Shadow Tactics: Blades of the Shogun – Test
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HANDLING 5
STORY 4
MOTIVATION 5

Alles ist besser mit Ninjas! Scheinbar auch Echtzeit-Taktik, denn denn sehr viel zu bemängeln gibt es bei Shadow Tactics: Blades of the Shogun nicht wirklich. Dank abwechslungsreicher Missionen, vorbildlicher Benutzerführung und forderndem Schwierigkeitsgrad ist es die neue Genre-Referenz!

Summary 4.2 geil
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Shadow Tactics: Blades of the Shogun – Test

Alles ist besser mit Ninjas! Vermutlich sind die Entwickler von Mimimi Productions der gleichen Meinung und haben deshalb für ihr neues Echtzeit- Taktik Spiel weder den Zweiten Weltkrieg noch ein Western-Szenario gewählt, sondern verlagern das Spielgeschehen in das feudale Japan. Und eines kann man schon einmal vorweg sagen – Shadow Tactics: Blades of the Shogun kann sich nicht nur aufgrund des unverbrauchten Szenarios gegen die bislang unangefochtene Genrekönige Commandos und Desperados mühelos durchsetzen.

Bis Mitte der Neunziger waren Taktikspiele primär rundenbasiert. Erst das spanische Entwicklerteam Pyro Studios kombinierte die bisher bekannten Bestandteile mit einer Echtzeit-Komponente. Commandos: Hinter feindlichen Linien war das erste Spiel dieser Art und gilt heute nicht nur als Begründer des gesamten Subgenres der Echtzeit-Taktikspiele, sondern auch als einer der besten Vertreter. Erst ein paar Jahre später kratzte der Wild West Konkurrent Desperados von den deutschen Entwicklern Spellbound am Genre-Thron. Nach qualitativ eher bescheidenen Nachfolgern wurde es um beide Spielreihen eher ruhig – viel mehr noch: Echtzeit-Taktikspiele waren quasi tot. Mit Shadow Tactics: Blades of the Shogun versucht nun das Münchner Entwicklerstudio Mimimi Productions dem Genre wieder Neues Leben einzuhauchen.

Wie der Titel schon erahnen lässt, dient das feudale Japan der Edo-Zeit als Szenario. Die Geschichte ist zwar grundsätzlich frei erfunden, lehnt sich aber zumindest sehr lose an die realen Geschehnisse an und beginnt im Jahr 1615, als ein neuer Shogun die Macht in Japan ergreift. Doch eine Verschwörung sowie eine aufkeimende Rebellion gefährden das vereinte Reich. Um den Drahtzieher hinter diesem Verrat zu finden, entsendet der Shogun fünf Experten mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten.

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Fünf Spezialisten für den Shogun

Wie in den Commandos verfügt jede Figur über individuelle Fertigkeiten und Ausrüstungsgegenstände, um ihre Missionen erfolgreich abschließen zu können. Der Ninja Hayato eliminiert etwa mittels Shuriken-Wurfsternen seine Gegner aus der Distanz oder lenkt sie mit Steinwürfen ab. Er zählt auch zu den agileren Charakteren der Wände empor klimmen und mittels Wurfhaken auf Dächer und Vorsprünge klettern kann. Aiko ist eine Meisterin der Tarnung und mischt sich so unbemerkt unter die gegnerischen Reihen. Und sie ist nicht minder gefährlich wie ihr Ninja Kollege, denn mit einer Niespulver-Attacken verwirrt sie ihre Gegner und ein Stich mit ihrer Haarnadel endet meist tödlich. Das Straßenkind Yuki kann Fallen stellen und lockt Feinde mit ihrer Flöte in ihr Verderben. Der alte Takuma verlässt sich dagegen voll und ganz auf sein Scharfschützengewehr. Mit dem kann er zwar bei freiem Schussfeld einen beliebigen Gegner auf der Karte eliminieren, hat aber immer nur eine sehr begrenzte Anzahl an Munition zur Verfügung. Außerdem steht im noch sein vierbeiniger Begleiter zu Seite, der waschbärähnliche Marderhund Tanuki Kuma, der in brenzligen Situationen auch schon mal die Wachen ablenken kann. Weit weniger beweglich als seine Mitstreiter ist der er robuste Samurai Mugen. Mit seiner Wirbelattacke ist es ihm zwar möglich gleich mehrere Feinde auf einmal auszuschalten, dafür kann aber keine Wände oder andere Hindernisse hochklettern. Dieses Manko macht er mit seiner Stärke wieder wett. Er ist nicht nur für das Verschieben von schweren Gegenständen zuständig, sondern kann sogar zwei besiegte Gegner auf einmal tragen und sie so schnell außer Sichtweite seiner Kollegen schaffen.

