Indiana Jones und der letzte Kreuzzug
Wer von euch „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ gesehen hat – und mal ehrlich, wer hat das nicht? – kennt bereits die Richtung, die Dr. Jones in diesem Spiel einschlagen wird. Ausgehend vom Barnett College macht sich Indy auf die Reise nach dem Gefäß, das Jesus Christus einst beim letzten Abendmahl reichte, das sein Blut bei der Kreuzigung auffing und ewiges Leben verspricht. Sein ganz persönlicher Kreuzzug führt ihn nicht nur auf die Suche nach versteckten Hinweisen und seinem von den Nazis gefangenen Vater – Dr. Henry Jones -, sondern auch an Orte, die auf der ganzen Welt verstreut sind – Venedig, Iskenderun, aber auch Österreich und Berlin sind dabei.
Adventure-Kreuzzug
In Sachen Gameplay hält LucasFilm quasi an den Tugenden der beiden Vorgängerspiele fest: Der Bildschirm ist dreigeteilt, oben seht ihr den Text sprechender Figuren, danach folgt die Szene an sich, und darunter eine Liste an Verben und euer Inventar. Über die Verben könnt ihr mit der Szene oder eurem Inventar interagieren, und euch so durch diverse Räume puzzeln. Neu ist, dass manche Dinge schlicht und ergreifend den Einsatz von Gewalt erfordern. Dann hebt Indy die Fäuste und schlägt auf Nazi-Soldaten und ähnliche menschliche Hindernisse im Faustkampf ein. Doch Achtung: Sinkt eure Energie zu sehr, heißt es Game Over. Leider sind es gerade diese Einlagen, die bisweilen etwas lästig werden, weil sie sich nicht besonders intuitiv steuern. Gut ist dafür, dass es oft alternative Möglichkeiten gibt, solche Hindernisse anzugehen, und ihr Puzzles auf mehrere Arten lösen könnt. Das sorgt sogar für diverse Verzweigungen in der Handlung. Ein Beispiel: Gebt ihr Hauptmann Vogel im Schloss Brunnwald das echte Gralstagebuch, müsst ihr nach Berlin, um das Buch zurückzuerhalten. Ansonsten könnt ihr euch die Reise ersparen. Das schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits könnt ihr das Spiel mehrfach durchspielen – das bringt euch Punkte für den Indy-Quotienten IQ, denn für die maximale Anzahl an Punkten müsst ihr alle Möglichkeiten, ein Puzzle zu lösen, einmal erfolgreich durchgeführt haben. Andererseits sorgt es dafür, dass all jene, die den Film gut kennen, trotzdem vor Rätselnüssen stehen.
Indy spricht!
Maniac Mansion- und Zak McKracken-Veteranen kennen es schon: Spricht man mit seinem Gegenüber, wird ein vorgegebener Dialog abgespult. Oder doch nicht? Indy geht hier nämlich einen neuen Weg, bei dem man im Gespräch mehrfache Optionen angeboten bekommt, die natürlich für unterschiedliche Reaktionen sorgen – das ergibt manchmal schon richtige Dialogpuzzles. Technisch kann Indy übrigens überzeugen: Die Grafik ist zeitgemäß, der Sound sorgt für John Willams-Flair – ja, so muss eine Filmumsetzung aussehen!




