Hitman: Absolution
Großteils mörderisch gut
Gereift, nicht gealtert
Umstände die auch Entwickler IO Interactive durchaus bewusst waren und entsprechend berücksichtigt wurden. Technisch lässt man schon einmal wirklich nichts anbrennen, kein Abenteuer des Hitmans hat bisher auch nur ansatzweise so gut ausgesehen. Die Animationen sind realistisch und der Detailgrad oft beeindruckend. Vor allem in belebten Abschnitten, wo auch zahlreiche Zivilisten unterwegs sind, lässt die neue Glacier 2-Engine ihre Muskeln spielen. Ein Besuch in einer prall gefüllten Bar oder auf einem überfüllten Bahnsteig und plötzlich wirken die Straßen von Konstantinopel & Co. vergleichsweise menschenleer. Aus diversen Vorschauen weiß man ja bereits, dass ein großer Teil des Geschehens in Chicago spielt und abwechslungsreiche Orte wie Chinatown, das Hotel Terminus oder eine verlassene Bibliothek schon in den ersten Stunden eine wichtige Rolle spielen. Aber nicht nur in Chicago wird reichlich Abwechslung geboten. Nach bald nötiger (und natürlich erfolgreicher) Flucht vor der Polizei verschlägt es uns in das kleine Städtchen Hope in South Dakota, an sich schon ein krasser Gegensatz zur Millionenmetropole. Unter anderem eine kleine Barschlägerei (mit tatkräftiger Unterstützung von einem bekannten Gesicht), einen Friseurbesuch und einen illegalen Ringkampf später heißt es erst einmal in einem Hawaii-inspirierten Motel relaxen – zumindest bis Killernonnen mit dem Raketenwerfer anklopfen. Noch ein paar Umwege und einem Besuch bei Gericht später verschlägt es und dann aber doch wieder für einen Kurzbesuch zurück nach Chicago. Das Spiel endet aber nicht dort und zumindest auch nicht in einer Kirche … die ist nämlich schon ein paar Missionen vorher dran.

Gameplaytechnisch ist die Generalüberholung ebenfalls durchaus geglückt. Natürlich schleicht, täuscht, würgt, sticht und schießt man sich seinen Weg immer noch durch die Reihen mehr oder wenig intelligenter Wachen, um an sein Ziel zu kommen. Manch neues Element „borgt“ man sich natürlich aus, weil es bei ähnlichen Titeln gut funktioniert hat – ein neues automatisches Deckungssystem und die Möglichkeit Gegner in Zeitlupe für gezielte Schüsse zu markieren zum Beispiel. Interessant sind aber auch die komplett neuen Fähigkeiten, die uns unser Instinkt bietet. Ähnlich wie ihn Batman markiert und hebt er interessante Gegenstände und Gegner hervor, steht allerdings nicht unbegrenzt zur Verfügung. Außerdem kann man ihn auch nutzen, um Verkleidungen effektiver zu nutzen und so einer Entdeckung zu entgehen. Auch interessant wie andere Kleinigkeiten einen richtig begeistern können: Man kann bei Entdeckung erstmals so tun, als ob man sich ergeben will. Kommt die Wache/der Polizist dann näher um uns zu verhaften, wir er allerdings im Nahkampf problemlos entwaffnet und muss plötzlich als menschlicher Schutzschild herhalten. Warum ist so etwas Offensichtliches nicht schon seit Jahren Standard?



