Rise & Shine – Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
STORY 4
MOTIVATION 4

Rise & Shine ist ein teilweise wirklich frustrierend schwieriger Arcade-Shooter mit Puzzle-Elementen, schafft aber dank tollem Level- und Gegnerdesign dennoch zu jederzeit den Spagat zwischen Frust und Motivation

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Rise & Shine – Test

Rise & Shine sieht aufgrund der knallbunten Comic-Optik auf den ersten Blick wie ein kindgerechter 2D-Plattformer aus. Ist er aber nicht. Das liegt zum einem an dem teilweise frustrierend hohen Schwierigkeitsgrad und zum anderen an der etwas übertrieben, blutigen Gewaltdarstellung. Typisch für den Publisher Adult Swim.

Im US-amerikanischen Fernsehen teilen sich die beiden Sender Cartoon Network und Adult Swim eine gemeinsame Frequenz. Während Erster hauptsächlich Cartoons und japanische Animes für Kinder sendet, richten sich die Zeichen- und Puppentrickfilme von Adult Swim hauptsächlich an ein erwachsenes Publikum. Zu seinen bekanntesten Serien zählen Robot Chicken sowie Rick & Monty. Im Jahr 2005 begründete die Partnerschaft mit Midway Game den Einstieg ins Videospiel-Publishing Business. Dabei konzentriert sich das Unternehmen hauptsächlich auf Mobile-Spiele und kleinere Indiegames wie etwa Super House of Dead Ninja oder Fist Puncher. Mit Rise & Shine vom kleinen Entwicklerteam Super Awesome Hyper Dimensional Mega Team steht nun ein weiterer Titel des Publishers im Handel. Mit seiner Mischung aus Arcade-Shooter, Bullet Hell Game und Puzzle Plattformer-Elementen ist auch hier das Zielpublikum der Erwachsene Spieler, insbesondere erfahrene Hardcore-Gamer.

Dabei verschlägt es uns auf den Planeten Gamearth, der Heimat vieler klassischer Videospiel-Charaktere. Da betreibt etwa ein gewisser Herr Freeman ein Geschäft in der Mall, Flappy Bird fliegt John Woo-mäßig mit einem Schwarm weißer Tauben und ein Typ der aussieht wie der Typ aus Zelda (jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden und/oder fiktiven Charakteren ist dabei sicherlich total (un)beabsichtigt) wird dort nur als der „legendäre Krieger“ bezeichnet. Dieser ist auch gleich der Erste, welcher bei der plötzlichen Invasion der kriegsliebenden Weltraumsoldaten vom Planeten Nexgen sein Leben lassen muss. Bevor er das aber tut, übergibt er noch die heilige Waffe Shine dem kleinen Jungen Rise, wodurch das Schicksal der beiden von da an unzertrennlich verbunden ist. Kann das ungleiche Team die Invasion aufhalten?

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Rise und Schweiß

Rise & Shine mit wenigen Worten zu beschreiben ist etwas schwer. Am besten wir nehmen zu Beginn die Arcade-Shooter Elemente von Spielen wie Contra, Metroid oder Metal Slug her, dann haben wir auch schon mal das Grundprinzip gut erklärt. Ihr rennt also meist von links nach rechts und ballert alles ab, was euch in die Quere kommt. Das alleine wäre aber zu wenig, denn anhand der zahlreichen, aufrüstbaren Fähigkeiten von Shine, kommen auch Rätselaufgaben hinzu. Und darüber hinaus gibt es natürlich auch klassische 2D-Plattformer-Elemente, denn der kleine Junge Rise kann natürlich all das, was ein typischer Jump&Rund Held können muss: Also laufen, springen und hinter Objekte in Deckung gehen. Aber erst sein Pistolenfreund verleiht ihm die Fähigkeiten die er zum Aufhalten der Invasion benötigt. Nicht nur, dass er damit seine Feinde ausschalten kann, betätigt er etwa beim Hüpfen zusätzlich den Abzug, bekommt er durch den Rückstoß einen Boost und springt dadurch noch etwas höher.

