I Am Alive
Postapokalypse-Survival-Game mit toller Atmosphäre, aber einigen Schwächen
In I Am Alive liegt die Welt nach einer globalen Katastrophe in Schutt und Asche. Wir schlüpfen in die Haut eines namenlosen Protagonisten und machen uns auf quer durch die zerstörten Vereinigten Staaten zu reisen um unsere Familie zu finden. In der noch intakten Welt dauerte der Flug durch das Land nur wenige Stunden. In der Apokalypse sind wir zur Fuß einige Monate unterwegs um in unsere fiktive Heimatstadt Haventon zurückzufinden. Was der Titel von Anfang an dabei gut vermittelt, ist die bedrückende und angsteinflößende Atmosphäre, eines Landes, das in Trümmern liegt und dessen Überlebende ihr Hab und Gut verteidigen und um jede Pistolenkugel kämpfen.

Atmospäre top, Gameplay flop
So treffen wir schon in den ersten Spielminuten auf die ehemals nette Kirchen-Oma von nebenan, die jetzt mit gezückter Pistole vor ihrem Haus steht und uns sagt, dass wir uns schleunigst verziehen sollen. Tun wir dies nicht, enden wir schneller mit einer Kugel im Kopf, als uns lieb ist. Hier trumpft I Am Alive auf und reißt mich mit. So gut die Atmosphäre auch sein mag, gameplaytechnisch kann der Titel leider weniger überzeugen. Denn unsere Reise durch die zerstörten USA ist streng linear und lässt Forschernaturen auf der Seite stehen. Schade, wie ich finde, denn gerade ein solches Setting bietet sich für größer gestaltete Areale perfekt an – siehe Fallout. Ein zwei alternative Routen, in den meist komplex wirkenden Arealen wären wünschenswert gewesen. Denn allzu oft stand ich vor einem Hindernis, dachte ich könnte es an bestimmter Stelle umgehen und rannte gegen eine unsichtbare Mauer, oder wurde durch eine hüfthohe Mauer blockiert. So musste ich mich dann doch wieder zurück, auf die von den Entwicklern vorgesehen Route begeben um weiterzukommen. Hinzukommt, dass die Entwickler einige gute und innovative Ideen, darunter der Erschöpfungsbalken – wenn ihr Klettert, sprintet oder kämpft nimmt dieser ab, mit gefundener Nahrung füllt ihr ihn wieder auf – eher schlecht als recht umgesetzt haben. Auch die vielen Klettereinlagen spielen sich etwas steif. Hier hätte man sich ruhig bei Assassin´s Creed einiges abschauen dürfen. Generell hatten die Entwickler sehr gute Ideen und Ansätze für den Titel. Nur bei der Umsetzung haperte es eben.




