LEGO Batman Das Vermächtnis des dunklen Ritters im Test

Batman zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Superhelden der Popkultur. Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters kehrt der Beschützer von Gotham City nun endlich erneut in die bunte LEGO-Welt zurück. Das Spiel verspricht eine Mischung aus actionreichen Kämpfen, humorvoll erzählter Superhelden-Geschichte und dem typischen LEGO-Charme, für Fans aller Altersgruppen. Gelingt es dem Titel, die Stärken seiner Vorgänger auszubauen, oder bleibt er hinter den Erwartungen zurück?

Seit dem Erfolg von LEGO Star Wars: Das Videospiel im Jahr 2005 verfolgt Entwickler TT Games eine bewährte Formel, die bis heute das Markenzeichen der Reihe darstellt. Dabei werden bekannte Film-, Serien- und Comic-Lizenzen mit dem unverwechselbaren Charme der LEGO-Welt kombiniert. Humorvolle Zwischensequenzen, leicht zugängliches Gameplay, abwechslungsreiche Rätsel und actionreiche Kämpfe sorgen dafür, dass sowohl jüngere Spieler als auch erfahrene Videospieler angesprochen werden. Nach weiteren Erfolgen mit LEGO Indiana Jones und LEGO Harry Potter erhielt 2008 auch der Dunkle Ritter sein erstes eigenes Abenteuer. LEGO Batman war das erste Spiel von TT Games welches nicht direkt auf einer  Filmvorlage basierte, sondern eine eigenständige Geschichte rund um Batman, Robin und ihre zahlreichen Widersacher erzählte. Der Erfolg führte zu den Nachfolgern LEGO Batman 2: DC Super Heroes (2012), das erstmals eine offene Spielwelt und vollständige Sprachausgabe bot, sowie LEGO Batman 3: Jenseits von Gotham (2014), das das Abenteuer auf zahlreiche Schauplätze im DC-Universum ausweitete.

Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters erscheint der neueste Ableger der beliebten LEGO-Reihe, der als Prequel die Vorgeschichte des ersten LEGO-Batman-Spiels erzählt. Die rund 12 bis 14 Stunden lange Kampagne erweist sich dabei als echte Liebeserklärung an nahezu 90 Jahre Batman-Geschichte. Fans dürfen sich auf zahlreiche Anspielungen und Referenzen freuen, die von den Filmen von Tim Burton, Christopher Nolan und Matt Reeves bis hin zur Arkham-Spielereihe reichen. Im Mittelpunkt steht eine mysteriöse Bedrohung, die Gotham City ins Chaos zu stürzen droht. Gemeinsam mit Robin und weiteren Verbündeten nimmt Batman den Kampf gegen zahlreiche bekannte Schurken des DC-Universums auf. Dabei trifft er auf alte Widersacher wie den Joker, den Pinguin und den Riddler, stößt jedoch schon bald auf eine weitreichende Verschwörung, die die Zukunft der gesamten Stadt gefährdet. Zwar bleibt die Geschichte insgesamt recht vorhersehbar und richtet sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum, doch dank sympathischer Charaktere, zahlreicher humorvoller Momente und eines hohen Erzähltempos bietet sie durchgehend kurzweilige Unterhaltung. Die vielen Verweise auf die lange Historie des Dunklen Ritters sorgen zudem dafür, dass auch langjährige Batman-Fans auf ihre Kosten kommen.

Bewährtes Gameplay

Das Gameplay von LEGO Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters verbindet die bewährte LEGO-Formel mit klassischen Action-Adventure-Elementen und einer frei erkundbaren Spielwelt. Im Verlauf der Kampagne verschlägt es Batman und seine Verbündeten durch zahlreiche Missionen, die sowohl linear aufgebaute Levels als auch größere Abschnitte der offenen Welt umfassen. Im Mittelpunkt des Gameplays stehen die individuellen Fähigkeiten der spielbaren Charaktere, die im Verlauf des Abenteuers immer wieder gezielt eingesetzt werden müssen. Viele Rätsel, Hindernisse und optionale Geheimnisse lassen sich nur mit den speziellen Talenten der jeweiligen Figuren überwinden, weshalb der Spieler regelmäßig die Kontrolle über verschiedene Mitglieder der Batfamilie und ihre Verbündeten übernimmt. So kann Polizeichef Jim Gordon mit seinem Schaumsprüher Gegner und Objekte kurzfristig bewegungsunfähig machen, während Robin dank seines Cable Launchers problemlos größere Abgründe überquert. Batgirl übernimmt die Rolle der Technikexpertin und hackt Computersysteme oder deaktiviert Sicherheitseinrichtungen. Komplettiert wird das Team durch Nightwing, Catwoman und Talia al Ghul, die ebenfalls über individuelle Spezialfähigkeiten verfügen und regelmäßig zum Einsatz kommen. Dadurch entsteht ein abwechslungsreicher Spielfluss, der nicht nur für spielerische Vielfalt sorgt, sondern auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Stärken der Charaktere sinnvoll in das Spielgeschehen einbindet.

Neben den zahlreichen Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen erwarten die Spieler die für die LEGO-Reihe typischen Bauaufgaben. Überall in den Levels finden sich zerstörbare Objekte, aus deren Einzelteilen neue Konstruktionen errichtet werden können. Diese dienen dazu, neue Wege freizulegen, Schalter zu aktivieren, Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder weitere Rätsel zu lösen. Neu ist dabei, dass einige Bauwerke mehrere Funktionen besitzen und je nach Situation umgebaut werden können. Ergänzt wird das Geschehen durch gelegentliche Quick-Time-Events, die aber dezent eingesetzt werden, für zusätzliche Abwechslung sorgen und das ohnehin vielseitige Gameplay weiter auflockern.