Hirnbefreit durch die Levels zu laufen und alles niederzuballern funktioniert aber nicht. Shine verfügt zwar über unendlich viel Munition, muss aber nach einer bestimmten Anzahl an Schüssen immer wieder nachladen. Das dauert stets ein paar Sekunden und während dieser Zeitspanne ist man seinen Gegnern mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert. Zwar gibt es hin und wieder versteckte Items mit denen man das Fassungsvermögen des Magazins erweitern kann, aber ständig auf Dauerfeuer schalten geht trotzdem nicht. Weiters findet man im Lauf des Spiels diverse Upgrades für Shine. Da wäre etwa ziemlich zu Beginn ein Ziellaser oder verschiedene Munitionsarten, die entsprechend mehr Schaden an bestimmten Gegnertypen anrichten. Am bemerkenswertesten ist aber das RC-Bulletin Add-On. Mit diesem Upgrade ist es möglich die Kugel nach dem Abfeuern innerhalb eines gewissen Radius zu steuern. Damit kann man dann nicht nur aus sicherer Distanz Feinde ausschalten, sondern auch schwer erreichbare Knöpfe aktivieren. Die verschiedenen Munitionsarten zusammen mit diversen Schalterrätseln erfordern somit vom Spieler nicht nur schnell Finger und gutes Timing, sondern auch etwas Kopfarbeit.

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Shine und Pein

Ach, wie habe ich mich gefreut, als ich nach gefühlten tausend Toden scheinbar den ersten Endgegner erledigt habe, nur um Sekunden später draufzukommen, dass ich die Prozedur, die zum vermeintlich Ableben des Riesenroboters geführt hat, insgesamt drei Mal wiederholen muss. Das war deprimierend, aber gleichzeitig auch umso befriedigender als ich dann den Gegner endgültig besiegt habe. Dabei dient der erste Boss lediglich als Einstieg, den mit fortlaufendem Spielverlauf steigt der auch der Schwierigkeitsgrad gnadenlos an. Ja, Rise & Shine ist teilweise wirklich frustrierend schwer, schafft aber dank tollem Level- und Gegnerdesign dennoch zu jederzeit den Spagat zwischen Frust und Motivation. Einzig das Speichersystem sollten die Entwickler nochmals überdenken. Die Respawn-Punkte innerhalb eines Abschnittes sind zwar sehr human gesetzt, dennoch wusste ich nie, ob mein Spielfortschritt gespeichert wurde oder ob ich bei der nächsten Session das ganze Level nochmals von vorne beginnen muss. Da würde etwas mehr Transparenz nicht schaden.

Wirklich sehr gut gelungen ist die PC-Steuerung. Nachdem Rise & Shine  auch für XBox One erscheint, gibt es natürlich die obligatorisch Gamepad-Unterstützung, aber das Dirigieren der Spielfigur mit Tastatur und Maus steht dem um nichts nach. Im Gegenteil, das Zielen mit Shine funktioniert dank Maus sogar um einiges flüssiger und präziser. Und natürlich können sämtliche Tasten frei konfiguriert werden. Sehr vorbildlich, dass man hier die PC-Besitzer nicht vernachlässigt. Optisch trifft das Spiel genau meinen Geschmack: knallbunte, handgezeichnete Grafiken mit schrägem Humor und zahlreichen Anspielungen auf diverse Computer- und Videospielklassiker. Dafür gibt es keine Sprachausgabe – das würde aber zu der Präsentation im Comic-Stil auch nicht wirklich passen.

Fazit

Ja, ich habe oft geflucht und mein Controller war schon mehrmals kurz davor an die Wand geschmissen zu werden und trotzdem habe ich immer weiter gespielt. Genau so soll aber ein Spiel für mich sein: Herausfordernd, aber immer mit der Gewissheit, dass man mit der richtigen Taktik um dem perfekten Timing jeden Gegner besiegen kann. Dazu kommt noch, dass der Humor und die detailverliebte Optik von Rise & Shine bei mir genau ins Schwarze trifft. Ich mag das Spiel, trotz kleinerer Macken sowie der relativ kurzen Spielzeit und kann es jedem der ein Faible für intelligente Arcade-Shooter hat, nur wärmstens empfehlen.

 

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