Darwin’s Paradox! im Test

Konami schickt uns in ihrem neuesten Release auf eine abenteuerliche Flucht. Wir, ein Oktopus, müssen aus einer tödlichen Industrieanlage fliehen… oder ihr Geheimnis aufdecken. Darwin’s Paradox! für PC und Konsolen schaut jedenfalls toll aus und verspricht spannendes Gameplay.

Der japanische Publisher Konami hat in den letzten 45 Jahren unzählige ikonische Spiele herausgebracht, von Castlevania über Silent Hill bis zu Metal Gear. Nun veröffentlicht er Darwin’s Paradox!, ein Puzzle Jump and Run des französischen Entwicklerteams ZDT Studio. Das in Paris ansässige Studio ist die neue Heimat für ein paar altehrwürdige Programmierer, die zuvor viele Jahre in leitenden Positionen bei Firmen wie Focus Home Interactive oder Arkane gearbeitet haben. Mit Mikael Tanguy ist auch ein erfahrener Grafikspezialist aus der Filmbranche mit an Bord – und das sieht man Darwin’s Paradox! auch an. Optisch gehört Darwin’s Paradox! jedenfalls zur Oberklasse seines Genres, das sich spieltechnisch an Klassikern wie Another World oder dem neueren Little Nightmares orientiert.

Frutti di Mare, per favore!

Oktopusse sind Weichtiere und gehören zur Ordnung der Kraken. Sie haben acht Arme mit Saugnäpfen und verwenden Tinte zur Verteidigung. Sie gelten als sehr intelligent. Richtig zubereitet schmecken sie köstlich. Und genau so hätte auch Darwin enden sollen.

Wir spielen den Oktopus Darwin, der sich gerade noch mit seiner Freundin im lauwarmen Meer vergnügt und seine Tinte verspritzt (um sich vor gefräßigen Muränen zu verstecken), und im nächsten Moment (zusammen mit seiner Freundin) von einem UFO in eine Fischfabrik (?) verschleppt zu werden. Aus unerklärlichen Gründen werden wir aber nicht zerhackt, sondern fallen durch ein Gitter und versuchen nun, wieder in unsere Heimat zu entkommen. So einfach ist das aber nicht, denn der Industriekomplex von UFOOD ist riesig. Und voller tödlicher Gefahren. Das wird dauern, bis wir da wieder ins Meer zurück kommen. Aber schon bald wird Darwin klar, dass hier etwas nicht stimmt… arbeiten hier wirklich Menschen in der Fabrik?

Darwin kann sich sowohl im Wasser als auch auf Land geschmeidig bewegen. Im Wasser kann er dashen, er kann Tinte versprühen, um sich darin zu verstecken, er kann am Boden die Farbe des Bodens annehmen, um für Gegner unsichtbar zu werden. In hohen Algen versteckt er sich ebenso. An Land kann er springen, und er kann dank seiner Saugknöpfe auch an glatten Oberflächen entlang laufen – sowohl senkrecht als auch an der Decke entlang. Aber nur, wenn er nicht die Reste einer öligen Flüssigkeit am Körper hat, dann rutscht er nämlich ab. Mit seinen acht Armen kann er Hebel bewegen und Kisten oder Fässer durch die Gegend schieben. Grundsätzlich müssen wir von links nach rechts laufen, oder auch mal von rechts nach links oder von oben nach unten. Eben durch den Bildschirm, von einem Checkpoint (und automatischen Speicherpunkt) zum nächsten. Sterben ist halb so schlimm, wir spielen sofort am letzten Checkpoint weiter. Und sterben geht schnell – Ratten zerfleischen uns (lassen uns aber in Frieden, wenn wir mit einer fluoreszierenden, grünen und ganz sicher nicht giftigen Flüssigkeit bedeckt sind), der Albatros frisst uns, die Muränen fressen uns, an spitzen Stacheln zerplatzen wir und auf heißen Rohren verbrutzeln wir… nur um ein paar Todesmöglichkeiten erwähnt zu haben.

Das Spiel bringt uns immer in neue Umgebungen, die unterschiedliche Probleme bereiten. Mal müssen wir unseren Weg durch dunkle Unterwasserhöhlen finden, mal müssen wir durch das unterirdische Reich der Ratten gelangen, mal klettern wir an Rohren entlang oder springen von sich bewegender Kiste zu Kiste. Manchmal ist ein wenig Geschicklichkeit gefragt, dann wieder Schleichen oder ein kleines Rätsel. Fad wird es jedenfalls nie, und die einzelnen Abschnitte sind auch nicht allzu lange.

Wie ein Aquarium

Die Grafik von Darwin’s Paradox! ist überaus detailliert. Viele Animationen lassen euren Bildschirm wie ein Aquarium ausschauen – wirklich sehenswert. Allerdings braucht das Spiel dafür einen halbwegs leistungsfähigen Rechner. Ich habe Darwin’s Paradox! auch am Lenovo Legion Go S Handheld ausprobiert. Bei der voreingestellten Grafikqualität war das Spiel eine unspielbare Slideshow, schlimmer als wie ich damals Red Baron (Dynamix, 1990) am unaufgerüsteten Commodore Amiga 500 versucht habe. Nachdem ich die Grafikqualität auf low reduziert habe, war es zumindest spielbar. Wirklich toll allerdings nicht, einerseits weil es immer noch ein wenig geruckelt hat, andererseits auch weil das Spiel zu detailliert für den kleinen Bildschirm (8 Zoll am Lenovo, nicht 7 Zoll wie am SteamDeck) ist. Spielt Darwin’s Paradox! lieber auf einem großen Bildschirm – obwohl es sogar für das SteamDeck zertifiziert ist. Die Mindestanforderung ist eine Nvidia GeForce RTX 2060 oder AMD Radeon RX-5600 XT Grafikkarte, aber für 1080p (oder 4K) mit flüssigem Gameplay sollte es schon eine Nvidia GeForce RTX 3060 sein. Außerdem würde ich ganz stark ein Gamepad empfehlen. Cloudspeicherstände werden unterstützt.

Darwin’s Paradox! ist auf Steam, im Epic Store und im Microsoft Store für den PC erschienen. Dazu ist es auch für die PlayStation 5 oder die aktuelle Xbox erhältlich, ebenso für die Nintendo Switch 2.

Zusammenfassung

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