Cook, Serve, Delicious! 3?! im Test
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 3
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 5

Das Koch-Abenteuer bietet viel Stress, aber noch mehr Spaß. Grafik und Soundtrack überzeugen, das Handling ist aber für Einsteiger sehr schwierig

Summary 4.2 geil
GRAFIK 0
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HANDLING 0
SPIELDESIGN 0
MOTIVATION 0
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Cook, Serve, Delicious! 3?! im Test

Willkommen im Jahr 2042. Die Zukunft ist da und die Welt ist im Krieg versunken. In dieser düsteren Zeit, ohne jegliche Resthoffnung, bleibt den Leuten nur ein letzter Strohhalm auf Freude: Essen! Und genau dieses gilt es in Cook, Serve, Delicious! 3?! möglichst schnell zu servieren – in Foodtruck-Manier!

Obwohl ich die ersten zwei Teile von Cook, Serve, Delicious bisher nie gespielt hatte, standen sie immer irgendwo auf meiner innerlichen Videospiel To-Do-Liste. Das Setting rund um bunten Restaurant-Spielspaß, gepaart mit viel Stress und Chaos, hat mich in den Grundzügen schon etwas länger angesprochen. Nicht umsonst bin ich beispielsweise auch riesiger Overcooked Fan. Umso mehr freute ich mich also, mit Cook, Serve, Delicious! 3?! nun etwas in das Franchise hineinschnuppern zu können. Wirklich beurteilen kann ich damit aber nur Teil 3, und nicht mögliche Unterschiede oder Verbesserungen zu bisherigen Versionen.

So starte ich in Cook, Serve, Delicious! 3?! also motiviert rein, in ein vom Krieg geplagtes Amerika. Dabei beginnt unser Abenteuer gleich mit einem verheerenden Schlag: das offizielle Cook, Serve, Delicious Restaurant wurde in die Abgründe des Krieges reingezogen – und in Folge eines Raketenangriffes zerstört. Kurzerhand muss also umdisponiert werden. Mit der Hilfe von zwei Bergungsrobotern – Whisk und Cleaver – wird also das eigene Auto kurzerhand zum Foodtruck umfunktioniert. Wir schreiben schließlich das Jahr 2042. Da geht sowas schon mal in Sekundenschnelle! Zutaten und Töpfe eingepackt, und los geht die große Reise!

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Zeit, ins Foodtruck-Business einzusteigen!

Ein harter Kampf für zufriedene Kundschaft!

Nach der ersten Einführung ins Abenteuer geht es auch so gleich an den fahrenden Herd. Ein erstes, kleines Tutorial zeigt uns die grundlegenden Spielmechaniken. Hier habe ich echt eine Weile gebraucht, mich in das Spielprinzip so richtig hinein zu fuchsen. Als Neuling des Franchise ist es anfangs echt überfordernd, wie schnell man arbeiten und auf wie viel man eigentlich achten muss! Zur Linken im Foodtruck befindet sich dabei als Erstes die Menütafel. Diese zeigt an, welche und wie viele Speisen wir aktuell zubereiten müssen. Zu unserer Rechten sehen wir diverse Zutaten, welche in der richtigen Reihenfolge dann in der Mitte geschichtet werden wollen.

Dabei gibt es für jede Aktion – und das sind verdammt nochmal viele! – eine eigene, entsprechende Taste. Ich hatte mich zuerst mit Controller an dem Spiel versucht, dies aber recht schnell aufgegeben. Denn hier war ich wirklich nur damit beschäftigt irgendwie die passenden Tasten zu suchen und dementsprechend komplett mit dem Tempo überfordert. Mit der Tastatur ging es schon um einiges besser, es brauchte aber dennoch wirklich seine Zeit, um hier etwas rein zu finden. Als absoluter Anfänger lief mein Einstieg also definitiv eher holprig. Als ich jedoch dann im Spiel wirklich drin war, dann begann auch der Spaß. Denn es gibt kein größeres Erfolgserlebnis, als in Windeseile die Gerichte über die Theke zu knallen, und sich dabei wie der Restaurant-Gott höchstpersönlich zu fühlen! (Jedenfalls wenigstens für ein oder zwei Bestellungen, bevor wieder das komplette Chaos ausbricht!)

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Die Kunden freuen sich über diese netten Brote, die jedoch nur UNTER VIEL STRESS ENTSTANDEN! HILFE!

Der Kunde ist König… leider!

Als wäre das reine Chaos an sich an Tasten und Zutaten in der Küche dabei noch nicht schlimm genug, läuft der ganze Spaß natürlich auch noch auf Zeit. Wir tuckern nämlich mit unserem Foodtruck stetig von Ziel zu Ziel, querfeldein durch die USA, und erhalten unsere Kundenwünsche bereit auf der Hinreise. Dabei müssen wir beispielsweise auf der Fahrt nach „Buttermilk Country“ bereits alle Gerichte in ersten Zügen vorbereiten, schon bevor wir am eigentlichen Standort angekommen sind. Waren wir dabei nicht schnell genug, können wir auch dann nämlich erstmal angekommen nicht alle Kunden bedienen.

Vor Ort ist der Stress dann natürlich auch nicht vorbei. Manche Kunden nehmen sich einfach das Recht raus, auch noch Sonderwünsche zu fordern. Getreu dem Motto „Der Kunde ist König“ wollen diese natürlich berücksichtigt werden. Je nach Wunsch müssen also Toppings oder Extrazutaten vor dem Servieren ergänzt werden. Glasklar dann natürlich, dass bei mir anfangs sicher an die 80 % der Kunden mit knurrendem Magen, oder einfach falschem Essen verschwanden. Einwandfrei läuft mein Business hier! Und wieso hab ich auf einmal eigentlich so viel Hunger?