Das Verstecken von eliminierten Feinden in einem Gebüsch, einem Brunnen oder in einem Gebäude ist eine wichtiges Spielelement bei Shadow Tactics: Blades of the Shoguns, denn gegen die Horden an Wachmänner, Aufpasser und Kontrolleure hat man mit dem fünfköpfigen Team im direkten Kampf keinerlei Chance, weswegen man stets darauf bedacht sein sollte, unentdeckt zu bleiben. Jeder der Gegner verfügt dabei über ein zweistufiges Blickfeld, welches in Form eines grünen Sichtkegels angezeigt wird. Im hellgrünen Abschnitt werden wir von der Wache gesehen, im schraffierten Bereich können wir geduckt laufen. Wird ein Feind auf uns aufmerksam, füllt sich dieser Sichtkegel gelb, reagieren wir dann nicht schnell genug, werden wir entdeckt. Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto weniger Zeit haben wir. Werden wir von einem Gegner bemerkt, löst dieser sofort Alarm aus und eine Meute hetzt hinter uns her. Flüchten oder verstecken ist nur in seltenen Fällen eine erfolgreiche Taktik. In der rund 25 Stunden umfassenden und sehr abwechslungsreichen Kampagne zieht der Schwierigkeitsgrad dabei von Mission zu Mission gehörig an. Vor allem Witterungsveränderungen wie Schnee erschweren die Aufgaben, da die Wachmänner auch auf hinterlassene Spuren reagieren und in der Nacht können wir zwar die extrem kurze Sichtweite der Gegner ausnutzen, müssen uns allerdings vor Lichtquellen in Acht nehmen, durch die wir schon von Weitem sichtbar sind. Wer alle Missionen erfolgreich absolviert hat, der kann sich nicht nur an einen höheren Schwierigkeitsgrad wagen, sondern sich auch am Sammeln von so genannten Badges versuchen. Das sind bestimmte Auszeichnungen, etwa wenn man einen Auftrag erfüllt ohne einen Feind zu töten oder wenn man innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne fertig wird. Dieser Modus richtet sich vor allem an Experten, erhöht aber den Wiederspielwert enorm.

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Komfort statt Frust

Echtzeit-Taktik Spiele können relativ schnell deprimieren, vor allem dann wenn der Schwierigkeitsgrad so knackig ist, wie bei Shadow Tactics: Blades of the Shogun. Dass dennoch selten echte Frust aufkommt, liegt vor allem an der vorbildlichen Benutzerführung und den zahlreichen Komfortfunktionen. Zum Beispiel der Schattenmodus. Hier können mehreren Spielfiguren Befehle erteilt werden, die diese dann auf Knopfdruck gleichzeitig ausführen. Das erspart fummeliges, überhastetes Geklicke. Oder wir können einen Punkt auf der Karte markieren und bekommen dann immer angezeigt, wenn dieser in den Sichtkegel eines Feindes gerät. Wirklich essentiell ist aber die Quicksave und Quickload- Funktion. Vieles funktioniert nach dem Trial & Error Prinzip, Taktiken müssen geplant und ausprobiert werden, ein einziger falscher Schritt und schon ist die Mission verloren. Da schont die Schnelllade-Funktion das Nervenkostüm. Auch die Steuerung ist vorbildlich. Alle Tastenbefehle sind frei konfigurierbar und selbst eine Steuerung mit Gamepad ist möglich. Diese ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, gibt aber schon einmal einen Vorgeschmack auf die geplanten Konsolenversionen.

Auch technisch hinterlässt Shadow Tactics: Blades of the Shogun einen sehr ordentlichen Eindruck. Grafisch wird eine etwas unkonventionelle Cell-Shading Optik geboten, deren Stil wohl eher Geschmackssache ist. Was Detailgrad, Texturen oder Effekte anbelangt gibt es sicher hübschere Spiele, dennoch wurde die japanische Edo-Zeit ist grafisch und stilistisch ansprechend umgesetzt und die Musik untermalt das Geschehen passend. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es nicht, dafür aber entsprechende Untertitel. Wer es ganz atmosphärisch haben will, der verzichtet auf die englische Synchronisation und wählt stattdessen die japanischen Sprecher.

FAZIT

Also mir persönlich hat bislang das Western-Setting von Desperados am besten gefallen, da kann das atmosphärische, feudale Japan nicht ganz mithalten. Aber das ist wohl eher Geschmackssache. Damit bin ich aber mit meinen Kritikpunkten aber auch schon wieder am Ende angelangt, denn sehr viel mehr zu bemängeln hab ich bei Shadow Tactics: Blades of the Shogun nicht wirklich. Die Missionen sind abwechslungsreich, die Benutzerführung vorbildlich und der Schwierigkeitsgrad fordernd. Da macht das Herz des Genrefans voller Freude große Luftsprünge. Zugegeben, Neulinge werden gleich zu Beginn ins kalte Wasser gestoßen und könnten relativ schnell überfordert sein und zum Schluss hin zieht der Schwierigkeitsgrad insgesamt ziemlich an, aber dank kleiner Hinweise und zahlreicher Komfortfunktionen sollte sich der Frustfaktor in Grenzen halten. Mimimi Productions hat es damit nicht nur geschafft, dem Genre neues Leben einzuhauchen, sondern hat dazu die Messlatte für zukünftige Spiele um einiges höher angesetzt.

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