John Carpenter’s Toxic Commando im Test

Frisch von Focus Entertainment kommt ein First-Person Shooter mit massenhaft Zombies für PC und Konsolen – John Carpenter’s Toxic Commando. Was hat sich der Altmeister der kultigen Horrormovies denn nun wieder ausgedacht?

John Carpenter ist bekannt für einige trashige Horror Filme. Beispielsweise war er verantwortlich für Halloween, The Fog, The Thing (das auf dem Film basierende Spiel hat erst kürzlich ein Remaster erhalten) oder Sie Leben aus 1988 – der schwachsinnige Kult-Horrorfilm, bei dem die Außerirdischen nur sichtbar werden, wenn man eine spezielle Sonnenbrille trägt. Und den ich mir heute Vormittag angeschaut habe. John Carpenter hat sich auch die Story für Toxic Commando erdacht. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, müsst ihr selbst entscheiden. Ich freue mich jedenfalls schon drauf!

Vom Spielgenre würde ich John Carpenter’s Toxic Commando bei den Horde Attack First-Person Shootern einordnen. Kämpft mit bis zu drei Freunden gegen Horden von anstürmenden Gegnern. So wie in Left 4 Dead. Oder World War Z. Killing Floor. Back 4 Blood. Zombie Army. Earthfall. Strange Brigade. Aliens: Fireteam Elite. Vermintide. Und noch einigen mehr.

Verseucht

Vier Söldner nehmen einen Auftrag an, ohne wirklich zu wissen, was sie erwartet. 250.000 $ Bezahlung klingt gut – aber war das jetzt pro Person oder für alle? Die Hellsten sind die Söldner jedenfalls nicht. Und als sie mit ihrem Wagen vor die gigantischen Mauer stehen und ein Tor den Weg ins Innere einer riesigen Anlage freigibt, geht es auch sehr schnell so richtig los. Hirnlose infizierte Zombiehorden strömen auf uns ein, und wir knallen sie mit allen gerade verfügbaren Waffen ab. Zombies halten nichts aus (Bosse ausgenommen), und wir haben Sturmgewehre, Maschinengewehre, Maschinenpistolen, Pistolen, Macheten, Handgranaten, Benzinfässer und vieles mehr – oder fahren einfach mit unserem Jeep über die Kreaturen. Das Gameplay ist wie erwartet – Left 4 Dead lässt grüßen. Nur die Grafik ist wesentlich hübscher.

Euer Jeep (ein auf Mad Max getrimmter Humvee) ist cool. Er hat vier Sitzplätze, vom Fahrer über den MG-Schützen am Dach bis zu den Beifahrern, die aus dem Fenster ballern können. Der Jeep braucht regelmäßig Treibstoff, Munition für das MG am Dach, Ersatzteile für Reparaturen. Er hat eine Winde, um Hindernisse zu entfernen oder euch über Hindernisse zu ziehen, eine Handbremse, Fernlicht und eine Hupe zum Anlocken von Gegnern. Er kann auch verseuchten Schlamm entfernen.  Das ist ja schon fast eine Fahrzeug-Simulation. Jedenfalls macht es Spaß, damit herumzufahren und sich um das Ding regelmäßig zu kümmern. Spätere Fahrzeuge können nicht nur optisch individuell gestaltet werden, sondern haben auch einzigartige Sonderfunktionen.

Die erste Mission läuft natürlich gründlich schief – wir hätten nur einen Kanister mit speziellem Treibstoff für eine Waffe abliefern sollen, mit der die Zombieplage gestoppt worden wäre. Leider haben wir den Kanister… anderwärtig benötigt. Und nun sind wir selbst infiziert. Nur ein spezieller Anzug, den uns unser mysteriöser Auftraggeber Leon gegeben hat, verhindert den Ausbruch der Infektion. Zumindest eine Woche lang. Genau so lang haben wir nun Zeit, das Problem an der Wurzel zu lösen. Und dafür müssen wir uns durch eine Menge an Missionen kämpfen. Am besten zu viert (online). Oder mit drei Bots, die recht zielgenau schießen – aber weder mit dem Auto fahren, noch Schalter betätigen oder beispielsweise feste Maschinengewehrpositionen bedienen. Alles muss man selber machen!

Zwischen den Missionen verbessert ihr in Leon’s Lager euren Charakter. Ihr verwendet dazu die Ressourcen (Sludgite/Residium/Mortite bzw Erfahrungspunkte), die ihr euch zuvor während den Missionen gekrallt habt. Looter-Shooter Spielmechanik eben. Es gibt vier Charaktere, der Fähigkeitenbaum ist riesig, die Auswahl an Waffen enorm, ihr könnt eure Kleidung ändern und es gibt auch mehrere konfigurierbare Fahrzeuge – wenn euch das Spiel gefällt und ihr genug Ressourcen heimbringt, könnt ihr euch im Lager so richtig austoben. Es gibt sogar einen Schießplatz, um die Waffen gleich zu testen.

Always online – 4 Player

Das Spiel ist online-only. Auch wenn ihr alleine spielt, würde ich mir am Klo nicht zu lange Zeit lassen, sonst fliegt ihr aus dem Spiel und könnt die Mission neu starten. Pausieren oder gar speichern geht auch nicht. Einmal gestartet, müsst ihr die Mission durchspielen. So ein Mist. Sorry, aber mir gehen diese always-online Games inzwischen furchtbar auf den Geist. Natürlich besteht der Spaß bei John Carpenter’s Toxic Commando ganz massiv darin, das Spiel mit Freunden gemeinsam zu spielen. Aber so günstig ist es auch nicht, dass ich problemlos drei meiner Freunde davon überzeugen kann, es sich auch zu kaufen. Und zusätzlich gibt noch ein paar weitere recht brauchbare Left 4 Dead Klone,  die haben wir auch noch nicht alle durch. Und außerdem – wann haben vier Erwachsene denn bitte Zeit, sich regelmäßig zu einem längeren gemeinsamen Spiel zu treffen? Als Student hat das noch gut geklappt, aber damals haben wir noch Battlefield 1942 im verkabelten LAN gezockt… heute bin ich schon froh, wenn wir 4 Mal im Jahr eine längere Abendsession schaffen. Anyway, die Bots sind eigentlich gar nicht so schlecht, warum kann ich mit denen nicht offline (und mit Pause) ganz alleine eine Runde spielen? Wenn ihr nicht mit Bots spielen wollt und eure Freunde das Spiel nicht haben, bleiben nur Fremde im Internet. Zumindest falls irgendwer das Spiel auch gerade spielen will. Sobald die Server irgendwann in der Zukunft (morgen? in einem Jahr? in fünf Jahren?) abgedreht werden, ist es ohnehin vorbei mit John Carpenter’s Toxic Commando. Also genießt es jetzt, solange es noch läuft. Schlecht ist es ja eigentlich nicht.

Abgesehen von einer guten Internetverbindung braucht das Spiel am PC mindestens eine AMD Radeon RX 580 oder Nvidia GeForce GTX 1070 Grafikkarte und 16 GB RAM. Das Spiel unterstützt übrigens Crossplay – daher solltet ihr auch mit Freunden spielen können, egal ob sie es auf Konsole oder PC besitzen.

Zusammenfassung

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