Remothered: Broken Porcelain – Angespielt

Remothered: Broken Porcelain – Angespielt

Eine unschuldige Freundschaft zwischen zwei jungen Mädchen, ein altes Hotel dessen Angestellten von ihrer inneren Dunkelheit zerfressen werden und eine alte Wesenheit die Jagd macht auf jeden den sie als Eindringling wahrnimmt. Dies sind alles Zutaten zu einem Horrorcocktail, welcher die Fortsetzung zum Horror-Hit Remothered: Tormented Fathers darstellt. Sowie den Spielern eine neue Bedeutung der Angst nahe bringen soll.

Willkommen im Hotel

Remothered: Broken Porcelain ist der zweite Teil der Remothered-Serie von Entwickler Darril Arts und Stormind Games. Großteils fungiert der Titel als Sequel, tritt teilweise jedoch zugleich als ein Prequel auf und berichtet über die Geschehnisse im „Ashmann Inn“. Dieses ist ein ehemaliges Hotel, welches nach einem Brand nunmehr vor der Neueröffnung steht und junge Frauen aus Waisenheimen als Dienstmädchen anstellt. Allerdings hält es so einige düstere Überraschungen für diese bereit. Eines der zur Hotelangestellten auserkorenen Mädchen ist die von uns gespielte Hauptfigur: Die fünfzehnjährige Jennifer Felton, die zusammen mit ihrer Freundin Linn, dem dunklen Geheimnis der Betreiber des Hotels, welche mehr und mehr in ihren Wahn verfallen leben, auf den Grund gehen muss. Spieler des ersten Teils, Tormented Fathers, werden hier alsbald die Verbindung zu einer tragischen Figur aus besagtem Serienteil herstellen können.

Messer, Moth Key und Alkohol sind für große Monster nicht…

Remothered: Broken Porcelain hat, wie sein Vorgänger Tormented Fathers, ein eher kleines Inventar (welches auch nur umständlich zu öffnen bzw. wieder extra zu schließen ist). Erweitert wurde es jedoch um eine Crafting-Funktionalität, mit welcher Jennifer nun aus einfachen Gegenständen stärkere herstellen kann. Die Hauptfunktionalität dieser ist nach wie vor die Stalker entweder durch Geräusche oder Angriffe aus dem Hinterhalt zu verwirren und aufzuhalten, während man selbst die Flucht ergreift. Gänzlich neu ist hingegen die Fähigkeit des „Moth Eye“, durch welche Jennifer später die Bewegungsabläufe der Gegner aus der Entfernung verfolgen kann.

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Stalker, Wahnsinnige und andere Monster

Die verschiedenen Strategien zum Überleben sind auch nötig, denn Feinde gibt es für unsere ums Überleben kämpfende Teenagerin genug: Neben dem mysteriösen „Porcelain“ selbst, welcher sich gerne durch eine pfeifende Melodie unheilvoll ankündigt und Jennifer auch schon mal aus Spiegeln heraus beobachtet, sind dies vor allem die von ihren eigenen Abgründen überwältigten Hotelangestellten. Dies ist stimmungsvoll gemacht. Wenn Jennifer sich vor der brabbelnden Haushälterin Andrea in diversen Behältern verstecken muss, kann durchaus Spannung aufkommen. Zumindest, wenn man lange genug überlebt, um sich zu verstecken.

Der wahre Killer, die Steuerung

Leider zerspringt jeglicher Thrill, wenn die Figur zu dämlich ist sich auch nur umzudrehen, wenn der Jäger denn in ihre Nähe kommt. Stattdessen wird zielgenau jegliche Ecke oder anderes Detail an welchem man hängen bleiben kann gesucht und dort seines Unterganges gewartet. Dies führt all die schönen Methoden von Remothered: Broken Porcelain ad absurdum. Anstatt den Fluchtweg zu ergreifen, wartet man auf die – keineswegs langsamen – Killer, die dann auch kurzen Prozess mit einem machen.

Anzeichen für schlechte Steuerung gibt es leider während des gesamten Spiels. Ein Objekt auszuwählen, zu öffnen oder aufzuheben ist jeweils ein – nervendes – Glücksspiel. Bis man den Charakter schließlich in die gewünschte Position gedreht hat, ist man gefühlt um Jahre gealtert.

Zusammen mit relativ willkürlichen Autosaves und nur wenigen manuellen Speichermöglichkeiten, werden wohl nur sehr ausdauernde Survival-Kämpfer genug Nerven haben, um hinter das eigentlich interessante Schicksal von Jennifer und die Geheimnisse des Hotels zu kommen.

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Atmosphäre und Story versus technische Umsetzung

Während die Grafik und Soundkulisse ihr Bestes geben, um eine, wenn auch nicht hochklassige so doch ansprechende, Atmosphäre zu bereiten, verlangt Remothered: Broken Porcelain vom Spieler viel Wohlwollen. Denn neben der grässlichen Steuerung kann man sich zudem öfter allein gelassen fühlen, da es kaum Hinweise oder Hilfestellung gibt, wohin man sich als nächstes begeben sollte. Hier ist einfaches Abgrasen aller begehbaren Orte meist die einzige Lösung. Dies in Kombination mit den schon angesprochenen Härtefällen bei der Steuerung und dem Speichersystem ziehen den guten Anfangseindruck leider ziemlich herunter. Bis zur Veröffentlichung wäre also noch einiges zu tun.

FAZIT

Die Remothered-Reihe hat eine recht treue Gefolgschaft und Remothered: Broken Porcelain möchte die Geschichte des ersten Teils gerne ebenso erfolgreich erweitern. Was atmosphärisch und vom Horror-Anteil anfangs auch gut gelingt. Leider wird die Motivation von der eigenwilligen Steuerung ebenso aufgehalten, wie die flüchtende Jennifer. Es mag nun sein, dass nur mir persönlich die Steuerelemente nicht liegen, jedoch als ein Veteran der Resident Evil-Teile sowie Outlast und diverser anderer Survival Horror-Spiele, war diese für mich einfach nur Spielspaß zerstörend. Das bedeutet jedoch auch, dass der Entwickler nochmals bei konkreten Punkten nachbessern kann, bis der Titel Mitte Oktober erscheint. Atmosphäre und Spannung stimmen schon, bei Speichersystem und vor allem Steuerung sollte Stormind Games nochmals Hand anlegen.

Was ist Remothered: Broken Porcelain? Der zweite Teil der Remothered Survival Horror Serie.
Plattformen: PC, Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One
Getestet: INTEL Classico QuadCore i7-4770K / 32GB RAM,  GTX1080 8GB
Entwickler / Publisher: Stormind Games/ Modus Games
Release: 20. Oktober 2020
Link: Offizielle Webseite

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