WoW: Warlords of Draenor – BETA-PREVIEW

WoW: Warlords of Draenor – BETA-PREVIEW

World of Warcraft, der Anfang des MMO-Zeitalters und die Antithese gegen all die Unkenrufe dass man mit einem monatlichen Zahlungsmodell doch gar nicht mehr überleben kann, hält nunmehr schon seit fast zehn Jahren am Genrethron fest.

Andere Spiele seiner Art mögen dieser Tage für einen einzigen Herzschlag auflodern und ebenso schnell wieder verlöschen, meist in einem Versuch die letzten paar Fans am Zahlen zu halten, bevor der unabwendbare Umschwung zum F2P-MMO vollzogen, und das Skelett eines einst vielversprechenden Spiels erneut für uns zum Tanzen gebracht wird. Die Spielerzahlen mögen ob der momentan fehlenden Inhalte ordentlich geschrumpft sein, aber wenn man dem Enthusiasmus in den offiziellen Foren traut, dann ist der Kern der Playerbase immer noch grundsolide – und mehr als bereit sich auf die fünfte Spielerweiterung von WoW zu stürzen.  Warlords of Draenor lockt uns erneut durch das dunkle Portal, in eine Scherbenwelt die gesund vor sich hinblüht. Wir haben für euch die Beta unsicher gemacht, und unsere ersten Eindrücke zu virtuellem Papier gebracht. Bitte seid euch jedoch bewusst, dass sich praktisch das gesamte Spiel vor Release noch verändern könnte. Wir halten es also mit der alten Weisheit: Nix is fix.

Unter der Führung von Garrosh Höllschrei war die Horde ein völlig anderes Biest als zu Zeiten von Thrall – weitaus erbarmungsloser und stärker, wenngleich auch sie selbst unter der Tyrannei des neuen Kriegshäuptlings zu leiden hatte. Gegen Ende von Mists of Pandaria wurde er endlich für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen: ihn erwartete ein fairer Prozess, statt der sonst so üblichen Vergeltung durch Spielerhand. Leider hatte er jedoch Verbündete die weitaus mehr Macht hatten als gedacht, und ihn mal eben 35 Jahre in der Zeit zurückschickten, um in einem Atemzug sein Volk vor dämonischer Korruption zu bewahren, und sie zur Eisernen Horde zu schmieden. Zu einer Streitmacht also, die nun über Azeroth herfallen will. Die orcischen Clans eines völlig anderen, noch gänzlich heilen Draenor sind nun also wie eine gewaltige Belagerungsmaschine auf uns gerichtet. Glücklicherweise haben wir über vier Addons gestärkte Champions auf unserer Seite, denen endlich mehr zugetraut wird als zwei Handvoll Wildschweininnereien zum dritten Questgeber von links zurückzutragen. Die Verantwortung neue Verbündete in Draenor zu finden und die Armeen der Allianz oder Horde in den Krieg zu führen obliegt zur Gänze euch!

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Und so beginnt es …

Den Startschuss zu unserem neuen Abenteuer markiert ein selbst für WoW-Maßstäbe übermäßig episches Intro, in dem ihr ein wild umkämpftes Dunkles Portal inmitten des üppigen Dschungels von Tanaan (besser bekannt als die zerbrochene Steinwüste der Höllfeuerhalbinsel ) erobert. Euch zur Seite stehen dabei Thrall, Khadgar und einige andere der mächtigsten Helden beider Fraktionen. Alsbald das eigentliche Ziel dieser Gegeninvasion (welches ich euch nicht spoilern will) erreicht ist, beweisen Horde und Allianz gleichermaßen, dass sie keine Schiffe steuern können, da sie die von der Eisernen Horde ausgeliehenen Exemplare postwendend in die Küsten der jeweiligen Stargebiete rammen. Die Horde strandet im Frostfeuergrat (TBC: Schergrat); einer unwirtlichen, schneebedeckten Einöde, durchwoben von gewaltigen Vulkanen. Hier kämpfen die Frostwolforcs ums nackte Überleben. Als einziger Klan, welcher der Eisernen Horde nicht die Treue geschworen hat, sind die Frostwölfe wichtige Verbündete für die Helden der Horde. Die Allianz hingegen hat das große Glück im Schattenmondtal an Land zu gehen; einem Gebiet das fest im Griff der Draenei liegt. Von ständigem Mondlicht beleuchtet wandelt man hier auf dunkelgrünem Gras und zwischen violetten Blätter tragenden Bäumen. Der Friede, an dem die Draenei rund um den Tempel von Karabor festhalten, steht natürlich kurz davor zerschmettert zu werden, womit wir Spieler eine klare Aufgabe vor uns haben.