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Bereits auf der Fahrt gilt es schnell zu arbeiten – um Kunden nicht leer ausgehen zu lassen!

Ein Menü möcht‘ ich bauen, und den Foodtruck auch gleich mit!

Besonders gut gefällt mir, wie viele Anpassungsmöglichkeiten sich mir in dem Spiel bieten. Sobald man aus den ersten Tutorial-Level draußen ist, kann man nämlich wirklich viel am eigentlichen Spiel anpassen. In jedem Level darf der Spieler selbst festlegen, welches Menü er für die Kunden kochen möchte. Dadurch kann der Spieler auch gleichzeitig die Schwierigkeit des Spieles für ihn etwas beeinflussen. Jedes Gericht hat dabei nämlich eine eigene Schwierigkeit und ich konnte selbst festlegen, ob ich mich schon bereit für Ratatouille fühle, oder noch mit gekochten Eiern Probleme habe.

Gleichzeitig lässt sich ab einem kleinen Fortschritt im Spiel auch der eigene Foodtruck anpassen. Dies passierte dabei direkt auf zweierlei Art. Einerseits rein dekorativ, was beispielsweise die Farbe oder kleine Gadgets in unserem Truck betrifft. Andererseits gibt es aber auch ein kleines Upgrade-System für richtige Aufwertungen, wie einen komplett zweiten Arbeitsplatz. Ich hätte hier definitiv NICHT mit so vielen Möglichkeiten gerechnet. Das gefällt mir sehr und man merkt, wie viel Liebe eigentlich in diesem kleinen und eher unscheinbaren Spiel drin steckt.

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Atmosphärisch gut gelungen – aber irgendwie schwierig mit der Story…

Das gesamte Setting und die Atmosphäre des Spieles ist Cook, Serve, Delicious! 3?! ganz gut gelungen. Es ist natürlich kein realistisches Grafikwunder, aber der Stil passt einfach irgendwie. Er sieht genauso bunt und verrückt aus, wie sich das Spiel auch wirklich spielt. Bei dem Stress der Bestellungen hat man zudem sowieso irgendwie wenig Zeit auf seine Umgebung zu achten – man schwimmt eher in den aktuellen Zutaten, geplagt vom zeitlichen Druck. Großes „Manko“ dabei aber: die viel zu lecker aussehenden Gerichte. Wie soll man sich bitte auf das Spiel konzentrieren, wenn man die leckersten Pfannkuchen und Spaghetti serviert?  Die Musik fügt sich dabei super in den Hintergrund ein. Ist weder aufdringlich, noch zu dezent – und macht einfach durchgehend Lust auf mehr! Grundsätzlich würde dieser auch gut in die eigene Küche passen, ganz abgesehen vom eigentlichen Spiel. Dieser ist also wirklich gut gelungen!

Schwierig ist für mich jedoch die teils eingebundene Geschichte. Denn obwohl das Spiel davor eine „richtige“ Geschichte verspricht, wird diese ziemlich an den Rand gedrängt. Nach dem Intro ist das Setting des kriegsgeplagten Amerikas nur noch selten präsent. Kleine Cutscenes wurden zwar eingespielt, hätten aber für meinen Geschmack gerne noch etwas präsenter sein dürfen. Gleichzeitig ist Cook, Serve, Delicious! 3?! halt auch kein Story-Spiel – wenn man es aber schon teilweise ankündigt, hätte gern noch etwas mehr dahinter stecken dürfen.

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Mir schmeckt Bubble Tea nicht einmal! Und trotzdem wollt ich danach unbedingt einen kaufen…

FAZIT

Cook, Serve, Delicious! 3?! bringt viel Spaß, aber vor allem auch Stress ins heimische Wohnzimmer. Das Spiel hat viel mehr Umfang und vor allem Liebe zum Detail im Gepäck, als ich je von dem kleinen Titel um knapp 20 € erwartet hätte. Wobei „klein“ hier eigentlich das total falsche Wort ist, wie ich nun eines Besseren belehrt wurde. Hunderte Gerichte und zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten des eigenen Spielgefühls werden im Laufe der Spielstunden geboten. Die Grafik passt einfach wie die Faust aufs Auge, wenngleich der Titel auch kein Grafikwunder darstellt. Der Soundtrack hat mich absolut überzeugt und nach ersten Anfangsschwierigkeiten hatte ich beim Kochen und Servieren einfach wirklich viel Spaß.

Genau für diese ersten Schwierigkeiten muss ich aber fürs Handling doch einige Punkte abziehen. Es war als kompletter Anfänger einfach unglaublich schwierig mit den gefühlt tausend unterschiedlichen Tasten und Aktionen zurecht zu kommen. Das sorgte für ersten Anfangsfrust, welchen der Spieler erst einmal „überstehen muss“.

Wer jedoch Freund von rasantem Küchen-Spaß ist, kann mit Cook, Serve, Delicious! 3?! (um knapp 20 €) wenig falsch machen und darf gerne mal einen Blick riskieren.

Was ist Cook, Serve, Delicious! 3?!? Der dritte Teil des bunten Restaurant-Simulationsspieles.
Plattformen: Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One, Microsoft Windows, Mac OS
Getestet: auf PC, Intel Core i7-6700K, 16GB RAM, NVIDIA GTX 1080
Entwickler / Publisher: Vertigo Gaming
Release: 14. Oktober 2020
Link: Offizielle Webseite

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