STAR WARS Zero Company im Test

Star Wars: Zero Company – statt übermächtiger Jedis und bekannter Helden der Filme spielt ihr eine Gruppe heruntergekommener und hochverschuldeter Söldner, die ihr in spannenden Rundentaktik-Gefechten am PC und auf Konsolen durch die Story lenkt. Aber Star Wars Spiele machen doch immer Spaß, oder?

ZERO – Zero war die Information, die ich bis kurz vor dem Release von STAR WARS Zero Company vom Spiel hatte. Plötzlich war es da – quasi ein Shadow Drop für mich. Kurz vor der Gamescom ist mir aufgefallen, dass es mehrere meiner Freunde vorbestellen – und zu Beginn der Gamescom war der Release. Ganz so geheim war es aber natürlich nicht, wahre Star Wars Fans wussten natürlich bereits zuvor von der Entwicklung des Spieles. Dennoch – verglichen mit dem Hype, den andere größere Star Wars Spiele (beispielsweise Star Wars: Outlaws) vor Release oft bekommen, war das Marketing für STAR WARS Zero Company sehr zurückhaltend.

Es gibt hunderte offizielle Star Wars Computerspiele auf allen Computer-Systemen – angefangen vom steinzeitlichen Atari VCS bis hin zu so ziemlich allen späteren Heimcomputern und Konsolen. Während viele lizenzierte Computerspiele (vor allem früher) oft in sehr mäßiger Qualität waren, so haben die Star Wars Spiele im Schnitt eine erstaunlich hohe Spielbarkeit. Es gab auch ein paar Gurken, einige recht mittelmäßige Spiele, aber auch überdurchschnittlich viele wirklich hervorragende Games aus dem Star Wars Universum. Und ich rede da von sehr unterschiedlichen Genres – Spielhallenautomaten, Ego-Shooter, einem MMORPG, Jump and Runs, Echtzeitstrategie, Rollenspiele, Rennspiele, 4X, Action-Adventures… aber bisher kein rundenbasiertes Strategiespiel im Stil von XCOM: Enemy Unknown. Diese Lücke füllt nun STAR WARS Zero Company – mal sehen, ob es dem Genreprimus das Wasser reichen kann.

Kompanie Null

STAR WARS Zero Company ist ein weiteres Spiel, das mit der populären Unreal Engine 5 von Epic erstellt wurde. Zu Beginn müssen also erst einmal die Shader generiert werden, was aber relativ schnell erledigt ist bevor dann eine neue Variante der Star Wars Titelmusik aus den Boxen dröhnt. Wählt einen von vier Schwierigkeitsgraden, wähle ein paar Eigenschaften der Hauptfigur (Geschlecht, Kleidung, Aussehen, Herkunft, Spezialisierung, Waffenklasse, Stimme) und los geht es. Wir spielen den bereits leicht graumelierten Hawks, den Anführer der Kompanie Null, einer Söldnertruppe, die Hawks nach seinem etwas unrühmlichen Ausscheiden aus der Armee gegründet hat. Eine wirkliche Kompanie in dem Sinn, wie sie beim Militär verwendet wird ist das aber nicht – es sind nur ein paar handverlesene Typen, die sich Hawks angeschlossen haben, um für Geld Aufträge anzunehmen. Wenn einer davon stirbt, bleibt er übrigens für das restliche Spiel tot (außer ihr schaltet das im Hauptmenü aus). Während einer Mission steuert im im Regelfall ein Team aus vier Söldnern.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Ihr schaut euch in Ruhe und von allen Seiten das Kampfgebiet an, steuert dann eure Einheiten nacheinander. Nach euren Einheiten ist der Feind dran. All das in (für ein Rundenstrategiespiel) toller 3D Grafik. Geht in Deckung, flankiert eure Gegner, richtet Überwachungszonen ein (Overwatch), werft Granaten, langt im Nahkampf zu, verarztet eure Kameraden – alles, so lange ihr noch einen eurer drei Aktionspunkte habt. Massenhaft Optionen – und eine wirklich gut funktionierende Steuerung über ein Steuerrad. Ich habe im Gegensatz zu vergleichbaren Spielen selten eine Aktion nicht ausführen können oder gar eine unerwünschte Aktion durchgeführt. Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, ihr könnt explosive Fässer (die stehen echt in jedem Spiel dieser Art herum) in die Luft jagen.

Außerhalb der Kämpfe steuert ihr Hawks in der Schulterperspektive wie bei einem reinen Action-Adventure durch die Welt. Zwischen den Missionen zieht ihr euch in den Den zurück – einen alten Frachter, der permanent an einer riesigen Weltraumstation angedockt ist. Hier plant ihr am Holotisch neue Missionen, redet mit euren Teammitgliedern, verwaltet die Ausrüstung, hört Holonachrichten und kümmert euch um euer Team, das aus Lebewesen und Robotern besteht. Manche Missionen sind optional, neben den Story-Charakteren könnt ihr auch eigene Söldner/Roboter basteln. Manche Einsätze werden nur im multiple-choice Verfahren gespielt, die wichtigen Missionen bestehen aber natürlich aus einer Reihe von Kämpfen plus Erforschung der Umgebung aus der Schulterperspektive. Die Story zieht bald an und ihr müsst herausfinden, was es mit den gestörten Kultisten, bekannt als Infinite Coil, so auf sich hat.

Technik

Der Text und die gesamte Sprachausgabe kann neben englisch auch auf deutsch gestellt werden. 21:9 Ultrawidescreen wird super unterstützt und ist auch überaus hilfreich, um einen größeren Spielbereich am Bildschirm zu haben. Auch der Schriftsatz kann vergrößert werden, was für Leute mit schlechten Augen oder TV-Zocker ganz hilfreich ist. Das Spiel kann auch am PC super mit Gamepad gespielt werden, ich habe es allerdings weitgehend mit Maus und Tatstatur gezockt. Wer allerdings am TV oder am SteamDeck spielt, wird das zu schätzen wissen. Die Anforderungen an eure Grafikkarte sind moderat (Nvidia GeForce GTX 1080, Radeon RX 5600 XT), ohne 16 GB RAM geht aber gar nichts. Aber Vorsicht: auf der Mindest-Konfiguration solltet ihr die Grafikqualität ordentlich reduzieren, sonst ruckelt das Game! Auch auf meiner RTX 3070 unter 3440×1440 habe ich Details ein wenig heruntergedreht, um ein ruckelfreies Erlebnis zu erhalten.

Kaufen könnt ihr STAR WARS Zero Company für den PC (Steam, EA app, Epic Store, Microsoft Store) oder die PlayStation 5 sowie Xbox X|S. Kauft ihr das Spiel auf Steam, müsst ihr es nicht mit der EA app (früher: Origin) verknüpfen.

Zusammenfassung

Passende Beiträge

Europae Invicta: Pike and Shot stellt historisches Strategiespiel im Reveal-Trailer vor

Onimusha: Way of the Sword ist ab sofort erhältlich

PROJECT ZIRCON: KONAMI kündigt Deckbuilding-Roguelike mit mehreren Enden an