LEGO Super Mario im Test

LEGO Super Mario im Test

Was Klemmbausteine betrifft ist LEGO unangefochtener Marktführer und auf Videspiel-Konsolen ist Super Mario vermutlich das berühmteste Maskottchen überhaupt. Wenn man also beides kombiniert, dann MUSS doch etwas Geniales dabei rauskommen, oder? Um das herauszufinden habe ich mir zielgruppengerechte Unterstützung geholt und mich gemeinsam mit meiner sechsjährigen Tochter in die Abenteuer von LEGO Mario gestürzt.

In aller Kürze zusammengefasst: Mit LEGO Super Mario baut ihr eure eigenen Level aus Klemmbausteinen und durch diese hüpft ihr dann mit einer interaktiven Mario-Figur, sammelt Münzen und besiegt Feinde. Was ihr dafür benötigt ist zunächst das Abenteuer mit Mario – Starterset. Das enthält insgesamt 231 Steine, darunter auch essentielle Funktionsteile wie die LEGO  Mario Figur, ein Startrohr sowie die Zielstange, welche ausschließlich in diesem Paket enthalten sind! Diese drei Objekten dienen als Ausgangsbasis für jeden Kurs und alles was man  zwischen Start und Ziel baut, dient im Grunde nur dazu, dass Mario Münzen einsammelt. Je nachdem wie gut man durch das Level hüpft, können so neue Highscores erzielt werden.

Das Aufbauen eines ersten Test-Parcours ist zwar relativ simpel, wird aber dadurch erschwert, dass den Sets keine gedruckten Handbücher beiliegen. Stattdessen muss man sich eine separate App auf Handy oder Tablet laden. Die ist zwar für iOS und Android im jeweiligen Store kostenlos erhältlich, aber das bin ich von LEGO doch anderes gewohnt. Die Zusatzsoftware beinhaltet dabei nicht nur die interaktiven Bauanleitungen der einzelnen Sets, sondern verfügen darüber hinaus auch über diverse Community-Features, mit denen man etwa eigene Kreationen mit anderen Spielern teilen kann oder die spezielle wöchentliche Herausforderung stellen. Trotzdem hat das für mich als Elternteil einen fahlen Beigeschmack: Ich spiele mit meinem Kind LEGO weil ich seine Kreativität sowie Problemlösefähigkeit fördern will und würde dabei sehr gerne auf elektronische Geräte verzichten. Das ist zumindest beim Aufbauen der Sets nicht möglich.

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It’s-a-me, Mario

Dreh- und Angelpunkt der LEGO Super Mario-Sets ist die Mario Spielfigur. Diese ist unter seinen Füßen mit einem Farbsensor ausgestattet und weiß deshalb immer ganz genau wo er steht oder auf welchen Untergrund er gerade springt. So bedeutet etwa grün natürlich Gras, blau Wasser, gelb Wüstensand und rot Feuer. Je nachdem auf welchen Steinen er steht, werden dabei unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Diese sind einerseits durch Geräusche aus dem Lautsprecher wahrnehmbar, andererseits werden sie am LCD-Display am Bauch oder den Augen angezeigt. Ersterer kann darüber hinaus auch legendäre Geräusche und Musikstücke aus dem Videospiel abspielen. Weiters verfügt die Figur auch über einen eingebauten Bewegungssensor, der erfasst in welcher Position Mario sich gerade befindet (bei längeren Liege-Phasen schläft er beispielsweise ein), ob er einen kleinen oder großen Sprung macht, ob er sich gerade im Kreis bewegt oder durch die Lüfte fliegt!

Der eingangs erwähnte Sensor kann aber nicht nur Farben erkennen, sondern auch Barcodes lesen und auswerten. Jeder Gegner, und viele spezielle Items, verfügen über Bauteile, die mit einem Strichcode versehen sind. Hüpft Mario darauf, erzeugt das ebenfalls Reaktionen bei der Spielfigur. Beim Startrohr beginnt etwa ein 60-sekündiger Countdown zu laufen, der erst endet, wenn man den Code an der Zielstange einliest. Auf dem Weg dorthin sammelt man so viele Münzen wie möglich ein, etwa in dem man auf Feinde oder auf einen der anderen insgesamt sieben Funktionssteine hüpft. Wer möchte, kann Mario mittels Bluetooth-Verbindung kann die Spielfigur zusätzlich mit der App verbunden werden. Nachdem ein Level durchgespielt wurde, werden dort dann alle Herausforderungen angezeigt, denen sich der Klempner gestellt hat, alle Feinde, die besiegt wurden und wie viele Münzen er gesammelt hat. Muss man aber nicht, denn das Spielen funktioniert auch ganz ohne App und die eingeheimsten Goldstücke werden zum Schluss direkt am Display der Spielfigur angezeigt.

