The Surge im Test
GRAFIK 4
SOUND 3
HANDLING 4
STORY 3
MOTIVATION 3

The Surge sollte nicht als Klon betrachtet werden, denn das ist es nicht. Vielmehr ist es eine Variation. Eine Weiterentwicklung von Lords of the Fallen, gespickt mit Ideen aus Dark Souls, umgesetzt in einem komplett anderen Setting mit eigenen Elementen. Wer sich in diesem Genre gut unterhalten fühlt und ein wenig Abwechslung sucht, kann mit diesem Spiel glücklich werden

Summary 3.4 stark
GRAFIK 0
SOUND 0
HANDLING 0
STORY 0
MOTIVATION 0
Gesamtscore von Userbewertungen. Du kannst deine eigene Bewertung abegben - einfach auf die Sterne klicken und "Abschicken" drücken.
Abschicken
Summary 0.0 schwach

The Surge im Test

Deck13 versucht sich einmal mehr an einem Action-RPG. The Surge spielt in einem Science-Fiction-Universum, in dem man Mensch von Maschine nicht mehr so recht zu unterscheiden vermag. Außerdem veranlasst es viele dazu, Vergleiche mit der Dark Souls-Reihe auf inflationärer Basis in den Äther zu schicken. Schwere Lasten ohne Hilfe heben? Altmetall anstatt es zu recyclen in überlebensgroße Hämmer verwandeln? Spaß am Scheitern haben? Dann seid ihr hier richtig.

Vorgeplänkel

Das deutsche Entwicklerstudio hat bereits Erfahrung damit. Lords of the Fallen war der letzte, mehr oder minder erfolgreiche, Ausflug in diesem Genre. Nun wollen sie es besser machen. Und das scheint auf den ersten Blick auch zu klappen.Doch der Reihe nach. Der Spieler erwacht in einem scheinbar riesigen Industriekomplex mit einem modifizierten Körper, der jedem Schwermetall-Fan die Funken in die Augen treibt. Und es wird schnell klar, dass uns so ziemlich alles ans metallische Leder will. Von Drohnen bis zu scheinbar verrückt gewordenen, ebenfalls modifizierten, Ex-Kollegen. Ist die letzte Weihnachtsfeier vielleicht unglücklich verlaufen? Warum wollen diese, an Zombies in Rüstung erinnernden, Mitarbeiter unseren Kopf gern als Amboss benutzen? Gute Fragen, die schlagende Antworten benötigen.

Klempner vom BerufBin ich Klempner von Beruf?

Schnipp schnapp, Nase ab.

Da kein Betriebsrat in Sicht ist gibt es somit nur eine Devise: Wer abschneiden kann darf behalten. Um Ausrüstung zu verbessern ist üblicherweise Loot notwendig. Diesen gibt es aber nicht in Kisten, sondern er befindet sich noch an den vorherigen Besitzern. Um sie davon zu erleichtern ist jedes Mittel recht, vom Rohrstock bis zum Vorschlaghammer. Möglich wird das mit dem relativ einzigartigen Ziel- und Kampfsystem. Die bösen Buben werden ins Visier genommen und mittels Mausrad oder Taste wird das gewünschte Körperteil-Kleinod ausgewählt. Allerdings möchten sie sich nicht freiwillig von ihren Extremitäten trennen, was zwangsweise zu Konflikten führt. Sobald sie dann mehrmals verprügelt wurden, kann ein Finishing-Move ausgelöst werden, wodurch das Teil der Begierde hoffentlich den Besitzer wechselt. Diese Konflikte führen ihrerseits zu einem passenden Vergleich mit dem Platzhirschen Dark Souls: Sie sind bockschwer.

Jeder einzelne Gegner fühlt sich wie ein kleiner Bosskampf an. Und das scheint Absicht zu sein. Insgesamt gibt es nur wenige Bosse, die es natürlich in sich haben. Aber der erste, menschenähnliche Gegner, haut uns gleich mal aus unseren Metall-Latschen. Also aufstehen, Krönchen richten, und gleich nochmal. Dieses Trial-and-Error-Prinzip ist typisch und zieht sich durch das gesamte Spiel. Verschiedene Feinde haben unterschiedliche Angriffsmuster, Spezialattacken, oder lauern hinter Ecken und befördern einen mit einem Schlag auf den Roboter-Friedhof. Den Rahmen des Kampfes geben Ausdauer- und Energiebalken vor. Jede Bewegung, mit Ausnahme von Laufen, kostet Ausdauer, der Einsatz von Implantaten benötigt Energie, die mit Combo-Treffern aufgebaut werden. Akkurate Hiebe werden somit belohnt, wohingegen Button-Masher nicht viele Kämpfe siegreich verlassen werden.

