Elgato Wave Go Mikrofon im Test

Das Elgato Wave Go kombiniert ein kabelloses Ansteckmikrofon mit einem Handgriff für Interviews. Für 99,99 Euro umfasst das Set auch einen USB-C-Empfänger und Ladezubehör. Das Konzept richtet sich an mobile Aufnahmen, lässt sich aber ebenso am Gaming-PC nutzen – mit einigen Grenzen bei Aufnahme und Nachbearbeitung.

Elgato erweitert sein Audioangebot um ein Mikrofon, das den Schreibtisch verlassen soll. Das am 13. Oktober 2026 vorgestellte Wave Go ist das erste Funkmikrofon der Marke. Interessant ist vor allem der Wechsel zwischen zwei Einsatzarten: Für Moderationen vor der Kamera sitzt der Sender an der Kleidung, bei einem Gespräch kommt er in den mitgelieferten Smart Handle. Für Messeberichte, Interviews und Videos unterwegs ergibt das ein vielseitiges Konzept.

Auf unserem Schreibtisch landete die „Day One Edition“, eine limitierte Sonder-Edition zum Verkaufsstart, dessen Etui außen dunkelblau und innen hellblau gestaltet ist. Auf der linken Seite des Case ist ein USB-C Anschluss zum Aufladen des Mikros, clever.

Technische Daten im Überblick

  • Mikrofon: 6-mm-Elektret-Kondensatorkapsel mit Kugelcharakteristik
  • Audioformat: 24 Bit bei 48 kHz
  • Frequenzbereich: 60 Hz bis 20 kHz
  • Maximaler Schalldruck: 115 dB SPL bei 1 % THD und 1 kHz
  • Funk: 2,4 GHz, LC3-Codec, etwa 30 Meter Reichweite
  • Latenz: höchstens 24 Millisekunden laut Elgato
  • Gewicht: Sender 7 Gramm ohne Halterung, Empfänger 7 Gramm, Smart Handle 62 Gramm
  • Akku: bis zu 8 Stunden pro Senderladung, bis zu 48 Stunden einschließlich Nachladen im Smart Handle
  • Preis: 99,99 Euro im deutschen Elgato-Shop; zusätzlicher Sender regulär 29,99 Euro, Stand 20. Oktober 2026

Ein Mikrofon, zwei Einsatzarten

Zum Lieferumfang gehören ein Sender, der USB-C-Empfänger, der Smart Handle, das Transportetui, Magnetplatte und Magnetclip, zwei Fellwindschutze, ein Transportbeutel und ein USB-C-Ladekabel. Der Griff ist damit bereits Teil des Grundpakets. Er nimmt denselben Sender auf, der ansonsten als Ansteckmikrofon verwendet wird, und ergänzt ihn um Bedientaste, Statusanzeige und Ladefunktion.

Das ist besonders für wechselnde Aufnahmesituationen interessant. Bei einer Präsentation bleiben die Hände frei; für ein kurzes Interview lässt sich das Mikrofon zwischen den Gesprächspartnern weiterreichen. Ein zweiter Sender ist für diesen Wechsel nicht erforderlich. Die Befestigung an unterschiedlichen Kleidungsstücken mit dem Magnetclip hält zuverlässig und man ist damit sehr schnell einsatzbereit um Aufnahmen durchführen zu können.

USB-C als Voraussetzung

Die Einrichtung gestaltet sich dabei wirklich simpel, der 2,4 GHz Empfänger wird über USB-C angeschlossen, der Sender eingeschaltet und Wave Go in der Aufnahme- oder Kommunikationsanwendung als Mikrofon gewählt. Eine Distanz von 30 Metern zwischen Empfänger und Mikro sind durch die Funkübertragung kein Problem. Unterstützt werden dabei USB-C-Smartphones, passende Tablets sowie PCs und Macs. iPhones mit Lightning-Anschluss und der direkte Anschluss an DSLR-, spiegellose oder Kinokameras sind laut Elgato nicht vorgesehen. Wer überwiegend mit einer separaten Kamera filmt, sollte diese Einschränkung vor dem Kauf berücksichtigen.

Ein Tastendruck schaltet das Mikrofon stumm. Ein Doppeldruck kann am verbundenen Smartphone die Aufnahme auslösen, setzt aber eine geöffnete, kompatible Kamera-App voraus. Die kostenlose Wave-Go-App ist für den Grundbetrieb optional. Sie bietet zusätzliche Einstellungen wie den Level der Rauschunterdrückung, Auto-Gain, Akkustände und Firmware-Updates; benötigt werden mindestens iOS beziehungsweise iPadOS 17 oder Android 8.

