Might & Magic: Heroes VI Hands-on
Ähnlich, aber doch nicht gleich
Die Ähnlichkeit zu den Vorgängern kann Might and Magic: Heroes VI keinesfalls verleugnen. So steuern wir unseren, auf einem Pferd sitzenden, Helden nach wie vor per Mausklick über die Map und hören den typischen Hufschlag. Das gilt allerdings auch, wenn unser Held per Schiff zwischen den verschiedenen Inseln hin und her kurvt, was mitunter ein wenig irritiert. Auf der Karte befinden sich nach wie vor Ressourcen, die von Einheiten bewacht werden; Orte, an denen wir unser Mana auffüllen können oder die unsere Truppenmoral erhöhen; Lagerfeuer, bei denen wir uns entscheiden können, ob wir das Gold nehmen, oder uns für die Erfahrungspunkte entscheiden. Insgesamt also die bereits aus den Vorgängern bekannten Dinge, allerdings in einer optisch viel schöneren und detaillierteren Umgebung. Neu ist auch, das wir nicht mehr vier seltene Rohstoffe (Quecksilber, Kristall, Edelsteine und Schwefel), wie in den Vorgängern, sondern nur mehr Kristall, der für alle Fraktionen gleichermaßen wichtig ist, sammeln müssen. Ihr müsst allerdings nicht auf Holz, Erz und Gold verzichten, denn diese gibt es nach wie vor auf jeder Map, sind sie doch für den Ausbau eurer Stadt unverzichtbar. Es gibt also nach wie vor genügend Rohstoffe, die es zu erobern gilt. Minen wurden im Übrigen erst übernommen, sobald wir die dazugehörige Stadt erobert hatten. Einfach hinreiten und übernehmen geht nun nicht mehr, womit euer Fokus wirklich auf das Verteidigen eurer Festung gelegt wird. Auch auf dem Schlachtfeld selbst gibt es eigentlich kaum Änderungen. Es erwarten euch zwar zwischendurch immer wieder hübsche Zwischensequenzen, was für eine gute Atmosphäre sorgt, aber insgesamt bleibt es beim alt bewährten. Wie bereits in den Vorgängern kann euer Held auch aktiv ins Kampfgeschehen eingreifen, indem er Zaubersprüche wirkt oder eine feindliche Einheit angreift. Allerdings alles eher indirekt, denn Sterben kann er nicht und ihr könnt ihn auch nicht über das Schlachtfeld bewegen.
Da sind Rollenspiel-Elemente in meiner Strategiesuppe
Am interessantesten sind im neuen Teil sicherlich die zahlreichen Rollenspiel-Features, die ihren Weg in das strategische Spielgeschehen gefunden haben. Erhaltene Erfahrungspunkte könnt ihr in einen Talentbaum investieren. Diese haben zwei Ausrichtungen, nämlich Macht und Magie. Macht-Helden stärken die Angriffstärke und Verteidigung ihrer Truppen und können mit ihren Diplomatie-Fähigkeiten NPC-Truppen auf ihre Seite ziehen. Magie-Helden wirken hingegen mächtige Zaubersprüche, die nicht nur ordentlich Schaden machen, sondern auch die eigenen Truppen beschleunigen oder Feinde verlangsamen. Allerdings wartet in der Kampagne noch eine weitaus schwierigere Entscheidung auf euch, denn je nachdem, wie ihr in ihr agiert, ändert sich eure Ausrichtung. Als aggressiver Spieler sammelt ihr Punkte für den Weg des Drachenbluts und als diplomatischer Spieler für den Weg der Drachenträne. Für beide Wege gibt es verschiedene Spezialfähigkeiten, so könnt ihr etwa als Drachenblut-Held eure Einheiten stärken und auch selber ordentlich Schaden austeilen, während ihr als Drachentränen-Held die Fähigkeit eure Truppen zu schützen und auch wiederzubeleben bekommt. Habt ihr euch einmal für den Weg entschieden, könnt ihr diesen nur alle zehn Level ändern. Bei einem Level-Cap von 30 wäre das also drei Mal. Diese Entscheidung ist im Übrigen nicht als reine Schwarz- und Weiß-Entscheidung zu sehen, sondern eher als dynamisches Konzept gegensätzlicher Perspektiven und wird das Gameplay sicherlich sehr bereichern, da sich auch die Kampagne je nach eurer Entscheidung ändert. Als Drachenblut-Helden stehen euch nämlich teilweise andere Quests, unterschiedliche Begleit-Helden und eine andere Epilogue-Map zur Verfügung, als wie, wenn ihr die Kampagne als Drachentränen-Held spielt. Das äußerst sich im Übrigen auch in der Weiterentwicklung eurer Helden, die ihr in vier Stufen je Fraktion, die sich auch optisch voneinander unterscheiden, ausbauen könnt. Eine insgesamt sehr spannende Addition zum alt bekannten Gameplay, auf die wir schon sehr gespannt sind.




