Spielautomaten – Wie alles begann

Spielautomaten – Wie alles begann

Spielautomaten sind des einen Freud und des anderen Leid, zumindest wenn es um den Einsatz mit Geld geht, soviel steht fest. In unserer Retro-Rubrik wollen wir uns dieses Mal nicht mit klassischen Arcade-Automaten beschäftigen, sondern einmal die Geschichte aufrollen und nachforschen wie und wann eigentlich die ersten Geldspielautomaten entstanden sind und warum ein gewisser Charles August Fey maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt war.

„Black Cat“ und „Liberty Bell“

Wir drehen das Rad der Zeit zurück in die letzten Jahre des 19. Jahrhunderts. Um die Zeit von 1890 entstanden die ersten mechanischen Geräte. Der erste aller Geldspielautomaten war die „Black Cat“ der Brüder Caille. Erbaut im Jahr 1889 hatte sie schon den typischen Seitenarm und erhielt als erste die Bezeichnung „einarmiger Bandit“.

Charles August Fey, ein Mechaniker aus San Franciso und leidenschaftlicher Glücksspieler tüftelte in seiner Werkstatt oft an verschiedenen Maschinen herum. Es gab zwar bereits mechanische Geldspielautomaten, die mit einem kompliziertem Mechanismus von meist 5 Walzen und Symbolen aus dem Pokerspiel bestanden. Die große Anzahl verschiedener Gewinnkombinationen führte jedoch zu erheblichen mechanischen Problemen bei der Gewinnausschüttung. Charles Fey vereinfachte 1897 diesen Mechanismus und verwendete 3 versch. Walzen mit je 5 Symbolen – Hufeisen, Diamanten, Spaten, Herzen und einer Freiheitsglocke (Liberty Bell), die sich unabhängig voneinander drehen, sobald man an einem Hebel zog. Die ausgelöste Symbolkombination zahlte dann bei bestimmten Kombinationen den Gewinn aus. Fey nannte seinen Automaten nach dem Symbol der Glocke auf den Walzen „Liberty Bell“, bis sich später die Bezeichnung Slot Machine durchsetzte. Das neue Gerät wurde schnell zum bekanntesten und beliebtesten Spielautomaten der USA und Charles Fey gründete einige Jahre später in Berkeley seine eigene Firma.

Die ersten Spielautomaten "Black Cat", "Liberty Bell" und Charles Fey

Die ersten Spielautomaten „Black Cat“ von den Brüdern Caille und „Liberty Bell“ von Konstrukteur Charles August Fey

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in vielen Bundesstatten der USA allerdings Spielautomaten verboten und so mussten sich die Hersteller neue Wege einfallen lassen um ihre Automaten an den Mann zu bringen. 1910 entstand bei der Firma Bell Machines, an der auch Charles Fey beteiligt war, einen neuer Automat namens „Fruit Machine“. Der Gedanke dahinter war die die Symbole der Spielkarten durch Früchte zu ersetzen, ebenso wie die Gewinne, um so das Verbotsgesetz zu entgehen. Dieser Begriff ist etwa in  Großbritannien auch heute noch weit verbreitet.

Elektromechanische Spielautomaten

Das mechanische Grundprinzip des „einarmigen Banditen“ war für die nächsten Jahre unverändert, die Gerät besaßen auf der Seite einen Hebel der gezogen werden musste um die Walzen in Betrieb zu nehmen und gleichzeitig einen Federmotor zu starten, der dann die Walzen wieder abbremste. So entstanden über die folgenden Jahre unzählige Spielautomaten, basierend auf diesem Prinzip in allen möglichen Ausführungen bis etwa in die frühen 1960er Jahre, wo die ersten  elektromechanischen Spielautomaten entstanden. Hier war die Firma Bally einer der Pioniere die mit ihren Geräten, darunter der beliebte Automat namens „Money Honey“ den Markt revolutionierte.

Mit dieser neuen Art von Geräten war es erstmals möglich durch die elektronisch gesteuerte Abtastung der Walzenstellung neue Gewinnmöglichkeiten zu schaffen, die auf mechanischer Basis nicht realisierbar gewesen wären. Weiters erhöhten sich damit auch die Maximalgewinne und die Beliebtheit der Automaten in den Casinos. Die verwendeten Symbole waren aber meist unverändert und es gab damals auch nur eine Gewinnlinie bei der ausgezahlt wurde.

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Online-Casino Automaten

Durch die stetig voranschreitende technische Entwicklung wurden alsbald verstärkt Mikroprozessoren in die Spielautomaten integriert und durch den Einsatz moderner Technik und Zufallsgeneratoren konnten die Kombinationen der Walzen völlig zufällig gewählt werden. Damit war es auch nicht mehr notwendig einen Hebel für den Start der Walzen zu betätigen und einfache Schalter übernahmen diese Funktion. In weiterer Folge wurden die Automaten immer ausgefeilter und boten alle möglichen Themen, Sound- und Lichteffekte und auch mehrere Auszahlungslinien an. Durch den Einsatz von Bildschirmen und moderner Computertechnologie konnte schlussendlich auf mechanische Teile gänzlich verzichtet werden und durch die Vernetzung der Geräte untereinander im Casino war und ist es möglich einen Jackpot zu gewinnen, dessen Höhe durch die verbundenen Geräte ermittelt wird.

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Im Jahr 1990 wurden schließlich die ersten Online-Casinos veröffentlicht und bieten seitdem auch Online-Spielautomaten an, die bequem von zu Hause aus „gefüttert“ werden können und alle möglichen Spielvarianten bieten. Die Anzahl der Online-Casinos wird stetig größer und auch deren Angebot an Spielen.

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Ein Beispiel für eine große Auswahl an Online Automatenspiele ist Casino.com Österreich. Neben zahlreichen Slots findet ihr dort auch verschiedene Arcade-Games. Casino.com ist eine recht populäre Seite, nicht nur dem einzigartigen Domain Namens wegen. Man spielt gleich online oder lädt sich den Client herunter, registriert sich kurz und kann die angebotenen Automatenspiele auch im Spaß-Modus ausprobieren.

Die Beliebtheit der Automatenspiele und die leichte Zugänglichkeit über das Internet haben allerdings auch ihre Tücken. Hier ist verantwortungsvolles Spielen gefragt und wenn der Drang zum Geld stärker wird als die Freude und der Spaß am Spiel, sollte man aufpassen.

FAZIT

Wie wir sehen reicht die Geschichte der „einarmigen Banditen“, wie die Maschinen liebevoll auch heute noch bei ihren elektronischen Pendants genannt werden, gut 120 Jahre zurück und alles begann, ähnlich wie damals bei Microsoft-Gründer Bill Gates in der Garage eines, heute würden wir sagen, innovativen Startup-Unternehmers.

1 Kommentar

  1. Zanza 3. Juni 2015
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    Toller bericht, nur ist es das 19. Jahrhundert und nicht das 18.

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