Automatische Klangbearbeitung mit Grenzen

EQ Shift passt das Klangprofil automatisch an die Verwendung als Ansteck- oder Handmikrofon an. Auto Gain regelt die Verstärkung laufend nach. In lauter Umgebung kann das allerdings auch Hintergrundgeräusche anheben. Alternativ stehen sechs feste Gain-Stufen zur Verfügung. Die Geräuschunterdrückung lässt sich am Empfänger ein- und ausschalten und in der App in drei Intensitätsstufen einstellen. Ein Low-Cut-Filter und eine Dynamikregelung arbeiten dauerhaft im Signalweg.

Zwei Personen auf einer gemeinsamen Spur

Mit einem zusätzlichen Wave-Go-Sender lassen sich zwei Personen über denselben Empfänger aufnehmen. Elgato führt beide Stimmen jedoch zu einem Monosignal zusammen. Auch Gain und Geräuschunterdrückung werden gemeinsam eingestellt; separat möglich ist das Stummschalten der einzelnen Mikrofone. Für die Lautstärkebalance empfiehlt der Hersteller deshalb, die Position der Sender anzupassen.

Das vereinfacht die Aufnahme, schränkt die Nachbearbeitung aber ein: Zwei unabhängig aufgezeichnete Sprachspuren stehen anschließend nicht zur Verfügung. Wer einzelne Stimmen getrennt entrauschen, schneiden oder im Pegel korrigieren möchte, sollte diesen Unterschied zu Systemen mit getrennten Kanälen beachten. Auch Wave Link erhält beide Mikrofone gemeinsam auf einem Kanal.

Wave Link am PC

Am Computer lässt sich das Wave Go in Elgatos Wave-Link-Software einbinden. Damit können Mikrofon, Spielsound und weitere Audioquellen gemischt und mit Effekten versehen werden; eine Steuerung über Stream Deck ist ebenfalls vorgesehen. Das Gerät schaltet außerdem Voice Focus frei, einen Effekt zur Bearbeitung von Raumhall und Hintergrundgeräuschen. Für Streamer, die unterwegs und am Rechner dasselbe Mikrofon verwenden wollen, erweitert das die Einsatzmöglichkeiten.

Akkus, Funk und fehlende Sicherheitsaufnahme

Die angepriesenen 48 Stunden sind keine Laufzeit einer einzelnen Senderladung. Elgato setzt dafür die bis zu acht Stunden des Senders und die Nachladungen aus dem Smart Handle zusammen. Das Transportetui selbst besitzt keinen Akku: Zum Laden über das Etui ist eine externe USB-C-Stromquelle nötig.

Für den Ton nutzt Wave Go, wie schon erwähnt eine eigene 2,4-GHz-Funkverbindung, Bluetooth dient hier nur zur App-Steuerung und überträgt nicht die Aufnahme. Eine interne Aufzeichnung als Sicherheitskopie gibt es allerdings nicht im Mikro, bricht die Übertragung ab, steht deshalb keine lokale Ersatzaufnahme im Sender bereit. Auch eine Schutzklassifizierung gegen Wasser und Staub fehlt.

Die Klangqulität

Die Klangqualität des Elgato Wave Go fällt für ein derart kompaktes Funkmikrofon überzeugend aus. Stimmen werden klar, präsent und vergleichsweise kräftig wiedergegeben, wobei die Abstimmung etwas wärmer und bassbetonter als bei vielen kleinen Ansteckmikrofonen ausfällt. Der automatische Pegel sorgt meist für eine gut verständliche und ausreichend laute Aufnahme, kann bei starken Lautstärkeunterschieden allerdings früher an seine Grenzen geraten und in Sprechpausen leise Umgebungsgeräusche anheben. Die zuschaltbare Geräuschunterdrückung reduziert gleichmäßige Hintergrundgeräusche wirkungsvoll, ohne die Stimme übermäßig künstlich erscheinen zu lassen. Für Interviews, Videos, Livestreams und Sprachaufnahmen liefert das Mikrofon damit einen sauberen, ausgewogenen Klang, erreicht bei Detailzeichnung und Dynamik aber erwartungsgemäß nicht das Niveau größerer Studiomikrofone.

Zusammenfassung

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