird. Das frustriert! Für Cops hält sich die Katastrophe eher in Grenzen, besitzen Punkte für sie doch weniger an Bedeutung.

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Technik

Für eine durchwegs schöne Optik, guten Details bei Autos, Umgebung und Lichteffekten sorgt die gelungenen Einbindung der Frostbite-3-Engine (u.a. Battlefield 4). Dafür gibt’ s – genau wie bei allen Konsolenversionen – nur 30 Frames pro Sekunde, was sehr ärgerlich ist. Sicher, das Ganze soll möglichst überall stabil laufen; dennoch hätte es für High-End-Rechner eine entsprechende Option geben müssen. Auch sonst hat man sich nicht sonderlich viel Mühe bei der Umsetzung auf PC gegeben: Lenkrad wird nicht unterstützt, nicht einmal Kantenglättung darf aktiviert werden. Dennoch ist es ein flüssiger Spaß geworden, das Geschwindigkeitsgefühl geht in Ordnung und es sieht noch einen Tick besser aus als die Versionen auf Konsole.

Der Sound überzeugt zudem auf ganzer Linie, ohne jemals aufdringlich zu sein: Motoren- und Sirenengeheul, treibende Elektro-Beats. Passt.

FAZIT

Mit packenden Verfolgungsjagden, einem schweißtreibenden Punktesystem und gelungener Online-Einbindung überzeugt „Need for Speed: Rivals“ beinahe auf ganzer Linie, präsentiert sich als bester Serienteil seit Jahren, der gelungen altbekannte Stärken mit neuen Elementen mischt. Ohne der lachhaften Story und mit mehr Liebe zum Detail hinsichtlich der PC-Portierung wäre sogar noch mehr drinnen gewesen.

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