Homefront: The Revolution Test
GRAFIK 3
SOUND 3
HANDLING 3
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 3

Deep Silver und die Dambuster Studios haben mit The Homefront: The Revolution zwar einen grundsoliden Open-World Shooter gebastelt, der allerdings die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Spielewelt ist einerseits zwar stimmig, aber Bugs, schwache Animationen und eine unausgegorene Spielmechanik können auf Dauer leider nicht motivieren. So gestalten sich die Missionen und Feuergefechte wenig spektakulär und der Motivationstrieb bessere Waffen und Ausrüstungsgegenstände besitzen zu müssen, hält sich in Grenzen

Summary 2.8 passt
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Homefront: The Revolution Test

In Zeiten von starken Open-World Shootern wie Far Cry Primal oder The Division haben es andere Titel nicht gerade leicht die Fans auf ihre Seite zu ziehen. Mit Homefront: The Revolution versucht Publisher Deep Silver nach gut 5 Jahren wieder an den Vorgänger anzuschließen im Freiheitskampf um die Stadt Philadelphia. Wir haben uns für euch die PS4-Version angesehen und liefern euch die folgenden Zeilen aus dem Untergrund.

Im ersten Moment erinnert Homefront: The Revolution von der Spielanlage an The Division von Ubisoft, der Spieler versucht im Jahr 2029 die von Nordkoreanern besetzten Viertel der Stadt Philadelphia zurückzuerobern. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Ethan Brady, einem Mitglied der Revolutionsbewegung und soll die mithelfen die verhassten „Norks“ (Koreanische Volksarmee – KVA) aus der Stadt zu vertreiben, die alles und jeden kontrollieren. Dazu wird gleich am Anfang des Spiels auch noch der Held der Revolution Benjamin Walker verschleppt und damit der Widerstand weiter geschwächt. Die an sich recht unspektakuläre Story wieder dabei immer wieder mit schönen Filmchen und Zwischensequenzen weiter erzählt.

Die KVA ist allerdings so übermächtig, dass ein offener Kampf gegen die Besetzer aussichtslos scheint. Die Widerstandskämpfer müssen deshalb primär aus dem Untergrund agieren, die Operationsbasen befinden sich deswegen in versteckten Hinterzimmern bzw. unterirdischen Tunnelanlagen. Ergo können wir als Brady nicht einfach darauf los stürmen, sondern zahlreiche Guerillataktiken auspacken um Gebiet um Gebiet der Stadt wieder zurück zu erobern. Es sind also vorerst keine actionreichen Feuergefechte angesagt, sondern eher „Schleichen“, „Verstecken“ und aus dem „Hinterhalt zuschlagen“.

Gameplay – Mehr Stealth als Action

Dazu haben die Entwickler die Stadt in mehrere große, aber frei begehbare Abschnitte und verschieden farbene Zonen aufgeteilt, in denen es zahlreiche Missionen zu erledigen gibt. Die Aufgaben reichen dabei vom Aktivieren von Sendern, dem Besorgen von wichtigen Dokumenten bis hin zum Einnehmen von stark bewachten Posten der KVA. Anfangs nur mit einer mickrigen Maschinenpistole bewaffnet, versuchen wir also zu Überleben um erste Aufträge zu lösen und um an bessere Waffen zu gelangen.Im späteren Verlauf des Spiels gelangen wir an besseres Equipment wie Sturmgewehre, Scharfschützengewehre oder Raketenwerfer. Durch entsprechende Modding-Kits lassen sich diese Waffen jederzeit auch umbauen. So wird zu Beginn aus einer normalen Pistole im Handstreich eine durchschlagkräftige Maschinenpistole, wie praktisch. Durch weitere Aufsätze wie Visiere oder Schalldämpfer lassen sich die Waffen weiter modifizieren. Das ganze ist allerdings weit nicht so ausgeklügelt wie etwa bei The Division wo man ständig versucht ist bessere Waffen zu bekommen und es auch hunderte Modifikationen dafür gibt.

Um Verbesserungen aber in Homefront überhaupt einsetzen zu können, müssen Geld und Technikpunkte rangeschafft werden. Diese bekommt man z.B. durch das erfolgreiche Erledigen von Missionen und das Hacken von Sendemasten. In den eigenen Basen lassen sich dann an Waffenschränken neue Ausrüstung kaufen bzw. die Munition auffüllen. Überall in den zerstörten Gebieten der Stadt lassen sich darüber hinaus allerlei Gegenstände und Geräte finden, die wir zerlegen können um wichtiges Material daraus zu gewinnen wie etwa Elektronik, Kupferkabel, Batterien usw. Daraus basteln wir uns im Menü jederzeit Gadgets wie Brandbomben, Ablenkungssender oder Hackmodule bis hin zum ferngesteuertem Auto, welches mit einer Kamera ausgestattet den Gegner ausspionieren kann. Das alles klingt eigentlich nach jeder Menge Spaß, allerdings ist dieser bei meinem Test nach ein paar Stunden relativ schnell verpufft, es ist nicht zwingend notwendig die Waffen stark zu modifizieren oder dauernd Gadgets einzusetzen um dem Gegner Herr zu werden. Zu unspektakulär spielen sich die Kämpfe ab, die Gegner sind auch noch dazu nicht die Hellsten und fallen eher mit Masse als durch Qualität auf. Wozu also geschickt den Gegner ausspionieren, wenn er mir sowieso vor die Flinte läuft wenn ich mich an einer geeigneten Stelle positioniere. Dazu kommen Erschwernisse wie die „hakelige“ Steuerung beim Klettern und die manchmal übersinnlichen Fähigkeiten des Feindes uns aufzuspüren und Massen von Soldaten auf den Hals zu hetzen.

