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The Lost Chronicles of Zerzura

Der Beweis, dass Grafik nicht alles ist!

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Seite: 12Fazit
Adventure Adventures können sich mit vielerlei Arten von Geschichten auseinandersetzen. Manche versuchen sich an fantasievollen Geschichten auf fremden Welten; andere spielen mit dem Hier und Jetzt und setzen uns auf die Spur großer Mysterien; wieder andere beschäftigen sich mit historischen Fakten und konstruieren daraus spannende Abenteuergeschichten. Lost Chronicles of Zerzura gehört in die letzte Kategorie.

Spanisches Abenteuer

Lost Chronicles of Zerzura entführt euch ins Spanien des späten 15. Jahrhunderts. Ihr übernehmt die Rolle von Feodor, seines Zeichens Erfinder, der zunächst nicht ahnt, dass ihm ein großes Abenteuer bevorsteht. Zu Beginn ist sein Leben nämlich noch ziemlich in Ordnung: Er betreibt mit seinem Bruder Ramon eine Erfinderwerkstatt und tüftelt an einem Auftragswerk – einem Fluggerät, das ihnen nicht nur Geld, sondern auch Ruhm einbringen soll. Doch schon bald legen sich dunkle Schatten über Barcelona: Ramons Begeisterung für bestimmte afrikanische Artefakte bringt ihn schon bald in unerfreulichen Kontakt mit der gefürchteten spanischen Inquisition und Feodor muss zunächst hilflos zusehen, als sein Bruder aus Barcelona weggebracht wird. Seine hastig geplante Rettungsaktion wird ihn nicht nur an viele verschiedene Orte führen, sondern ihn auch neue Freunde an unerwarteten Orten finden lassen sowie auf die Spur der mysteriösen Oasenstad Zerzura bringen. Aber wir wollen gar nicht so weit vorgreifen – diese Geschichte müsst ihr schon selbst erleben …

Alt und verstaubt?

Auch wenn es sich bei dem Spiel um keine Fortsetzung einer altbekannten Serie handelt: Die Entwickler von Lost Chronicles of Zerzura sind keine Unbekannten: Cranberry Productions lieferten mit dem zweiten und dritten Black Mirror-Teil ordentliche Adventurekost ab, die zwar technisch altbacken, aber gleichzeitig für Adventure-Veteranen angenehm aus dem üblichen zu leichten Genrebrei herausragte. Aus diesem Grund ist es wohl gerechtfertigt, dieses Spiel mit seinen „Vorgängern“ zu vergleichen beziehungsweise auch aufzuzeigen, wo die Entwickler aus vergangenen Fehlern gelernt haben. Zwar kann man die Atmosphäre der beiden Spiele kaum vergleichen – Black Mirror lebte ja von der gezielten Gruselstimmung (die allerdings nicht immer aufkam) und Düsternis, während uns Zerzura an exotische, aber durchwegs sonnendurchflutete Orte führt und dadurch ein wenig Indiana Jones-Flair vermittelt –, aber in allen anderen Aspekten ist ein solcher Vergleich durchaus legitim. Hier zeigt sich nämlich zu Beispiel, dass man in Sachen Technik kaum dazugelernt hat. Schon bei unserem Test im September 2009 konstatierten wir Black Mirror II, technisch wenig überragend zu sein – und seitdem hat sich die verwendete Engine kaum oder zumindest zu wenig weiterentwickelt. Ja, die Hintergründe sind wirklich schön anzusehen und gefallen mit netten Details, wirken dann aber manchmal doch ein wenig zu steril und leblos. Deutlich schlimmer sind allerdings die Figuren, die nicht nur deutlich liebloser wirken, sondern sich auch noch recht hölzern bewegen. Es sind diese Details, die Zerzura nicht wie ein Spiel von 2012 wirken lassen, sondern eher wie ein Spiel aus dem vorigen Jahrzehnt wirken lassen – da haben wir schon deutlich schönere Adventures gesehen. Die Musik stört hingegen kaum – weil sie in vielen Fällen nur an bestimmten Punkten einsetzt, zum Beispiel, wenn ihr einen Durchbruch in einem Puzzle geschafft habt, und die Sprachausgabe ist solide, ohne jemals überragend zu sein. Das Schöne ist allerdings: Zerzura beweist, dass bei einem Spiel Grafik und Präsentation nicht alles ist. Denn in Sachen Spieldesign haben die Entwickler deutlich dazugelernt und erzeugen so eine Spielerfahrung, durch die einem die Figuren trotz der Grafik ans Herz wachsen und die Story fesseln kann.

Seite: 12Fazit

Spielinformationen

Pro/Contra
  • spannende Geschichte
  • fordernde Rätsel
  • nicht für Einsteiger
  • grafisch veraltet
Bewertung
5
6
7
8
7
Wertungen
82%
Singleplayer: 82% | Multiplayer: -%