Sony hat die Katze aus dem Sack gelassen

Sony hat die Katze aus dem Sack gelassen

Die Tage der PlayStation 4 als führende Konsole sind gezählt. Im November kommt die neue PlayStation 5 auf den Markt. Die monatelangen Spekulationen rund um die Spezifikationen, das Design, den Preis und den Verkaufsstart haben nun endlich ihr Ende gefunden.

Nachdem Microsoft überraschend mit dem Verkaufspreis und dem Datum vorgeprescht war, zog Sony letzte Woche nach. Damit stehen alle Details zum Duell des Jahres fest. Im November kommen die neuen Konsolen von Sony und Microsoft auf den Markt und gehen daran die Herzen der Gaming-Fans zu erobern. Dabei könnte das Duell bereits beendet sein, noch bevor es offiziell begonnen hat.

Strategiewechsel bei der Xbox

Die Veröffentlichung der neuen Next-Gen-Konsolen markiert auch eine Zeitenwende. Erstmals wird Microsoft nicht mehr versuchen seinen ewigen Konkurrenten bei der Zahl der verkauften Geräte zu übertrumpfen. Ganz im Gegenteil in Redmond setzt man nun auf einen Strategiewechsel. Dieser war bereits von einigen Monaten absehbar, als Microsoft die Veröffentlichung seines Gaming-Hits Halo verschob. Damit war klar, dass ein wesentliches Verkaufsargument für die Xbox Series X wegfallen würde.

Das kam überraschend, schließlich setzten zahlreiche Fans auf ein neues aufregendes Game mit dem Master Chief. Der hatte noch in seinem letzten Abenteuer ziemlich enttäuscht und für Unmut gesorgt. Heute gilt der fünfte Teil als eines jener Spiele, dessen Ende sehr unbefriedigend war. Doch der Erfolg der hauseigenen Games spielt nun offenbar nur noch eine untergeordnete Rolle. Microsoft möchte seinen Abo-Dienst Game Pass zu einem Netflix der Spiele ausbauen und öffnet sich daher in alle Richtungen. Das Feld der Exklusivtitel überlässt man mehr und mehr der Konkurrenz aus Japan. Sony setzt auch weiterhin auf exklusive Blockbuster, um Kunden für die PlayStation 5 zu gewinnen. Damit gehen die Strategien der beiden Gaming-Giganten weit auseinander. Das zeigt sich auch beim Verkaufsstart und bei den angesetzten Preisen.

Sony reagiert anders als erwartet

Die nun bekannt gewordenen Preise und Veröffentlichungsdaten boten grundsätzlich keine großen Überraschungen mehr. Schon seit Monaten waren Experten davon ausgegangen, dass die neue Generation der Konsolen ab 499 Euro kosten wird. Zu hoch waren die Preise für die einzelnen Komponenten, als dass die Hersteller sich einen günstigeren Preis hätten leisten können. Die Überraschungen liegen diesmal im Detail. Wie erwartet bringen beide Unternehmen auch eine günstigere Variante ihrer Geräte auf den Markt. Hier gehen die Preisvorstellungen allerdings auseinander. Microsoft verlangt für seine Xbox Series S lediglich 299 Euro. Die abgespeckte Version der Konsole kommt, ebenso wie die große Schwester, am 10. November dieses Jahres auf den Markt.

Allgemein war erwartet worden, dass Sony die Chance nutzt und auf die Preisankündigung von Microsoft reagiert. Das passierte dann auch, jedoch in anderer Form als erwartet. Sony versuchte nicht die Preise des Konkurrenten zu unterbieten, sondern legte teilweise sogar noch etwas darauf. Zwar wird auch die PlayStation 5 im Verkauf 499 Euro kosten, doch die digitale Version der Konsole wird teurer als die Xbox Series S. Die kleine Schwester der PlayStation 5 kommt für 399 Euro auf den Markt und ist damit 100 Euro teurer, als die vergleichbare Xbox-Konsole. Das ist durchaus begründbar. Immerhin haben die Japaner, anders als die Konkurrenz aus den USA, bei der digitalen Version nicht an Leistung gespart. Doch das war noch nicht die einzige Überraschung. Die beiden Versionen kommen auch noch später auf den Markt. Im Gegensatz zu Microsoft startet Sony seinen Verkauf erst am 19. November 2020.

Darüber hinaus gab Sony noch die Preise für die Spiele bekannt. Dafür werden 80 Euro fällig. Zum Launch sind Marvel’s Spider-Man: Miles Morales, Astro´s Playroom, Destruction All Stars, Sackboy A Big Adventure und Demon´s Souls verfügbar. Wer über ein Abonnement von PS Plus verfügt, kann ein Best-of an PlayStation 4 Games spielen.

Vorbestellungen bei ausgewählten Verkäufern waren ab Bekanntgabe der Neuigkeiten möglich. Das führte zu ein wenig Verwirrung, schließlich war nicht ganz klar, wo man die PlayStation 5 nun tatsächlich vorbestellen konnte. Als es dann endlich so weit war, orderten die Verkäufer offenbar mehr Konsolen, als Sony liefern kann. Das führte zu Stornierungen und Ärger bei den Fans. Offenbar ist die PlayStation 5 vielerorts bereits ausverkauft.

Zahlreiche Kunden haben bereits E-Mail von den Händlern, bzw. von Sony selbst erhalten, die auf längere Lieferzeiten bis in das Jahr 2021 hindeuten. Das ist jedoch kein Einzelfall, zahlreiche Berichte zeigen, dass die Situation bei Microsoft nicht viele besser ist. Beide Hersteller wurden offenbar neuerlich vom großen Ansturm überrascht und haben nicht genügend Konsolen vorrätig.

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