Sicher machen die Stealth-Passagen zeitweise recht viel Spaß, die manchmal erforderlichen Feuergefechte weniger, das Treffer-Feedback ist dazu eher mau und die Waffen allesamt eher unspektakulär. Selbst die Animationen der Spielfiguren können z.B. mit denen von The Division nicht mithalten, obwohl Homefront von der bekannten und potenten CryEngine befeuert wird. Homefront schafft es auch auf Dauer nicht den Spieler zu motivieren unbedingt bessere Waffen und Ausrüstungsgegenstände besitzen zu müssen.

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Solide Technik mit Schwächen

Anfangs ist man von der Kulisse, die die CryEngine erzeugt, angenehm angetan, die zerbombten Gebäude der Stadt sind schön in Szene gesetzt, das Licht spiegelt sich im Asphalt, Raucheffekte und Explosionen sind gut umgesetzt. Die Framerate auf der PS4 bleibt aber leider nicht konstant und bricht zeitweise auf unter 20fps ein. Dazu gesellen sich einige Bugs, die schon angesprochenen mauen Animationen der Spielfiguren und eine durchschnittliche Soundkulisse. Wie gesagt grundsätzlich ist die Spielewelt zwar stimmig, andere Freiheitskämpfer und Bewohner bevölkern das Szenario, große Luftschiffe schweben über der Stadt und Fahrzeuge patrouillieren durch die Häuserschluchten, aber trotzdem wirkt das insgesamt nicht stimmig und bei näherem Hinsehen ist der glanzvolle Lack der Anfangseindrücke dann doch schnell wieder ab.

Mehr Spaß im Multiplayermodus

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Wenn schon im Singleplayer schnell die Luft raus ist, die SP-Kampagne hat ca. einen Umfang von 20 Stunden, motiviert uns evtl. der Multiplayermodus länger die Disc im PS4-Laufwerk zu lassen. Tatsächlich bietet Homefront: The Revolution einen ganz spaßigen Koop-Modus mit bis zu vier Spielen um ähnlich wie in The Division diverse Missionen gemeinsam erfolgreich abzuschließen. Dazu gilt es zuerst eine Spielfigur zu erstellen und mit Basiswaffen auszurüsten um dann gemeinsam mit seinem Team die 6 Missionen in 3 versch. Schwierigkeitsgraden zu bestreiten. Je nachdem welchen Beruf man für seine Spielfigur gewählt hat, bekommt man andere Talente, die dann wiederum erlauben schneller zu laufen, Granaten weiter zu werfen oder Ziele besser anvisieren zu können. Schafft man die Missionen winken Kohle und Erfahrungspunkte die dann in bessere Waffen oder neue Talente investiert werden können. Dazu kauft man sich Ausrüstungskisten, die dann zufällige Kleidung, Waffen und Aufsätze oder Verbrauchsgegenstände enthalten können. Das Sammeln von besseren Waffen und hochwertiger Ausrüstung auf dem Schlachtfeld direkt entfällt leider und ist damit für die langfristige Motivation Homefront zu spielen nicht unbedingt zuträglich. Eine Zeitlang macht der Koop-Modus also auch Spaß, nach einiger Zeit kehrt man aber dann doch wieder reumütig zu den actionreichen und motivierenden Feuergefechten in The Division zurück.

FAZIT

Zeit für die Abrechnung, nicht nur mit der KVA im Spiel, sondern auch mit dem Game selbst. Die verantwortlichen Entwickler der Dambuster Studios haben zwar im Prinzip einen grundsoliden Open-World Shooter gebastelt, der allerdings die hohen Erwartungen nicht erfüllen kann. Die Spielewelt ist einerseits zwar stimmig, aber Bugs, schwache Animationen und eine unausgegorene Spielmechanik können auf Dauer leider nicht motivieren. So gestalten sich die Missionen und Feuergefechte wenig spektakulär und der Motivationstrieb bessere Waffen und Ausrüstungsgegenstände besitzen zu müssen, hält sich arg in Grenzen. Kurzfristig macht dann der Multiplayermodus noch Laune, aber auch hier werden zu wenige Missionen und wenig Abwechslung geboten um das Ruder noch herumreißen zu können. Alles in allem bietet Homefront: The Revolution zu Beginn zwar gute Ansätze, wird in der Mitte dann leider nur durchschnittlich und schwächelt im Abschluss. Wer den Titel allerdings in nächster Zeit zu einem günstigen Preis bekommt, kann mal einen Blick riskieren, ein paar Stunden Unterhaltung auf der PS4 sind durchaus drin.

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