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Sleeping Dogs

Hong Kong Kino zum selber spielen

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Seite: 12Fazit
Action-Adventure Sleeping Dogs ist ein Action-Titel im augenscheinlich ganz klassischen Hong Kong-Kino-Stil. Es wird also eine Menge geprügelt und viel Action geboten. Nur das mit der klassischerweise übermäßig seichten Story kommt irgendwie nicht hin … nicht ganz.

Die Entwickler stecken euch in die bis zum Scheitel durchtrainierte Haut von Wei Shen – einem bis vor kurzem noch in den USA lebenden Cop, der nun in Hong Kong als Undercover-Schnüffler die mächtigen Triaden unterwandern soll. Warum gerade er? Ganz einfach: er ist in der Stadt aufgewachsen, kennt einige der mittlerweile zu recht hohen Tieren aufgestiegenen Gangster aus seiner Kindheit, hat also Einblicke und Zugänge, die sonst keiner haben kann. Eine ingame-Stunde später ist das Unterfangen geglückt: Wei ist drin. Doch schon bald gehen die, zugegeben nicht ganz unvorhersehbaren Probleme los. Aus erster Reihe fußfrei erlebt ihr mit, wie sich zwischen Wei und seinen Gangster-Kollegen Freundschaften entwickeln, er beginnt Teil der Welt zu werden … und das mehr, als sein reiner Auftrag es eigentlich erfordern würde. Gewissenskonflikte, harte Entscheidungen, zwangsläufig auftretende Schicksalsschläge … sonderlich überraschend ist wohl keine der vielen Wendungen in der Geschichte. Dennoch vermag sie ungemein zu fesseln. Ein Umstand, der vor allem dem wirklich guten Script und den überdurchschnittlichen schauspielerischen Leistungen der Charaktere zu verdanken ist. So etwas über virtuelle Figuren zu sagen ist zwar immer etwas „merkwürdig“, doch hier sei es uns verziehen, wurde doch auf einen äußerst umfangreichen und durchaus hochkarätigen Cast gesetzt, der für vielleicht teilweise bekannte Gesichter, vor allem aber mehr als überzeugende Sprech-Arbeit sorgt (übrigens ausschließlich auf Englisch, in unser aller Amtssprache gibt’s nur die Texte).

Viel beschäftigt … 

Auch das Gameplay selbst trägt gut dazu bei, dass die rund 15 bis 20 Stunden, die man locker mit dem Beenden der Story verbringen kann, wie im Flug vergehen. Dabei dürfte die Zeit, die unterschiedliche Gamer benötigen, um den Abspann zu sehen, ziemlich unterschiedlich ausfallen. Neben den Mainquests, die die Geschichte vorantreiben, warten im virtuellen Hong Kong nämlich noch viele, viele andere Aufgaben auf geneigte Zocker. Rennen wollen gefahren, versteckte Truhen gefunden und geplündert, Drogenumschlagplätze aufgespürt und verwanzt, Frauen bezirzst, Karaokeeinlagen absolviert, Pokerspiele bestritte, Fightclubs aufgemischt, Stufenweise die Gesundheit erhöhende Schreine gefunden, Autos geklaut, Laster gekapert, Jade-Statuen für euren Kung-Fu-Meister wiederbeschafft und unterschiedliche Gefallen erwiesen werden, die euch wiederum verschiedenste Aufgaben auferlegen: Fluchtwagen fahren, Leute verprügeln, Autos klauen, Diebe jagen … die Liste ginge noch weiter, aber die Grundbotschaft, nämlich dass die Entwickler sich wirklich allerhand haben einfallen lassen, um ihre Käufer bei Laune zu halten, sollte doch schon jetzt hinlänglich angekommen sein. 

Neben der schnöden „Beschäftigung“ haben all diese Sidemissions aber natürlich auch noch „echten Nutzen“: Mit allen erlangt ihr Geld und vor allem Ruf-Punkte. Letztere lassen euch dabei Rang um Rang bis auf das Maximal-Level 10 klettern und gewähren euch so immer neuen Zugang zu Autos, Klamotten und Waffen, auf dass Weis Aufstieg vom Fußsoldaten zum Obermotz auch rein optisch und „lifestyle-mäßig“ gut rüberkommt. Zu besagtem Aufstieg sei allerdings nun auch gleich ein kleines Wort der Kritik angebracht. Das Setting und auch so manche Mission legen förmlich eine unvergebbare Steilvorlage zu Entscheidungsmöglichkeiten für den Spieler – liefern das perfekte Fundament, um den Spieler durch aktive Entscheidungen endgültig in das Dilemma des Protagonisten hineinzuziehen. Doch die Entwickler vergeben diese Chance leider. Obwohl alles darauf hindeutet, dass man hier verschiedene Wege zu diversen Enden dieser klassischen Cop-Story einschlagen kann, ist das Spiel am Ende doch streng linear und bestraft jegliche Versuche Entscheidungen zu treffen (so sich diese denn überhaupt bieten) mit einem Game-Over-Screen. Wirklich schade. Vor allem, da der Rest des Spiels wirklich überzeugen kann!

Seite: 12Fazit

Spielinformationen

Pro/Contra
  • viel Content
  • gute Technik
  • spannende Story
  • sehr spaßiges Martial Arts-System
  • streng linear
  • Steuerungsschwächen
  • enttäuschendes Ende
Bewertung
9
9
8
8
9
Wertungen
88%
Singleplayer: 88% | Multiplayer: -%