In 1666: Amsterdam spielt ihre eine Hexe und jagt Wesen, die von einer als Nux bekannten übernatürlichen Kraft korrumpiert wurden. Das neue Spiel von Panache Digital Games kommt mit einem Besen, einer Katze, und einer Early Access Fassung für den PC.
Was passiert, wenn der Creative Director der ersten Assassin’s Creed Spiele 10 Jahre lang an seinem persönlichen Traumprojekt arbeitet? Denn genau das hat Patrice Désilets getan – und herausgekommen ist die Early Access Version von 1666: Amsterdam. Das gemeinsam mit einem weiteren ehemaligen Ubisoft-Angestellten gegründete Studio Panache Digital Games aus Kanada hat nun während der Gamescom mit 1666: Amsterdam ihr zweites Werk veröffentlicht. Ihr Erstlingswerk war das bereits 2020 erschienene Open World Survival Spiel Ancestors: The Humankind Odyssey.
Amsterdam ist die Hauptstadt der Niederlande. Das war sie bereits im Jahr 1666, nur das damals auch gerade die Beulenpest in der Stadt gewütet hat und rund ein Zehntel der Bevölkerung daran gestorben sind. Und genau in dieser Zeit spielt 1666: Amsterdam. Zumindest gab es damals noch keine rücksichtslosen Radfahrer.
Witcher(in)
Nach einer längeren Einleitung, in der wir bei einem Hexenritual zuschauen dürfen und unser Haustier – eine Katze, was sonst – auswählen, beginnt das Spiel in der Gegenwart. Wir spielen die junge Clio, die mit einem Brief ihres Vaters Aaron zu Professor Lucas kommt, um dort mit seiner Hilfe in der umfangreichen Bibliothek verborgenen Familiengeheimnissen nachzugehen. Dazu muss erst einmal der magisch verschlüsselte Brief ihres Vaters lesbar gemacht werden und die Bibliothek nach Hinweisen durchsucht werden. Und da wären wir schon beim Punkt – 1666: Amsterdam nimmt es mit der Realität nicht so genau und spielt in einer Welt, in der Hexen und Magie vorkommen, auch wenn dies der breiten Bevölkerung gegenüber verheimlicht wird. Die verbrennen zwar des Öfteren ein paar Hexen, aber das ganze Ausmaß der Aktivität der Ursprünglichen und der Zaindaris ist weitgehend unbekannt. Die Zaindaris sind ein Hexenzirkel, der schon seit langer Zeit gegen die Ursprünglichen kämpft, die getarnt als normale Menschen ihr Unwesen in der Stadt treiben.
Wir spielen Noa Brooklyn, eine (besondere) Zaindari im Kampf gegen die Ursprünglichen. Dazu erkunden wir die Stadt in der Schulterperspektive, schleichen durch die Gegend und wo wir nicht hingelangen, schicken wir unsere Katze hin… die das Bewusstsein von einem Menschen hat und mit der wir daher auch reden können (oder die Katze spielen, aber die Bewegungssteuerung von ihr ist ein wenig mühsam). Noa kann angreifen, dashen, ausweichen, Gegner markieren, laufen (oder schneller schweben) – aber sehr viel hält sie nicht aus. Ein paar wenige Treffer, und die Hexe muss nicht mehr verbrannt werden. Das Spiel ist aber gnädig – ihr beginnt beim letzten Kampf wieder und könnt es neu versuchen. Von Leichen saugt ihr Energie auf, wenn ihr die Katze spielt kann die auch Energie aus toten Ratten aufsaugen.
Das Gameplay besteht aus diversen Kämpfen – inklusive ziemlich schwierigen Bosskämpfen, aber auch aus dem Herumgehen in Amsterdam, auf der Suche nach dem nächsten Missionsziel. Schaut euch in nett dargestellten mehrstöckigen Häusern um, durchwühlt die Umgebung und steckt alles ein, was ihr so findet, lest Bücher, und öffnet Fenster, damit eure Katze hinausspringen und für euch die nächste Tür von der anderen Seite öffnen kann. Per Knopfdruck wechselt ihr zwischen Noa und der Katze. Es gibt eine Karte zur Orientierung, ihr könnt euch als Noa entweder als normale Bürgerin ganz normal bewegen oder als Hexe herumschweben (was den anderen Leuten aber nicht so gut gefällt).
Early Access
Aktuell befindet sich das Spiel im Early Access – also noch in der Entwicklung. Wie lange es dort sein wird, können auch die Entwickler nicht sagen. Mindestens ein Jahr, aber möglicherweise auch deutlich länger. Es sind einige große Updates geplant, die den Umfang des Spieles deutlich vergrößern sollen. Aktuell ist erst der erste Teil der Geschichte spielbar – rund 15 Stunden bei normalem Tempo. Dafür bekommt ihr das Spiel jetzt deutlich günstiger als es am Ende kosten wird – der Preis wird sich geplanter weise während der Entwicklung erhöhen.
Euer Rechner braucht zumindest eine NVidia GeForce RTX 2060 Super oder eine AMD Radeon RX 6600 Grafikkarte, ebenso 16 GB Speicher. Gamepads werden unterstützt. Kaufen könnt ihr es auf Steam oder im Epic Store. Eine Konsolenfassung gibt es derzeit nicht.
Zusammenfassung
FAZIT
Man merkt 1666: Amsterdam an, dass es kein AAA-Titel ist und sich noch in Entwicklung befindet. Die Story ist interessant, das Setting habe ich auch noch nicht gesehen – aber das Gameplay ist ein wenig zäh. Glitches, Clippingfehler, eher kleine Umgebungen, relativ statische NPCs, dafür aber auch coole Zaubersprüche und spannende Kämpfe (sobald ihr euch an die Steuerung gewöhnt habt) inklusive sauschwerer Bosskämpfe. Wenn ihr immer schon einmal eine Hexe spielen und über das von euch verzauberte Wasser der Grachten von Amsterdam gleiten wolltet – dann gebt 1666: Amsterdam eine Chance.