Massenschlachten im Ersten Weltkrieg bietet euch die WW1 Game Series von BlackMill Games. Und die hat nun mit Gallipoli Nachschub bekommen. Nun könnt ihr auch an mehreren Nebenkriegsschauplätzen des Nahen Ostens auf PC und Konsole eure Gegner niedermetzeln.
Die Schlacht von Gallipoli (Dardanellenfeldzug, Februar 1915 – Jänner 1916) war eine der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkriegs. Es war der Versuch der Alliierten (Entente), Truppen auf der türkischen Halbinsel Gallipoli zu landen, um die Meerenge der Dardanellen zu kontrollieren und danach auf die osmanische Hauptstadt Konstantinopel vorzurücken. Der Versuch ist in einem blutigen Desaster gescheitert, die Türken konnten ihre Stellungen verteidigen und die Alliierten nach rund einem Jahr zur Evakuierung per Schiff zwingen.
Gallipoli ist nun bereits das dritte Spiel von BlackMill Games, das Schlachten des Ersten Weltkrieges als Online-Shooter darstellt. Die beiden Vorgänger Verdun (2015) und Isonzo (2022) sind sehr ähnlich aufgebaut.
25 vs 25 – Stay in the line, boys!
Die Schlachten des Ersten Weltkrieges wurden mit massivem Einsatz von Soldaten ausgefochten. Es kam zu riesigen Verlusten, im Regelfall auf Seiten des Angreifers. Der Hauptgrund dafür war die fortschreitende Technik. Vor allem das Maschinengewehr, aber auch der Stacheldraht und die verbesserte Artillerie haben es fast unmöglich gemacht, mit Massen von Infanterieeinheiten vorzurücken. So eine wirkliche Lösung wurde im ganzen Ersten Weltkrieg nicht gefunden, erst im Zweiten Weltkrieg kam es durch den Einsatz von motorisierten Verbänden wieder zu einer etwas beweglicheren Kriegsführung. Der Erste Weltkrieg war jedoch vor allem durch den Stellungskrieg (vor allem an der Westfront) geprägt. Jeder Angriff endete mit hohen Verlusten und bestenfalls winzigen Gebietsgewinnen. Und genau in so ein Szenario wirft uns auch Gallipoli. Die Türken verteidigen verbissen (und mit ein wenig deutscher Unterstützung) ihre Heimat, die Alliierten (Engländer, Franzosen, aber auch Soldaten aus den Dominions wie Australien, Neuseeland und Indien) versuchen, über schroffes Gelände die türkischen Stellungen zu überrennen. Die Türken haben vor allem Kanonen zur Unterstützung, die Alliierten wollten dies durch die schweren Kanonen ihrer Kriegsschiffe ausgleichen (und haben dabei einige Schiffe durch Seeminen verloren).
Aktuell stehen fünf Karten (neben Schlachten aus der Dardanellen-Offensive auch eine Karte aus dem Mesopotamien-Feldzug oder vom Kampf um Suez) zur Verfügung. Es ist möglich, fehlende menschliche Spieler mit Bots zu ersetzen. Sind die Server voll, spielen 25 Menschen gegen 25 Menschen. Das Gameplay ist wie gehabt – kämpft euch von Punkt zu Punkt voran, sobald ihr als Angreifer den Gegner von einem Punkt vertrieben habt, wird die Frontlinie angepasst und ihr könnt den nächsten Punkt angreifen (oder verteidigen). Die meisten Spieler kämpfen mit Gewehren. Keine Vorderlader, aber nach jedem Schuss muss repetiert werden, das Magazin umfasst auch nur ein paar Patronen. Schnellfeuerwaffen sind relativ selten. Organisiert euch in Einheiten, das macht das Vorgehen wesentlich effektiver als wenn ihr alleine kämpfen wollt. Die Benutzung von Chat ist dabei hilfreich.
We are losing good men!
Der Einstieg in das Spiel ist einfach – niederknien, hinlegen, Luft anhalten beim Zielen – aber natürlich hat das Game ein wenig mehr zu bieten. 10 verschiedene Klassen wollen gemeistert werden. Nicht nur simples Ballern ist gefragt – Sanitäter verarzten Verwundete, Munitionsträger bringen Munition an die Front, Pioniere bauen Stacheldrahthindernisse, Aufklärer spähen feindliche Truppen aus, Scharfschützen gehen jedem auf den Keks, Offiziere fordern Artillerieunterstützung oder Luftunterstützung an. Werdet ihr getroffen, könnt ihr nach dem Sani schreien oder doch lieber gleich neu respawnen. Eine Kugel tötet euch schnell – ein Volltreffer und ihr seid tot, aber das Warten bis zum Wiedereinstieg dauert meist nur ein paar Sekunden. Euer Profil speichert eure Erfolge – Kills, Kopfschüsse, aber auch eure Tode und andere Statistiken oder eure Medaillen. Eure Erfahrung verbessert das Waffenhandling (es gibt alleine 16 verschiedene Gewehre, dazu noch eine ganze Menge weiterer Waffen).
Authentische Waffen, realistische Umgebungsgrafiken, brachiale Soundeffekte – Gallipoli liefert ein überaus immersives Schlachterlebnis der schrecklichen Metzeleien im Ersten Weltkrieg. Tötet Gegner mit einem gezielten Schuss aus eurem Gewehr, werft eine Handgranate oder schlitzt eure Feinde mit dem Bajonett auf. Eurer Rechner muss dafür kein Monster sein, bereits eine NVIDIA GTX 1660 Super oder AMD RX 5600 XT ist ausreichend, dazu 16 GB RAM.
Neben dem PC (Steam, Epic Store, Microsoft Store) ist das Spiel auch für PlayStation 5 und Xbox erschienen. Cross-Play ist möglich.
Zusammenfassung
FAZIT
Gallipoli ist eine würdige Fortsetzung von Verdun und Isonzo. Werft euch in die nächste große Schlacht des Ersten Welkrieges. Wenn die Hardcore-Gefechte in Hell Let Loose nichts für euch sind, bekommt ihr in Gallipoli einen deutlich Einsteiger-freundlicheren Online-Mehrspieler Shooter, bei dem ihr ohne lange Ausbildung erste Erfolge erzielen könnt. Gewehr in die Hand, Richtung Feind laufen, und ihr werdet bald euren ersten Gegner „treffen“. Die Online-Massenschlachten sind das Herz von Gallipoli. Das Spiel macht keinen sonderlichen Spaß, wenn ihr auf Servern ohne ausreichend menschlichen Mitspielern spielt. Aktuell sind die Server gut gefüllt – wenn ihr Interesse am Spiel habt, ist also nun ein guter Zeitpunkt, um sich das Game reinzuziehen. Niemand kann vorhersagen, ob in einem Jahr immer noch rund um die Uhr genügend Spieler vorhanden sein werden. Wenn ihr es spielen wollt, spielt jetzt. Es macht definitiv Spaß!