Mirror’s Edge Catalyst im Test
GRAFIK 4
SOUND 3
HANDLING 3
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 2

Anfangs macht es wirklich sehr Spaß durch die Stadt zu rennen und Kunststücke zu machen, doch man verliert leider schnell die Motivation. Nach so langer Wartezeit erwartet man sich einfach mehr als nur ein paar einfache Missionen und einen schwachen Onlinemodus

Summary 3.0 stark
GRAFIK 5
SOUND 5
HANDLING 5
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5
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Summary 5.0 geil

Mirror’s Edge Catalyst im Test

Mirror’s Edge – dieser Titel dürfte einigen von euch bereits ein bekannter Name sein. Das Aktion geladene Parcour Spiel aus dem Hause DICE. Nun veröffentlicht der schwedische Entwicklerstudio nach endlosen 8 Jahren Wartezeit endlich eine Fortsetzung. Doch schnell stellt sich heraus um was es sich in diesem Spiel dreht… rennen, rennen und nochmals rennen.

Seit 1992 produziert DICE nun Computer- und Konsolenspiele doch richtig bekannt wurden sie erst knapp 10 Jahre später durch die Veröffentlichung des ersten Battlefield-Titels. Es folgten viele weitere Spiele, die Grafik entwickelte sich zeitgemäß und auch für das Studio wurde es immer besser. Im Jahr 2006 wurde DICE ein 100%iges Tochterunternehmen des weltgrößten Publishers Electronic Arts und so erschien zwei Jahre später der erste Teil von Mirror’s Edge. Mit dem ersten Teil hat der Nachfolger nur aber leider relativ wenig gemeinsam. Gut, das Spielprinzip ist das selbe, aber was die Story betrifft, konnten sich die Entwickler entweder nicht mehr erinnern, oder sie wollten gezielt eine komplett andere Handlung an den Mann bringen.

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Runner, Runner

Mirror’s Edge schickt den Spieler in die riesige, futuristische Stadt Glass. Diese wird von dem „Konglomerat“ beherrscht, das alle Einwohner quasi als „Mitarbeiter“ beschäftigt und handhabt. Und genau hier beginnt auch die Story. Unser Alter Ego ist, wie auch schon im Vorgänger, die junge Runnerin Faith, die gerade aus dem Gefängnis entlassen wird und Icarus, ebenfalls ein Runner, kennenlernt. Wieso sie aber hinter Gittern war, wird einem nicht vermittelt – dafür müsste man den Exordium-Comic gelesen haben. Wie dem auch sei: Die Runner sind eine anarchistische Gruppe, die sich dem Konglomerat widersetzt. Einerseits sind sie ein Transportmittel für persönliche oder heikle Gegenstände für die Bewohner von Glass, andererseits fühlen sich viele von ihrer bloßen Anwesenheit belästigt, was das Rennen durch die Stadt nicht immer einfach gestaltet da der Alarm relativ schnell betätigt wird. Das Spiel wird in der Egoperspektive gespielt, was am Anfang ziemlich ungewohnt ist was die Steuerung betrifft. Da Aktion-Games aber meistens in der Third-Person Ansicht gespielt werden, ist diese Ego-Runner Perspektive eine gelungene Abwechslung zu der öden „Ein schöner Rücken kann auch Entzücken“ Spielansicht.

Zu Beginn des Spiels lernt man im Runner-Unterschupf gleich mal alle für die Story wichtigen Figuren kennen und wird mit der Steuerung vertraut gemacht. Es gibt eine Art Navigation die einem über das ganze Spiel hinweg begleitet… die sogenannte Runnersvision. Man kann mit Ihr auf der Karte Punkte fixieren und sie leitet einem mittels rotem Licht an den richtigen Punkt. Dieses rote Licht mag zwar sehr hilfreich sein, doch würde eine Minikarte mit Pfeil meiner Meinung nach viel mehr Individualität ins Spiel bringen. Die Stadt ist im Open-World Prinzip aufgebaut, was im Grunde unendlich viele Möglichkeiten und Wege bieten würde von A nach B zu kommen, doch dieses rote Licht verleitet einen leider immer wieder die vorgegebene Route zu nehmen und die anderen Möglichkeiten zu ignorieren. Leitern, Geländer, Stangen, Rohre … alles, was man verwenden könnte wird Rot markiert und verleitet dazu zu glauben, dass es nur diesen einen Weg gibt oder das sich Faith nur an diesen bestimmten, rot markierten Gegenständen festhalten kann. Ist aber nicht so. Insofern irreführend, da andere Routen meist deutlich schneller wären. Das Spiel fordert also quasi eine Art Spieler-eigenes „Runnertum“ – also Ungehorsam. Nur dann spart man sich nämlich unnötige Umwege wie zum Beispiel die Treppen Rauf und Runter, obwohl man doch ganz elegant von Haus zu Haus springen könnte. 