Alleine mit dem Starterset lassen sich kleine, aber feine Spielabschnitte erstellen, in denen man die einzelnen Elemente beliebig anordnen kann. Natürlich gibt es zahlreiche Erweiterungssets, welche ja nach Größe und Umfang in verschiedenen Preissegmenten erhältlich sind. Wer alle haben will, der muss sein Taschengeld lange sparen, denn momentan müssen hierfür weit über 500€ hingeblättert werden. Wir haben zum Testen zusätzlich zum 71360 Abenteuer mit Mario Starterset auch LEGO Super Mario 71362 Bewachte Festung sowie LEGO Super Mario 71363 Wüsten-Pokey zur Verfügung gestellt bekommen. Ersteres enthält neben neuen Spielzeug-Figuren (Bob-omb, Koopa oder Piranha-Pflanze) auch die namensgebende Festung als Baumodell, inklusive einem Katapult, Wasser- und Lava-Wege aus LEGO-Steinen sowie einen POW-Block. Das günstigere Wüsten-Pokey-Set erweitert den Parcour um einen Hammer-Plattenteller, mit dem Mario den Pokey Stück für Stück umwerfen kann und mit Monty Maulwurf eine zusätzliche Figur, die besiegt werden muss, um weitere Münzen zu erhalten.Mit diesen drei Bausätzen hatten meine Tochter und ich zwar bereits stundenlangen Spielspaß, aber auf unserer Wunschliste stehen definitiv noch „Marios Haus und Yoshi“ (71367) sowie „Bowsers Festung“ (71369). Auch ein nettes Feature (welches natürlich zusätzliches Geld kostet): Es gibt verschiedene Mario Outfits, die der Spielfgur besondere Fähigkeiten verleihen. Mit dem Feuer-Anzug gewinnt er beispielsweise an Feuerkraft und wenn er das Katzenkostüm trägt, dann miaut und schnurrt er nicht nur wie eine Katze, sondern er kann auch an senkrechten Hindernissen hinaufgehen und digitale Münzen sammeln, um so den Punktestand zu verbessern.

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What should I do with the Mario?

Nachdem wir unseren ersten kleineren Test-Parcours erstellt hatten, war ich zunächst etwas ratlos, wie das Ding nun funktionieren soll. Ganz anders meine kleine Helferin, die intuitiv die Mario-Figur gegriffen hat und mit ihm durch das analoge Level gehüpft ist. Während ich mir also noch Gedanken über die „Gameplay-Mechaniken“ und vor allem über das Spielziel gemacht habe, war es für meine Tochter ganz klar – so etwas gibt es nicht und braucht es hier auch nicht. Natürlich kann ich Punkte in Form von Münzen sammeln, aber das ist nicht der primäre Gedanke des Spiels, sondern nur ein Ansporn, um noch komplexere und spannendere Levels zu basteln. Idealerweise gibt es dabei immer jemanden der baut und jemand der die Kreationen durchhüpft, denn dann macht es am meisten Spaß den „Highscore“ zu knacken. Das ich mich dabei nicht immer an die „Regeln“ halten muss und beispielsweise Hindernisse einfach auslassen oder gleich ganze Abkürzungen nehmen kann, ganz ohne Repressalien, mag für uns Erwachsene etwas Ungewöhnliches sein, Kinder scheinen über diese Tatsache jedoch nicht groß nachzudenken – im Gegenteil, es fördert scheinbar nicht nur beim Bauen, sondern auch während dem Spielen die Fantasie und Kreativität. Genau das was ich mir von einem LEGO-Set erwarte.

FAZIT

Wie die meisten anderen erwachsenen LEGO Super Mario-Spieler habe ich auch ich mich zunächst gefragt, was ich nun mit den real gewordenen Leveln aus Klemmbausteinen nun anfangen soll, denn der eigentliche Sinn meiner Kreationen blieb mir zunächst verborgen. Zum Glück hatte ich aber eine tüchtige Helferin, die mir sehr schnell gezeigt hat, worauf es ankommt: Nicht um Regeln, vorgegeben Ziele oder um das Gewinnen, sondern einfach nur um Kreativität. LEGO Super Mario ist vorrangig ein einfaches Baukastensystem zum Erstellen von möglichst originellen Herausforderungen sowie trickreicher Parcours und sicherlich kein klassisches Super Mario-Spiel im herkömmlichen Sinn. Sofern man mit dieser Erwartungshaltung an das Bauen der Levels herangeht, dann kann man sehr viel Spaß damit haben, andernfalls werden die Sets bereits nach wenigen Stunden zu einem überdimensionalen Staubfänger. Besonders cool ist es dabei, dass die LEGO Super Mario-Sets vollständig kompatibel mit allen gängigen LEGO-Klemmbausteinen sind, sodass hier auch abseits der vorgegeben Konstruktionen viel Spielraum für eigene Kreationen bleibt. Bei uns muss Mario beispielsweise nicht nur gegen Gumbas und Koopas kämpfen, sondern seit neuestem auch gegen Dinosaurier, Drachen und Roboter und wir sparen uns damit (vorläufig) den Kauf von den teilweise doch sehr teuren Erweiterungs-Sets. Kritik gibt es eigentlich nur für das fehlende Handbuch und die erforderliche App. Ja, ich kann LEGO Super Mario auch ganz ohne spielen, aber die Abhängigkeit von einer Zusatz-Software, die es vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr gibt, hätte sich LEGO sparen können.  Zumindest eine Bauanleitung in gedruckter Form wäre für mich Pflicht gewesen. Wenigstens kann ich mir diese auf der offiziellen LEGO-Seite als elektronisches Dokument runterladen und muss keine Angst haben, dass ich in ein paar Jahren keinen Plan mehr habe, wie man die Steine zusammensetzen muss.

Und noch ein weiterer Kritikpunkt von meiner kleinen Helferin: Es gibt unzählige Sets, Anzug- Erweiterungen für Mario und zahlreiche Figuren – nur eine glänzt mit ihrer Abwesenheit: Prinzessin Peach. Wenn es nach ihr geht, dann sollten LEGO und Nintendo das bitte schleunigst ändern!

Was ist LEGO Super Mario? Super Marion in Form vom LEGO-Steinen.
Hersteller: LEGO Group
Release: 1. August 2020
Link: Offizielle Webseite

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