Apidya‘ Special im Test

Apidya! Einer der beliebtesten Klassiker aus der Amiga-Ära ist zurück! Erlebt eine Welt voller Insekten, die zwar niedlich aussieht, aber euch mit jedem Treffer oder jeder Berührung umbringt. Mit Apidya‘ Special bringt ININ eine überarbeitete Fassung des Klassikers für PC und Konsolen heraus, um auch jüngeren Spielern den Genuss eines der besten Shoot em ups aller Zeiten zu ermöglichen.

Apidya gilt unter Kenner als das beste Amiga-exklusive Shoot em up, oder Shmup, um den neueren Ausdruck zu verwenden. Es gab am Amiga eine große Anzahl an Shmups, aber kaum ein Dutzend davon konnten in der Oberliga des Genres zumindest mitspielen. Die für die Spielhalle produzierten Games waren einfach eine Klasse besser, und viele der auf den Konsolen (v.a. PC-Engine, MegaDrive, NEO GEO) erschienenen zeitgenössischen Games ebenso. Apidya hat allerdings gezeigt, dass dies kein Hardwarethema war, sondern schlichtweg an den Fähigkeiten (dem Budget, der Erfahrung, der verfügbaren Zeit…) der Entwickler lag. Der Amiga wäre technisch durchaus in der Lage gewesen, ebenso wie die Konkurrenzsysteme unzählige ganz hervorragende Shmups zu beheimaten.

Anyway, bisher gab es Apidya nur am Amiga. Abgesehen von der Emulation des Originals konntet ihr am PC gerade mal in Beekyr bzw. dem massiv verbesserten Beekyr Reloaded in alten Erinnerungen schwelgen – ein ganz nettes Shmup, das von Apidya inspiriert wurde.

34 Jahre hat es nun gedauert, die Amiga-Exklusivität von Apidya zu beenden. Was ihr bisher nur am Amiga oder mit einem Amiga-Emulator spielen konntet, ist nun für alle aktuellen Systeme verfügbar. Lasst uns die Soundbar aufdrehen – der (übrigens separat erhältliche) neu abgemischte Soundtrack von Chris Hülsbeck sorgt bei alten Freaks wie mir gleich einmal für eine wohlige Gänsehaut.

Kaiko’s Masterpiece

Apidya ist ein horizontal scrollendes Shoot em up mit 5 Welten (jeweils mit mehreren Sublevels), das ursprünglich vom deutschen Studio Kaiko entwickelt und 1992 von Blue Byte (Play Byte) veröffentlicht wurde. Die Entwickler von Kaiko waren große Fans japanischer Spiele und haben versucht, den Stil dieser Games zu imitieren. Zum Glück hat das nicht nur die japanischen Schriftzeichen oder die Anime-Grafiken betroffen, sondern auch die hervorragende Spielbarkeit.

Die Story von Apidya ist wie immer bei Spielen des Genres irrelevant – ballert einfach alles über den Haufen, was sich bewegt. Normalerweise bekämpft ihr bei Shmups irgendwelche Aliens und seid die letzte Hoffnung der Menschheit, aber in Apidya befindet ihr euch auf eurem persönlichen Rachefeldzug. Eure Frau Yuri ist vom fiesen Zauberer Hexaä vergiftet worden, der auch einige Insekten und anderes Getier unter seine Kontrolle gebracht hat. Also verwandeln wir uns in eine Biene, um Rache an Hexaä zu nehmen und vielleicht auch noch unsere Frau zu retten.

Das Gameplay ist leicht zu verstehen – weicht euren Gegnern und ihren Geschossen aus, und berührt keinesfalls die Umgebung. Ihr habt keine Lebensleiste – jeder Treffer oder jede Kollision tötet euch. Apidya verwendet die von Gradius eingeführte Power-Up Mechanik. Besiegte Gegner hinterlassen manchmal eine Blume. Sammelt die Blumen, um damit neue Waffen und Verbesserungen freizuschalten, die unten auf der Power-Up Leiste angezeigt werden. Drückt B am Controller, um ein Update auszuwählen. Zusätzlich könnt ihr den Feuerknopf im Einzelfeuermodus (Y) zwei Sekunden lang gedrückt halten, um einen Super-Schuss abzufeuern.

Apidya‘ Special ist ein Memorizer. Merkt euch, von wo Feinde ohne Warnung ins Spielfeld kommen, damit ihr eine Chance habt, ihren Angriffen auszuweichen. Es gibt auch einen 2-Spieler Modus, aber anders als im Original (Spieler 2 spielte nur eine kleinere Drohne) kämpft ihr nun mit zwei vollwertigen Bienen Seite an Seite. Startet den 2-Spieler-Modus, indem Spieler 2 während dem Spiel einen Knopf auf dem Gamepad drückt.

Apidya‘ Special

Was sind nun die Änderungen zum Original? Natürlich kein langes Laden von Diskette mehr, die Lauffähigkeit auf neuen Systemen… aber vor allem eine überarbeitete Grafik und eine deutlich verbesserte Zugänglichkeit! Die neue 24-bit Grafik (basierend auf einer eingestellten Konsolenkonvertierung des Originals) schaut super aus, sie nutzt nun den vollen 16:9 Bildschirm und schaut auf den ersten Blick aus, wie ich sie in Erinnerung hatte… durch Druck auf einen Knopf (RB) könnt ihr jederzeit zur pixeligen alten 4:3 16-bit Grafik wechseln. Wer die alte Grafik mag, kann optionale CRT-Shader, Bloom-Effekte und eine authentische Scanline-Simulation aktivieren. Ihr könnt zwischen PAL (50 FPS) und dem deutlich flotteren/schwierigeren amerikanischen NTSC-Modus (60 FPS) umschalten. Das Intro wurde neu gezeichnet und mit japanischer Sprachausgabe unterlegt. Auch im Spiel hört ihr manchmal den japanischen Sprecher bei kurzen Ansagen (in absichtlich lustigem Englisch). Dazu kommt der überarbeitete 2-Spieler Modus, in dem ihr nun mit zwei Bienen gleichzeitig spielen könnt. Der Schwierigkeitsgrad ist nun moderater – zumindest wenn ihr dies in den Einstellungen ändert. Spielt in der Standardeinstellung, und ihr benötigt genauso viel Skill wie damals am Amiga. Apidya‘ Special legt automatisch bis zu drei Spielstände an. Nutzt den einfachen Modus (es gibt 4 Schwierigkeitsgrade), und Feinde halten deutlich weniger Treffer aus, oder ihr verwendet überhaupt das eingebaute Schummelmenü (wie bin ich da nur reingekommen?) und macht euch im Gott-Modus unverwundbar.

Apidya‘ Special funktioniert problemlos auf 21:9 Monitoren – allerdings mit schwarzen Balken auf der Seite. Es ist übrigens keine Emulation des Originals, sondern völlig neu entwickelt. Es ist natürlich wie gemacht für Handhelds – ich habe es auch ausgiebig am Lenovo Legion Go S gespielt. Ohne Controller geht gar nichts! Apidya‘ Special benötigt auch am PC zwingend ein Gamepad. Neben dem PC ist es auch für PlayStation 5, Xbox und Nintendo Switch erschienen.

Zusammenfassung

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