Was allerdings von Anfang an echt motiviert alle Haupt- und Nebenmissionen abzuschließen, sind die Erfahrungspunkte mit denen man Upgrades für Faith kaufen kann. Wo man anfangs gerade mal laufen, springen und rutschen kann, erlernt man so schnell artistische Kunststücke wie den Doppel-Wallrun. Doch das war es dann auch schon wieder. Brauchen tut man diese ganzen Upgrades nicht wirklich, da man alle notwendigen Fähigkeiten mittels Hauptmissionen freispielt und man meistens für irgendwelche zusätzlichen Kunststücke viel zu sehr im Stress ist.

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Lange Laufwege, Katastrophale Kämpfe

Im Laufe des Spiels kommt man leider immer wieder mit der sogenannten Kugersec in Verbindung; quasi die Polizei der Stadt. Und als solche wollen die Faith am liebsten schnell wieder ins Gefängnis bringen, da sie am Anfang nicht ganz korrekt mit den Arbeitsrichtlinien umgegangen ist. Doch die Kämpfe sind eine Katastrophe und man versucht so gut es geht jeden einzelnen Kampf zu umgehen (oder zu umrennen). Die Gegner sind zwar nicht die stärksten oder intelligentesten, doch bleibt man mal kurz stehen ist man meistens geliefert, da Faith nichts wegstecken kann und sie auch keine Waffen oder ähnliches besitzt. So muss man also alle Kämpfe im Nahkampf austragen was echt keinen Spaß macht. Ein paar Schläge von einem etwas kräftigeren Gegner und schon wird der Bildschirm Rot und so bleibt es einem also nur übrig, wie auch sonst die restliche Zeit im Spiel, zu Rennen und die Gegner mittels Sprungkick oder ähnlichen zu verletzen. Noch ärgerlicher wird es dann, wenn Gegner mit Fernkampfwaffen ins Spiel kommen und man sich erstmal vortasten muss.

Was mich an Mirror’s Edge leider auch sehr gestört hat, war dieses ewig lange laufen. Am Anfang ist man ja noch sehr motiviert und es macht einem irrsinnig Spaß , doch mit der Zeit wird es einfach nur nervig. Es gibt zwar die Möglichkeit einer Schnellreise in diverse Unterschlüpfe der Stadtteile, doch dazu muss man erst mal unzählige Sammelgegenstände in dem jeweiligen Stadtteil finden um diese freizuschalten. Ein weiterer Minuspunkt ist die etwas lasche Story und die viel zu einfachen Hauptmissionen. Man spricht mit einer Person, rennt zur nächsten Person, transportiert einen Gegenstand oder bricht in ein Gebäude ein und schon hat man die Mission abgeschlossen. Selbst als man in das Hauptquartier von Kugersec einbricht, hat man nicht gerade das Gefühl als wäre das eine schwierige Mission, da es weder Wachen noch irgendwelche Sicherheitssysteme gibt auf die man achten muss. Die Spielzeit für die Hauptmissionen der Story beträgt insgesamt zwischen 8 und 9 Stunden. Damit hat es sich dann auch getan, da die Motivation für die Nebenmissionen einfach fehlt und es einem auch nichts bringt. Man bekommt mehr Erfahrungspunkte für mehr Upgrades die man nicht benötigt – toll. Das Ende von Mirror’s Edge deutet zwar auf eine Fortsetzung hin, doch wenn man nun wieder 8 Jahre warten muss, macht das wirklich keinen Spaß.

FAZIT

Anfangs macht es wirklich sehr Spaß durch die Stadt zu rennen und Kunststücke zu machen, doch man verliert leider schnell die Motivation da jede Mission ähnlich aufgebaut ist. Nach so langer Wartezeit erwartet man sich einfach mehr als nur ein paar einfache Missionen und ein Onlinemodus in dem man eventuell gegen andere Spieler in einem Rennen antritt, fehlt auch. Die Grafik ist teilweise ziemlich beeindruckend, doch hätte man das noch ein Stückchen besser machen können.

Ein Gastbeitrag von Lukas König

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