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Medal of Honor: Warfighter

Der Shooter wird erwachsen

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Ego-Shooter Die Medal of Honor-Reihe hat in ihren knapp dreizehn Jahren schon einiges erreicht: Zahlreiche Verkaufsrekorde, Medienauszeichnungen und das eine oder andere faustdicke Skandal schmücken den Trophäenschrank der Kriegsfranchise, die vom Zweiten Weltkrieg bis zu modernem Terrorismus schon so ziemlich jedes Schlachtfeld ordentlich abgegrast hat. Mit Medal of Honor: Warfighter kommt im Oktober der mittlerweile vierzehnte Teil der Serie in den Handel, trotz seiner beginnenden Pubertät scheint die Franchise jedoch auch schön langsam erwachsen zu werden.

Kriegsgeschichten
Das Joint Special Operations Kommando der Vereinigten Staaten von Amerika ist keine simple Einrichtung der US-Streitkräfte. Mit ihrer Spezialisierung auf Terrorismus, Geiselnahmen und besondere Nahkampfsituationen ist es die Spezialeinheit gewohnt schnell, leise und überraschend vorzugehen. Ein ganz spezieller Teil der JSOC ist die sogenannte Tier-1-Spezialeinheit, eine Gruppe, die in ihren Kampfeinsätzen direkt dem amerikanischen Präsidenten unterstellt ist. Genau diese Truppe ist auch nicht nur das Hauptthema von Medal of Honor: Warfighter, sondern zeichnet sich auch für weite Teile des Spielverlaufs, des Realismus und der Handlung des Spiels verantwortlich. In Momenten zwischen internationalen Kampfeinsätzen wurden die Soldaten zu Autoren und arbeiteten zusammen mit dem Team von Entwickler Danger Close an einer glaubhaften Kriegsgeschichte, die sich dem Einfluss realer Erlebnisse der Truppen schwer entziehen kann. Der persönliche Faktor soll in Warfighter in den Vordergrund geschoben werden und der Heldenmythos eines Soldaten zumindest in den Zwischensequenzen des Spiels entzaubert werden. Ein Beispiel dafür ist etwa ein Anruf, den Preacher, der zurückkehrende Protagonist des 2010 erschienenen Vorgängers, mit seiner zuhause auf ihn wartenden Frau führen muss. „Du machst eine Million Versprechungen”, sagt sie verstört am Telefon. „Du gibst uns ständig diese Hoffnungen...”. Den Soldaten aber einfach vom Schlachtfeld zu seiner Familie nach Hause zu schicken, liegt nicht in der Absicht der Entwickler und so muss der kurze Moment von Emotionalität und Kriegsmüdigkeit schnell typischem Schlachtfeldheroismus weichen, wenn sich Preacher mit seinen Kameraden in den überschwemmten Straßen der Philippinen wiederfindet, um nicht nur gegen eine Separatistenarmee, sondern auch eine Naturkatastrophe anzutreten. Boote werden dabei realistisch vom Sturm hin- und hergeworfen, Palmen wanken im Wind und Wellen schlagen gegen langsam nachgebende Häuserwände. Authentizität lautet der Fokus von Warfighter, wie die Entwickler von Danger Close hervorheben, nicht purer Realismus. Schließlich handelt es sich auch beim neuesten Medal of Honor wieder primär um ein Entertainmentprodukt, unrealistische Massenexplosionen und Actionkinosequenzen sollen dabei aber genauso rar bleiben, allein der „Close-Combat”-Kampfstil des Tier-1-Kommandos würde das schon unpassend machen. Visuelle Ästhetiker müssen sich jedoch keine Sorgen machen, denn für all jene hat Warfighter sowieso ein besonderes Ass im Ärmel.

Mit neuer Engine in den Kampf
Genau wie Battlefield 3, Need for Speed: The Run und höchstwahrscheinlich auch Mirror‘s Edge 2 stützt sich Medal of Honor: Warfighter auf die Frostbite 2.0-Engine aus dem Hause EA, die auch dank ihres Destruction 3.0-Features wieder einiges an zerstörbarer Umgebung bieten wird. Auch der Multiplayermodus des Spiels, der beim letzten Mal noch auf der Frostbite 1.0-Engine lief, wurde von Danger Close komplett überarbeitet und verspricht neben technischer Eleganz auch eine besonders große Anzahl internationaler Truppen. Neben US-Amerikanern befinden sich auch Briten, Australier, Deutsche und Polen unter den spielbaren Spezialeinheiten, die nicht nur nach traditionellen Regeln gegeneinander antreten dürfen, sondern auch in einer Art Hardcore-Modus mit „One Shot, One Kill”-Modifikator einander auflauern dürfen. Auch ein Koop-Modus wird sich in Warfighter finden, eine ganze Kampagne wird man aber leider nicht mit seinen Freunden spielen können. Dennoch verspricht Danger Close ein umfangreiches Angebot für alle Multiplayerfans und will sich auch einmal trauen, etwas anderes auszuprobieren. Was die Entwickler genau damit meinen, bleibt jedoch noch unter Verschlag, auch die schlussendliche Länge des Spieles ist uns zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Rätsel. Spätestens im Oktober sollten wir dann aber genau darüber Bescheid wissen.

Spielinformationen