Ghostrunner – Angespielt

Ghostrunner – Angespielt

Angespannt und voller Erwartung blicken Cyberpunk-Fans auf den Release von Cyberpunk 2077. Auch wenn ich mir sicher bin, dass der Titel von CD Projekt Red in seinen RPG-Aspekten voll und ganz punkten kann, ist es ein kleinerer Titel in einem ähnlichen Setting der in Sachen Action rocken wird. Die Rede ist von Ghostrunner, einem First-Person Plattformer, angesiedelt in einer postapokalyptischen Zukunft. Bewaffnet mit Katana und einem Move-Set welches selbst den Doom Slayer neidisch machen würde, schnetzeln wir uns auf spektakuläre Weise durch die Leiber unserer Widersacher. Klingt einfacher als es ist, denn Ghostrunner hat das Zeug zu einem der härtesten Titel des Jahres.

Was ist cooler als ein Ninja? Genau, ein Cyber-Ninja! Drückt man diesen dann auch noch ein stylisches Katana in die Hand, hat man es mit der endgültigen Definition von Coolness zu tun – einem Ghostrunner. Als solcher finden wir uns in der untersten Ebene des Dharma-Tower wieder. Das monumentale Bildnis, mit fast schon städtischen Ausmaßen, dient der Menschheit als letzter Zufluchtsort nach einer – bisher – nicht näher erklärten Apokalypse. Unser Ziel: Die Spitze des Towers erreichen und alles schnetzeln was uns in den Weg kommt.

  • 20201008211420_1.jpg
  • 20201008203956_1.jpg

182 Wege zu sterben

182. Diese Zahl hat mir die Tränen in die Augen getrieben, denn sie ist ein Symbol meines Versagens. In meiner rund einstündigen Session mit der auf Steam erhältlichen Demo biss ich geschlagene 182 Mal ins virtuelle Gras. Besonders tragisch ist es sich einzugestehen, dass in fähigen Händen, die spielbaren Abschnitte wohl nur 10 bis 15 Minuten in Anspruch genommen hätten. Doch auch wenn ich an Ghostrunner fast verzweifelt bin, Spaß hatte ich trotzdem, denn so schwer es auch ist, es ist niemals unfair.

In der Demo sind wir aufgefordert eine KI, genannt der Flüsterer, aus ihrem digitalen Gefängnis zu befreien. Im Kern ist Ghostrunner eine Art Jump ’n‘ Run mit der Prämisse sich möglichste schnell und elegant über Hindernisse und durch unsere Gegner zu bewegen. Dafür können wir auf ein breites Bewegungsspektrum zurückgreifen. Wir sind in der Lage Wände entlang zu laufen, weit zu springen und Schüssen auszuweichen. Um ein Gefühl der Überlegenheit und Geschwindigkeit zu vermitteln, sind sämtliche Gegner als One-Hit-Kills ausgelegt. Auf der anderen Seite, und das ist der Haken an der Sache, stecken auch wir nicht mehr als einen Treffer ein. Ziel ist es daher in der Architektur der Umgebung die „Ideallinie“  durch unsere Feinde zu finden, ohne getroffen zu werden. Dieser Aspekt verleiht den einzelnen Abschnitten schon fast so etwas wie Rätsel-Flair.

Sollten wir das zeitliche segnen, werden wir augenblicklich und ohne Ladezeiten auf die stets sehr fairen Checkpunkte zurückgesetzt, so, dass auch nach dem hundertsten Tod kein Frust aufkommt – ich weiß, wovon ich rede. Doch müssen wir uns nicht nur auf unsere Skills verlassen, wir bekommen in der Demo eine Energie-Peitsche mit der wir uns wie Indiana Jones über Abgründe schwingen und wir sind fähig für einen kurzen Moment die Zeit zu verlangsamen, was uns dabei hilft den Schüssen unserer Kontrahenten auszuweichen. Ich denke aber, dass wir im Verlauf des fertigen Spiels noch weitere Optionen zur Gegenwehr freischalten können; zumindest wird in dem gezeigten Story-Happen angedeutet, dass wir derzeit als Ghostrunner nicht zu 100 Prozent funktionieren. Man darf gespannt sein.

  • 20201008204322_1.jpg
  • 20201008210739_1.jpg

Fazit

Die eigentlich 20-minütige Demo zu Ghostrunner hat mir schon sehr viel Spaß gemacht, trotz der Strapazen denen mein Nervenkostüm ausgesetzt wurde. Versteht mich aber bitte nicht falsch! Ghostrunner ist keineswegs frustig, sondern eher spannend und voller Adrenalin. Ist man erst einmal mit Steuerung und Co. vertraut, entsteht ein unglaubliches Spielgefühl. Wie ein Sturm, eine Naturgewalt schneiden wir uns durch die Gegnerhorden. Ich saß grinsend da, weil ich mich am Ende der Demo tatsächlich wie die Cyber-Ninja-Maschine fühlte, die ich verkörperte. Dazu kommt, dass das Game am PC fantastisch aussieht und die Atmosphäre schlicht genial ist. Die zarten Häppchen an Story, die ich serviert bekommen habe, waren interessant und machen Hunger auf mehr!

Was ist Ghostrunner? Ein Plattformer in der Ego-Perspektive, angesiedelt in einem Cyberpunk-Setting.
Plattformen: PC, PS4, Xbox One, Switch
Getestet:  AMD Ryzen 7 37000X 8-Core Prozessor, 16GB RAM, Radeon RX Vega
Entwickler / Publisher: One More Level, 3D Realms, Slipgate Ironworks / 505 Games, All in! Games
Release: 27. Oktober 2020
Link: Offizielle Webseite

Leave a comment