Unrailed! im Test
GRAFIK 4
SOUND 3
HANDLING 3
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5

Unrailed! bringt ein lustiges Schienenbau-Chaos auf die heimische Couch. Grafik und Sound wissen mit Abstrichen zu überzeugen. An die Steuerung muss man sich jedoch gewöhnen

Summary 4.0 geil
GRAFIK 0
SOUND 0
HANDLING 0
SPIELDESIGN 0
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Unrailed! im Test

Eisen hacken. Bäume fällen. Und, oh nein, der Zug steht wieder in Flammen! Verdammt, aber gleich entgleist er auch noch. Genau dieses pure Chaos erwartete mich im neuen Co-Op Spiel Unrailed! vom Entwickler Indoor Astronaut. Als absoluter Fan von Co-Op-Spielen habe ich also just meinen Freund zum gemeinsamen Couching verdonnert und mich als Schienenarbeiterin versucht!

Achtung an Gleis 1 – Zug fährt ein!

Ach, was könnte die Welt in Unrailed! schön sein. Eine fröhlich bunte Pixelwelt ohne große Gefahren, gepaart mit entspannten Zugreisen zwischen den einzelnen Urlaubsdestinationen. Einfach die Aussicht genießen und zurücklehnen. Naja, also fast. Denn irgendwie fehlen dem Zug die Schienen. Und ab und zu wollen Ganoven deine Ressourcen klauen. Oh, und Moment, der Zug beginnt zu brennen. Ach verdammt. Strecke zu Ende, Zug entgleist… aber sonst läuft alles einwandfrei, ich versprech’s! Für genau dieses amüsante Chaos sorgt Unrailed! – das neue Co-Op Abenteuer für gemeinsame Abende auf der Couch. Also sofort mal schnell meinen Freund zum gemeinsamen Bauen verpflichtet und losgelegt!

Bereits im November 2019 durften wir in der Redaktion einen ersten Blick auf die damalige Early-Access Version des Spiels werfen. Nun ist mit 23. September die finale Version offiziell auf den diversen Plattformen erschienen – und die hat einige Änderungen und Verbesserungen im Gepäck. Dennoch war ich nach dem ersten Trailer etwas zwiegespalten: Kann Schienenbauen wirklich langfristigen Spaß bieten, so wie der Trailer es verspricht?

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Volle Fahrt voraus! Naja, solang es eben möglich ist!

Ich versteh nur Bahnhof… dank eines technisch-holprigen Starts

So wollte ich mich also sofort in das Gleisbauen stürzen. Ganz so leicht wurde mir der Weg dorthin jedoch nicht gemacht. Denn die Review-Version auf Steam – welche wir dankenswerter Weise von den Entwicklern erhalten haben – bereitete mir einige Probleme. Bei der ersten Installation schien nämlich einiges schief gegangen zu sein. Das Spiel wollte nicht starten und brachte meinen PC sogar zweimal zum Absturz. Hm. Ich dachte hier sollten maximal Züge abstürzen, aber doch nicht mein unschuldiges elektronisches Gerät. Naja, wie dem auch sei.

Also einmal komplett neu installiert und einmal im Steam-Client repariert – und siehe da, dann funktionierte schlussendlich auch alles einwandfrei. Etwas getrübt wurde meine Anfangsmotivation dadurch jedoch definitiv. Vor allem, da wir es auch an einem zweiten PC versuchten und auch hier besagte Review-Version erneut Probleme machte; der Fehler war also geräteunabhängig reproduzierbar. Ich durfte den Test jedoch bereits vor dem eigentlichen Release des Spiels beginnen. Dementsprechend hoffe ich, dass sich diese ersten technischen Probleme beim eigentlichen Release bereits ergeben haben!

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Anfangs war nicht die heiße Lava mein wahres Hindernis!

Endlich Zeit gemeinsam auf den Zug aufzuspringen!

Nachdem die ersten Hürden genommen waren, konnten mein Freund und ich uns endlich ins Tutorial stürzen. Das Prinzip von Unrailed! funktioniert ab dem Start einfach und ansprechend. In Teamwork wollen Holz und Eisen abgebaut werden. Diese beiden Ressourcen werden dann beim Produktionswagen des Zuges zu Gleisen zusammengefügt. Zack, vorm Zug platziert und schon heißt es fröhlich weitertuckern! Der Zug bleibt dabei aber nicht nett wartend stehen, sondern bewegt sich langsam auf sein unausweichliches (Gleis-)Ende zu. Zugleich darf während der Gleisarbeiten der Motor des Zuges nicht außer Acht gelassen werden. Durch die laufende Gleisproduktion überhitzt dieser gerne mal und muss daher mit Wasser von einem nahen Fluss gekühlt werden.

Minecraft lässt grüßen

Unrailed! setzt beim Bauspaß auf eine Pixelgrafik, welche durchaus an Minecraft erinnert. Die Optik passt jedoch ganz gut zur Thematik des Spieles und bietet zudem viel Abwechslung. Dem Spieler bieten sich dabei unterschiedliche Welten, ob nun mit Wasserfällen, Lava, oder sogar im Weltraum. Dies gefiel mir wirklich gut. Teilweise war der Gleisbau in der Pixelwelt jedoch nicht so einfach wie erwartet. Denn es passiert sehr schnell, dass man eine Schiene beispielsweise genau eine Pixelkachel zu weit platziert – da ist die Grafik teilweise etwas trügerisch. Auch der Sound passt gut zum Pixelabenteuer. Besonders gut gefällt mir, dass dieser sich immer an die Umgebung anpasst. In der Wüste fühlt man sich dadurch wie im nächsten actiongeladenen Wild-West-Film. Leider läuft der Sound jedoch nicht in Dauerschleife, sondern ist meist nach einigen Minuten vorbei.