Das erste und wichtigste neue Werkzeug in eurem Arsenal ist die Garnison, durch die ihr im Startgebiet eurer Fraktion Fuß fassen werdet. Blizzards Version der Spielerbehausung dient als sich ständig weiterentwickelnder Questhub, der am Anfang zwar nur aus drei Hütten und einer Mauer besteht, die von einer etwas stärkeren Brise umgeworfen werden könnte, wächst aber schon bald zu eurem Hauptquartier in Draenor heran. Komplett mit all den Gebäuden, die für euren persönlichen Spielstil am wichtigsten sind. Man stelle sich hier am besten eine der Basen aus den Warcraft Strategiespielen vor: Jedes Bauwerk erfüllt einen anderen Zweck und verleiht dem Spieler andere Fähigkeiten. Allerdings ist nur begrenzt viel Platz verfügbar. Was man wo aufstellt will also weise gewählt sein. Anhänger, Nichtspieler-Charaktere die für euch Aufgaben erledigen können gleichermaßen angelockt und in der Welt verteilt gefunden werden. Von unbekannten Charakteren über Parodien wie Leeroy Jenkins sind momentan allerhand Anhänger vertreten. So wie ihr beginnen auch sie auf Stufe 90 und steigen durch Erfahrung auf, bis sie 100 erreicht haben. Die Garnisonen machen schon jetzt, im unfertigen Zustand, eine Menge Spaß und sind ein sehr willkommenes, neues dynamisches Element, dass Warlords of Draenor hoffentlich gut abrunden wird. Denn ganz ehrlich, so viele Oberbösewichte wie wir erschlagen haben, ist es verdammt nochmal Zeit, dass unsere Charaktere endlich mehr Macht bekommen.

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Von Boni und Werten

Wenn man normalerweise eine Quest erhält, die für drei Spieler ausgelegt ist, kann man eigentlich nur lachen. Die meisten Klassen kommen mit Elite-Mobs eigentlich fantastisch zurecht – zumindest bisher. In Warlords of Draenor scheint sich das geändert zu haben, wodurch Teamwork schon von Anfang an gefördert wird. Auch die Schadenszahlen, dir ihr als Spieler nun verursacht, sind weitaus kleiner geworden, was allerdings nichts zum Gameplay selbst beiträgt – vom Verschwinden der irrwitzig riesigen Status-Boni und Damage Per Second-Raten mal abgesehen. Immerhin hält sich alles in Balance, und die Lebenspunkte der Monster sind parallel geschrumpft. Es hat jedoch nicht nur die Größe der Zahlen selbst getroffen: Eure Rüstung wird nun die Primärwerte abhängig von eurer Spezialisierung ändern. Das bedeutet im Klartext, dass es beispielsweise keinen Unterschied mehr zwischen Beweglichkeits- und Intelligenz-Rüstung gibt; beides ist ein und dasselbe. Die Sekundärwerte (Meisterschaft, Tempo, etc.) sind davon jedoch nicht betroffen. Vor allem, da ihr Portfolio um drei neue Optionen angewachsen ist: Readiness verringert Abklingzeit, Multistrike lässt euch für einen Bruchteil des Schadens mehr als ein Ziel angreifen und Versatility lässt euch mehr Schaden erzielen/heilen, während ihr weniger Schaden nehmt. In einem Versuch den ausgefalleneren Bonis von Diablo III näher zu kommen, plant Blizzard auch tertiäre Werte hinzuzufügen – mehr Bewegungsgeschwindigkeit, Leben absorbieren, Unzerstörbarkeit und reduzierter von euch genommener AoE-Schaden sind die momentan verfügbaren Tertiärwerte. Auch haben jetzt all die über die vergangenen Jahre gesammelten Spielereien, die wichtigen Platz in eurer Bank auffressen, mit der Spielzeugbox endlich einen eigenen Aufbewahrungsort bekommen – Erfolge inklusive!

