Ary and the Secret of Seasons – Angespielt

Ary and the Secret of Seasons – Angespielt

Willkommen in der Welt des Landes Valdi, in der man die Kraft der Jahreszeiten dazu nutzt, um Rätsel zu lösen oder Feinde zu besiegen. In Ary and the Secret of Seasons schlüpft man in die Rolle der titelgebenden Heldin und bekämpft eine mysteriöse höhere Macht. Wir durften das Abenteuerspiel bereits vor Release kurz anspielen.

Für Ary, kurz für Aryelle, beginnt das Abenteuer als geheimnisvolle Kristalle vom Himmel fallen und damit den ewigen Winter der Region unterbrechen. Denn in der Welt von Valdi befindet sich jedes der vier Gebiete permanent in jeweils einer bestimmten Jahreszeit. Um diesen Urzustand wiederherzustellen, macht sich unsere junge Heldin auf den Weg. Auf ihrer Reise lernt sie neue Fähigkeiten, die es ihr erlauben eine bestimmte Saison zu beschwören, zumindest in einem kleinen Umkreis um sich selbst herum. Mit diesen Kräften können Puzzles gelöst oder Feinde eliminiert werden. So sind manche Gegner beispielsweise nur zu bestimmten Jahreszeiten verwundbar und für neue Wege muss man ebenfalls entsprechend selber sorgen. Die Spielmechanik funktioniert für Rätsel allerdings wesentlich besser als in einem Schlagabtausch. Die Kämpfe fühlten sich nämlich meistens mehr mühsam, denn spannend an. Es gibt hier zwar ein paar interessante Ansätze, wie etwa die Möglichkeit nicht nur auszuweichen, sondern auch zu parieren, oder eben die erwähnten jahreszeitlichen Elemente. Allerdings wird all dies durch eher schwache KI zum Großteil zunichtegemacht.

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Ary und das Geheimnis zu hoher Ansprüche

Die Plattform-Elemente machen durchaus Spaß und erhalten durch die Interaktion mit unterschiedlichen Jahreszeiten etwas mehr spielerische Tiefe. Rein technisch wurde hier sogar an Details wie etwa das Festhalten am Rande einer Plattform gedacht, wenn man einen Sprung etwas zu kurz angesetzt hat. Die Animationen der Bewegungen Ary`s sehen gut aus und auch die Übergänge sind einwandfrei. Größtes Manko an dieser Stelle ist die fehlende automatische Kameraführung. Die Kamera ist so zwar vielleicht nicht im Weg, unterbricht jedoch den natürlichen Bewegungsfluss.

Was hingegen sehr gut gelungen ist, sind die Landschaften. Es gibt so manchen Moment, in dem man kurz innehält, um die Umgebung zu bewundern. So unfassbar atemberaubende Ausblicke wie man sie etwa aus Breath of the Wild kennen mag, darf man natürlich nicht erwarten, aber in ihrem eigenen Stil hat die Welt von Ary doch einiges zu bieten. Was den guten Eindruck hier allerdings trübt, ist zweierlei: erstens fühlt sie sich recht leer an und zweitens passen die Proportionen der Strukturen überhaupt nicht zu den Charakteren. Sämtliche Gebäude sind gigantisch, Möbel so groß, dass sie unmöglich zu nutzen wären. Möglicherweise soll damit über die spärlich gefüllte Welt hinwegtäuschen oder vielleicht ist es ein Versuch dem Uncanny Valley-Effekt zu entkommen. Für mich war die Diskrepanz zwischen Objekt- und Personengröße jedoch zu extrem um darüber hinwegzusehen.

Die Musik als Meisterwerk zu bezeichnen wäre Übertreibung, dennoch passt sie sehr gut zum Flair von Ary and the Secrets of Seasons und hält sich dabei dezent im Hintergrund. Ähnlich verhält es sich mit dem Voice-Acting. Hier gibt es absolut nichts zu bemängeln. Dass Nebencharaktere manchmal eher etwas eigenartige Laute von sich geben kann man dem Spiel wirklich nicht vorwerfen, da es genug AAA-Titel gibt, bei denen das nicht anders ist. Die Animationen während Gesprächen wirken aktuell noch recht hölzern, was bei einem Preview nicht ganz unerwartet ist und hoffentlich noch verbessert wird.

Etwas schlicht ausgefallen ist das Userinterface, bzw. die Menüs. Das stört aber nicht weiter und mag bis zur tatsächlichen Veröffentlichung noch etwas aufgeputzt werden.

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FAZIT

Ary and the Secret of Seasons nimmt sich sehr viel vor, leidet jedoch darunter nichts wirklich perfekt zu machen. Wie viel davon bis zum Release noch ausgebessert wird, bleibt abzuwarten. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass das Spiel doch auch einiges zu bieten hat. Insbesondere die Rätsel sind recht gut gelungen und mit hübschen Landschaften sowie großteils hochwertigen Animationen weiß Ary and the Secrets of Seasons durchaus zu bestechen. Leider konnte ich allerdings bei aller Mühe nichts finden, das mich wirklich begeistert hätte. Wer also ein nettes Abenteuer sucht, der könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen, solange man sich nicht zu viel erwartet.

Ein Gastartikel von Thomas Kager

Was ist Ary and the Secret of Seasons? Ein Indie Action-Adventure in dem es gilt die Kräfte der Jahreszeiten zu meistern.
Plattformen: PC, PS4, XBox One, Nintendo Switch
Getestet: PC Intel Core i7-7700HQ, 16GB RAM, GeForce GTX 1050
Entwickler / Publisher: eXiin, Fishing Cactus, Exiin SPRL / Modus Games
Release: 1. September 2020
Link: Offizielle Webseite

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