Das hat mich schon durchaus gestört, da gerade die lustige Musik im Hintergrund bei einem Co-Op Game für mich einfach dazugehört. Da ich aber auch verstehe, dass es in ewiger Dauerschleife nerven kann, hätte ich mir einfach die Option gewünscht, dies ein- oder auszuschalten.

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Wir dürfen uns durch zahlreiche, ganz unterschiedliche Bereiche bauen.

Wir bauen Gleise da hin, wo noch niemand war!

Nach der kurzen Einführung haben wir uns dann auch direkt in das Spiel gestürzt. Dasselbe bietet drei Varianten:

  • Schnell: ein einzelner Levelabschnitt, in welchem der Zug möglichst schnell seinen Zielort erreichen muss. Man kann seinen Rekord online messen und vergleichen.
  • Versus: zwei Teams versuchen den Zug über einen einzelnen Levelabschnitt schneller als das gegnerische Team ins Ziel zu bringen
  • Endlos: einzelne Levelabschnitte des „Schnell“-Modus werden aneinandergereiht. An jeder Station können Zug oder Produktionswaggons aufgewertet werden. Die Runde endet erst, wenn der Zug entgleist.

Wir haben in alle Modi einmal reingeschnuppert, doch brachte für uns nur der Endlos-Modus das wahre „Unrailed!-Gefühl“ rüber. Es macht unglaublich viel Spaß zu versuchen, den eigenen Zug immer weiter zu bringen. Dabei muss man sich stets wechselnden Bedingungen stellen und sich diesen anpassen. Je nach Umgebung muss man beispielsweise in der Wüste eine andere Lok wählen, um erfolgreich voran zu kommen. Der Zug wird dabei im Endlos-Modus zwischen jedem Levelbereich schneller, und fordert mehr Koordination der Spieler. Diese stetig wachsende Herausforderung gefiel mir wirklich gut! Der Schnell-Modus ist in unseren Augen eher für ein kleines Reinschnuppern in das Spiel gedacht und bringt leider keinen herausfordernden Schwierigkeitsanstieg mit sich.

Auch den Versus-Modus haben wir ausprobiert. Dieser hat zu zweit jedoch leider einfach etwas zu wenig Spaß gemacht. Hier fehlte das typische Chaos, dass man sich gegenseitig in die Quere kommt und vielleicht mal Materialien verschleppt die das Gegenüber dringend bräuchte. Ich kann mir aber vorstellen, dass dieser ab vier Spielern wirklich viel Spaß bringt, denn da geht dann das kämpferische Gewusel erst richtig los!

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Das Upgraden des Zuges macht Spaß und steigert den Wiederspielwert!

Hacken und Fällen – das alles automatisch?

Die Steuerung ist zwar einfach und praktisch gehalten, für mich aber leider nicht sehr intuitiv. Um Holz und Eisen abzubauen, muss man die Spielfigur nämlich lediglich neben den rohstoffspendenden Baum oder Stein platzieren. Die Figur hackt sodann dreimal auf die Ressource ein und dann lässt sich das neue Material einsammeln. Irgendwie fühlte sich das für mich einfach total komisch an, quasi meinem Charakter zuzusehen aber selbst nichts zu tun – wenigstens einmal oder zweimal einen Knopf zu drücken.

Auf der anderen Seite verstehe ich auch, dass man hier vermeiden wollte Spieler tausendfach den selben Knopf drücken zu lassen, nur um Eisen und Holz zu sammeln. Ich hätte mir eine Option gewünscht dies vielleicht ein- oder auszuschalten. Das ist nun definitiv „Meckern auf hohem Niveau“, war für mich jedoch ein wichtiger Punkt beim gesamten Test. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber an die Steuerung und das gemeinsame Bauen macht Spaß und läuft flüssig!

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Gerade in stressigen Situationen ist die Steuerung teilweise gewöhnungsbedürftig!

FAZIT

Ich hatte mit Unrailed! definitiv meinen Spaß. Endlich konnten mein Freund und ich unsere Beziehung in typischer Co-Op-Spiel-Manier wieder ordentlich auf die Probe stellen. Grafik und Sound wissen dabei mit kleinen Abstrichen zu überzeugen und das eigentliche Spielprinzip funktioniert schnell und vor allem sehr einnehmend. Schienenbauen war für mich definitiv lustiger als erwartet!

Grundsätzlich zieht sich aber ein roter Faden der Kritik bei mir durch das Spielerlebnis: „Warum nur gibt es so wenig Anpassungsoptionen?“. Die eine oder andere Ergänzung in den Einstellungen – wie beispielsweise beim Sound oder der automatischen Steuerung – hätten hier Abhilfe geschaffen und dem Spiel wirklich den idealen, letzten Schliff verliehen. Vielleicht wird hier ja in Zukunft noch etwas nachgebessert! Denn im Vergleich zur Early-Access-Version hat sich definitiv nochmal einiges getan.

Ich bin gespannt wie sich Unrailed! weiter entwickeln wird. Wer sich bis dahin selbst ein Bild vom Bauarbeiter-Chaos machen möchte, dem sei die kostenlose Switch-Demo-Version ans Herz gelegt. Hier könnt ihr einfach mal reinschnuppern und schauen, ob euch Prinzip und Steuerung zusagen.

Was ist Unrailed!? Im neuen Co-Op Abenteuer müssen Züge vorm Entgleisen bewahrt werden. Dazu bauen wir im Teamwork Schienen in bunten Level und Locations.
Plattformen: PC, PS4, Nintendo Switch, demnächst Xbox One
Getestet: PC, Steam-Version (Review-Version)
Entwickler / Publisher: Indoor Astronaut / Daedalic Entertainment, Bilibili
Release: 23. September 2020
Link: Offizielle Webseite

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