Aber all die Änderungen wären natürlich nichts ohne die Chance, neue Ausrüstung zu ergattern. Sieben neue Instanzen öffnen euch ihre Tore, darunter auch ein upgegradetes Dungeon: die Obere Schwarzfelsspitze hat ein Makeover erhalten. Zwei Schlachtzüge sind ebenfalls angekündigt: die Schwarzfelsfabrik und Hochfels. Alle Schlachtzuggrößen jenseits der neuen superschweren mythischen Stufe sind nun flexibel und passen sich an die Anzahl der Spieler an – eine eigene Option für Flexibel gibt es nicht mehr. Für alle PvP-Begeisterten dort draußen hat Blizzard eine riesige Welt-PvP Zone geschaffen: Ashran. Dort soll eine konstante Schlacht wüten, deren Teilnehmer von mehreren Servern gleichzeitig gezogen werden. Wichtige Knotenpunkte können eingenommen werden und Questobjektive sind  für beide Fraktionen deckungsgleich, und in der Mitte sitzt ein Ogerkönig, den ihr durch erschlagen seiner Leibwächter kurzzeitig anheuern könnt. Die von euch im Gemetzel eroberte Währung könnt ihr dann einsetzen, um eurer Seite noch mehr Stärke zu verleihen. Ashran verspricht, die Ruhmestage des alten offene Welt-PvPs wieder aufleben zu lassen und könnte damit durchaus Erfolg haben.

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Neuer Glanz

Zum Zeitpunkt dieses Previews sind leider noch nicht alle verbesserten Charaktermodelle verfügbar, aber die paar welche es jetzt schon auf die Betaserver geschafft haben, können sich wirklich sehen lassen. Der Spagat zwischen neuwertig und doch gleich ist perfekt vollzogen, mitsamt neuen Animationen und (für World of Warcraft zumindest) beeindruckende Gesichtsmimik. Nicht mehr länger müssen Menschen einen Bart tragen, um ihre abgrundtief hässlichen Fratzen zu verbergen. Blizzard hat auch hier respektable Arbeit geleistet, wenn auch nicht alle Rassen zu Release von WoD ihr Upgrade erhalten haben werden. Die Blutelfen, mit ihrer komischen Körperhaltung die jedwede Rüstung in das rechte obere Eck ihres Torsos zieht, bleiben vorerst unverändert. Ebenfalls vom mit riesigen Schritten herannahenden Releasedatum zurückgelassen sind die vor einigen Wochen angekündigten kosmetischen Gegenstände – magische, von Ketten hängende Bücher für Paladine und Köcher für Jäger wären nur zwei der mit coolen Effekten versehenen Goodies gewesen, die uns mit ihren Entwürfen den Mund wässrig gemacht haben.

ERSTEINDRUCK:

Warlords of Draenor will Fans von Warcraft (und damit meine ich die gesamte Franchise) zurück zu den thematischen Wurzeln führen die es so beliebt gemacht haben, und versucht obendrein eine Menge der Aspekte nachträglich zu revitalisieren, die das alternde MMO plagen. Die Komfortänderungen, welche die neue Expansion mit sich bringt, waren schon lange überfällig, werden aber deswegen mit nicht weniger offenen Armen empfangen.  In seinem momentanen Zustand ist WoD einfach ein Rundumpaket, dass man als Veteran und Neuling gleichermaßen im Auge behalten sollte. Vielleicht ist es sogar genug, um die Spielerzahlen wieder zu ihrer alten Stärke zurück zu verhelfen.

Ein Gastbeitrag von Benedikt Wager

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