ZielsystemZielsystem: Für mich bitte einmal den Kopf und ein Stück von der Lende

Mach mir keine Kratzer rein

Um also mit wenigen Blessuren aus alldem rauszukommen, sind jede Menge Upgrades nötig. Die Schemata dafür werden meist durch Kämpfe erlangt. Nun geht es an die Umsetzung, wofür Altmetall unerlässlich ist. Dieses findet sich entweder an gewissen Punkten in kleinen Schrotthäufchen, oder werden von besiegten Kontrahenten fallen gelassen. Mit diesem Schrott können bereits gefundene Waffen aufgewertet, neue Ausrüstung hergestellt, oder die Kernleistung unseres Anzugs erhöht werden. Das ist einerseits zwingend notwendig, da The Surge „Gating“ einsetzt. Somit benötigt der Anzug einen gewissen Energielevel, um in nächsten Bereich fortschreiten zu können.

Andererseits können mit höherem Energielevel auch mehr und bessere Implantate benutzt werden. Implantate geben uns zum Beispiel begrenzt Lebenspunkte zurück, zeigen die Lebenspunkte der Gegner an oder geben ein Tonsignal von sich, bei Gegenständen die in der Nähe verborgen liegen. Zusätzlich erlangt man relativ zu Beginn bereits eine Drohne, die anfangs noch eher an ein Haustier, denn an eine Kampfhilfe erinnert. Durch Upgrades während des Spielverlaufs mausert sie sich jedoch zu einer mehr als akzeptablen Unterstützung. Somit wird schnell klar, dass ein riesiger Berg an Altmetall benötigt wird. Um im Spiel weiter fortzuschreiten muss die Leistung des Exoskelett verbessert werden. Aber dann stehen wir noch mächtigeren Opponenten gegenüber und benötigen aufgewertete Waffen und bessere Ausrüstung. Da die Respawn-Rate sehr hoch ist, sollten dieselben Gegner mehrmals über den Werkstoff-Jordan geschickt werden, denn das Crafting ist relativ teuer. Gute Zeiten für Schrottsammler und Hobby-Erfinder.

Little hammerEine der kleineren Waffen im Spiel

Sieg durch Technik

The Surge zeigt sich in grafisch ausgezeichnetem Gewand. Allerdings ist einem als Spieler das Industriekomplex-Setting sehr bewusst. Während die Außenareale hübsch und noch eher abwechslungsreicher sind, wiederholt sich das Setting in Innenräumen sehr oft, wenngleich sie dennoch zum Sci-Fi-Genre passen. Die Kameraführung ist verbesserungswürdig. Bei Kämpfen in engen Räumen oder Tuchfühlung mit riesigen Widersachern ist das anvisieren von Teilen nicht wirklich machbar. Die deutsche Stimme von Matt Damon passt gut, kommt aber nicht wirklich oft zur Geltung, da außerhalb der Cutscenes nicht viel gesprochen wird.

Im Optionsmenü ist sofort ersichtlich, dass The Surge keine schnell hingeschluderte PC-Portierung ist, sondern, dass die Entwickler sich wirklich mit dem jeweiligen Medium auseinandergesetzt haben. Es ist sowohl mit Maus und Tastatur als auch mit Controller hervorragend spielbar. Außerdem bietet es einige Optimierungsmöglichkeiten in den Menüs. Wer keine Finisher sehen will kann die Häufigkeit reduzieren oder sie gar ganz deaktivieren. Verschiedene Kamera-Effekte oder Display-Funktionen können ebenso variiert werden.

CutMatt Damon? Wie kommst du hierher?

FAZIT

The Surge sollte nicht als Klon eines anderne Spiels  betrachtet werden, denn das ist es nicht. Vielmehr ist es eine Variation. Eine Weiterentwicklung von Lords of the fallen, gespickt mit Ideen aus Dark Souls, umgesetzt in einem komplett anderen Setting mit eigenen Elementen. Selbst wenn die Ähnlichkeiten natürlich ins Auge stechen, ist es ein eigenständiges Spiel in diesem Genre. Der Fokus liegt nicht auf den wenigen Bossen, sondern viel mehr auf der Erkundung der Welt und der Bewältigung der „Trash Mobs“.

Für den Spieler sind folgende klassischen Eigenschaften jedoch Pflicht: Spaß am Sterben. Spaß daran, dieselben Teile immer wieder zu spielen, bis sie schlussendlich gemeistert werden. Spaß am Rage-quitten während des Tutorials. Nun gut, das passiert vielleicht nur Neulingen wie dem Autor, aber Spaß am Scheitern sollte in jedem Fall vorhanden sein. Wer sich in diesem Genre gut unterhalten fühlt und ein wenig Abwechslung sucht, der kann mit diesem Spiel glücklich werden. Je nach bisheriger Erfahrung wird die Dauer eines Spieldurchlaufs zwischen 25 und 35 Stunden betragen. Zusätzlich gibt es noch einen NG+ Modus, der mehrmaliges Durchspielen fördert und neue Gegner bringt.

Kommentar abgeben