Ich bin Batman!

Trotz der zahlreichen Sidekicks und ihrer individuellen Fähigkeiten bleibt Batman die zentrale Figur des Spiels. Der Dunkle Ritter hat dabei einige neue Tricks auf Lager, die unverkennbar von der Arkham-Reihe inspiriert wurden. Mithilfe seines Detektivmodus kann er versteckte Hinweise aufspüren, Spuren verfolgen und geheime Objekte sichtbar machen. Auch das Kampfsystem orientiert sich an den Abenteuern des Fledermaus-Helden aus den Arkham-Spielen. Im sogenannten Freeflow-Kampfsystem gehen Schläge, Tritte und Konter fließend ineinander über, wodurch die Gefechte dynamischer wirken als in früheren LEGO-Titeln. Wer Trefferketten über einen längeren Zeitraum aufrechterhält, erhöht seinen Stud-Multiplikator und sammelt dadurch deutlich mehr LEGO-Münzen ein. Das motiviert dazu, Gegner möglichst effizient auszuschalten und die Kombo nicht abreißen zu lassen. Im Vergleich zu seinem großen Vorbild wurde das Kampfsystem jedoch deutlich vereinfacht und bleibt dadurch auch für jüngere Spieler und Einsteiger jederzeit leicht zugänglich.

Neben den klassischen Kämpfen setzt LEGO Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters verstärkt auf Schleichpassagen. Batman kann sich an Gegner heranschleichen, sie lautlos ausschalten oder Sicherheitssysteme umgehen, ohne direkt einen offenen Kampf auszulösen. Unterstützt wird dies durch verschiedene Gadgets sowie die Spezialfähigkeiten einzelner Charaktere. Die Stealth-Mechaniken bleiben dabei bewusst simpel und verzichten auf unnötige Komplexität, sorgen aber für eine willkommene Abwechslung zum übrigen Spielgeschehen.

Batman und seine Verbündeten sind zudem nicht nur zu Fuß in Gotham City unterwegs. Mithilfe des Greifhakens schwingen sie sich beinahe wie Spider-Man zwischen Gebäuden hindurch oder gleiten elegant über die Dächer der Stadt. Darüber hinaus stehen neben dem ikonischen Batmobil weitere bekannte Fahrzeuge wie der Batwing oder das Batcycle zur Verfügung, die sowohl in Story-Missionen als auch in der offenen Spielwelt genutzt werden können. Die Fahrzeugabschnitte sorgen für zusätzliche Abwechslung und lockern die Mischung aus Kämpfen, Rätseln und Erkundung gelungen auf. Die Steuerung der Fahrzeuge ist nicht immer präzise und erfordert etwas Eingewöhnung. Kenner der LEGO-Spiele dürfte das aber kaum überraschen.

Er ist der Held, den Gotham verdient

Das eigentliche Highlight von LEGO Batman: Das Vermächtnis des dunklen Ritters ist jedoch die offene Spielwelt von Gotham City. Die Stadt präsentiert sich als düsterer, aber gleichzeitig unglaublich charmanter LEGO-Spielplatz, der die drei großen Bezirke Arkham, Metropolis Border und Gotham Central nahtlos miteinander verbindet. Jeder Stadtteil verfügt über einen eigenen visuellen Stil und sorgt dadurch für viel Abwechslung bei der Erkundung. Während Gotham Central mit seinen imposanten Wolkenkratzern und belebten Straßenzügen punktet, dominieren in Arkham düstere Gassen, verlassene Industrieanlagen und die bedrohliche Kulisse des Arkham Asylums. Metropolis Border setzt hingegen auf eine etwas hellere Optik und bildet einen interessanten Kontrast zu den dunkleren Bereichen der Stadt.

Abseits der Story-Missionen entfaltet die offene Welt ihre größte Stärke. Praktisch an jeder Straßenecke warten Geheimnisse, Nebenaufgaben und Sammelobjekte darauf, entdeckt zu werden. Goldsteine, Charakterprofile, Fahrzeug-Tokens, versteckte Herausforderungen und zahlreiche weitere Extras sorgen dafür, dass die Erkundung von Gotham City dauerhaft belohnt wird. Dabei gelingt es dem Spiel hervorragend, den klassischen LEGO-Sammelwahn mit einer motivierenden Progression zu verbinden.

Besonders gelungen ist dabei, dass viele der freischaltbaren Fahrzeuge, Spezialanzüge und Charakterfähigkeiten nicht nur als kosmetische Belohnungen dienen. Stattdessen schalten sie neue Möglichkeiten zur Fortbewegung frei oder erlauben den Zugang zu zuvor unerreichbaren Bereichen der Spielwelt. Dadurch entsteht ein motivierender Erkundungskreislauf, bei dem Spieler immer wieder in bereits besuchte Gebiete zurückkehren, um neue Geheimnisse aufzudecken. Das sorgt stellenweise sogar für ein leichtes Metroidvania-Gefühl und verleiht der offenen Welt einen hohen Wiederspielwert. Wer Freude daran hat, jede Ecke einer Spielwelt zu erforschen und alle Sammelobjekte aufzuspüren, wird in Gotham City viele Stunden beschäftigt sein.

Zusammenfassung

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