Tom Clancy’s Rainbow Six Tactics bringt Siege-DNA in die Rundentaktik

Rainbow Six Tactics führt Ubisofts Taktikreihe 2027 in eine ungewohnte Richtung. Statt Ego-Shooter erwartet uns ein reines Singleplayer-Spiel mit rundenbasierten Gefechten, bekannten Operatoren, zerstörbaren Umgebungen und einer deutlichen Nähe zu XCOM. Wir konnten uns das Spiel bereits im Rahmen einer Präsentation ansehen.

Im Vorfeld der gamescom lud Ubisoft zu einem Termin auf der Messe um ein neues Spiel aus dem Rainbow Six-Universum zu präsentieren. Wir waren gespannt ob uns hier vielleicht wieder ein Shooter erwarten würde, aber nein weit gefehlt, nach Star Wars: Zero Company erwartet uns auch mit Rainbow Six Tactics ein rundenbasiertes Strategiespiel. In einer etwa 20 minütigen Gameplay-Präsentation wurden den anwesenden Journalisten erste Gefechte und Missionen aus dem Spiel gezeigt.

Fast zwei Jahrzehnte nach Rainbow Six Vegas 2 bekommt die Reihe also wieder einen eigenständigen Singleplayer-Ableger. Entwickelt wird der Titel bei Ubisoft Paris in enger Zusammenarbeit mit dem für Siege verantwortlichen Team in Montreal.

Paul Bishop übernimmt das Kommando

Spieler schlüpfen nicht selbst in die Rolle eines einzelnen Operators, sondern übernehmen als Six die Leitung der Rainbow-Einheit. Diese Position bekleidet Paul Bishop, den Serienfans aus Rainbow Six Vegas kennen dürften. Die Handlung ist innerhalb der bestehenden Rainbow Six Siege-Zeitlinie angesiedelt und spielt zwischen Year 10 und Year 11. Ubisoft möchte damit nicht nur bekannte Figuren und Fähigkeiten übernehmen, sondern Tactics ausdrücklich als Teil des bestehenden Universums etablieren.

Vom Hauptquartier aus werden Einsätze ausgewählt, Geheimdienstinformationen ausgewertet und Teams zusammengestellt. Insgesamt sollen 15 aus Siege bekannte Operatoren verfügbar sein. Jeder davon besitzt eigene Fähigkeiten, Gadgets und einen individuellen Talentbaum. Pro Mission ziehen maximal vier Operatoren ins Feld.

Zu den bislang gezeigten beziehungsweise bestätigten Figuren zählen unter anderem Ash, Sledge, Montagne, Glaz und Nøkk. Ihre aus Siege bekannten Rollen werden dabei auf das rundenbasierte System übertragen: Montagne kann mit seinem Schild Deckung schaffen, Glaz aus der Distanz agieren, während Nøkk auf verdeckte Bewegungen ausgelegt ist.

Erst aufklären, dann zuschlagen

Die eigentlichen Missionen sollen nicht erst mit dem ersten Schuss beginnen. Vor dem Angriff gilt es zunächst, Informationen über Gegner, Wege und mögliche Zugangspunkte zu sammeln. Recon-Drohnen und andere Aufklärungsmittel spielen entsprechend eine wichtige Rolle.

Anschließend wird das Gebiet aus einer taktischen Perspektive erkundet. Positionierung, Sichtlinien und Deckung bestimmen, welche Optionen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig bleibt eines der wichtigsten Merkmale von Rainbow Six erhalten: die zerstörbare Umgebung. Wände lassen sich öffnen, Deckungen beseitigen und alternative Zugänge schaffen. Ubisoft verspricht mehr als 45 Schauplätze rund um den Globus; andere Angaben aus Entwicklergesprächen sprechen konkret von 47 handgebauten Karten.

Die Missionstypen orientieren sich ebenfalls an bekannten Szenarien der Serie. Bestätigt sind unter anderem Geiselrettungen, Bombenentschärfungen und Einsätze gegen bestimmte Zielpersonen.

Der Breach als zentrales Spielelement

Eine Besonderheit ist das sogenannte Breach-System. Solange das Team noch nicht entdeckt wurde, lassen sich mehrere Aktionen vorbereiten und anschließend synchron ausführen. Ein Operator kann beispielsweise eine Wand sprengen, während ein anderer gleichzeitig einen Gegner unter Beschuss nimmt und ein dritter eine alternative Position einnimmt.

Damit unterbricht Rainbow Six Tactics kurzzeitig den klassischen Ablauf eines rundenbasierten Strategiespiels. Nach der Planung werden die angeordneten Aktionen gemeinsam ausgeführt, ehe das Spiel wieder in den normalen Rundenmodus zurückkehrt. Ubisoft sieht diese synchronisierten Angriffe als eines der zentralen Elemente, mit denen sich das Spiel von anderen Genrevertretern unterscheiden soll.

In mehreren Gamescom-Präsentationen wurden Angriffe über verschiedene Zugänge gleichzeitig gezeigt. Das erhöht einerseits die taktischen Möglichkeiten, bringt andererseits aber ein Risiko mit sich: Wer sein Team aufteilt, kann einzelne Operatoren möglicherweise nicht schnell genug unterstützen, wenn der ursprüngliche Plan scheitert.

Nicht jeder Schuss wird vom Zufall bestimmt

Auch beim eigentlichen Schießen scheint Ubisoft bewusst Änderungen gegenüber klassischen XCOM-Mechaniken vorzunehmen. In der gezeigten Version werden Angriffe nicht ausschließlich über einen automatisch berechneten Trefferwurf abgewickelt. Stattdessen kann ein Schusskegel ausgerichtet werden, wobei unter anderem Entfernung, Winkel und die eingesetzte Waffe berücksichtigt werden.

Das könnte Rainbow Six Tactics ein etwas direkteres Spielgefühl geben und gleichzeitig die aus der Shooter-Reihe bekannte Bedeutung von Sichtlinien beibehalten. Wie gut dieses System im regulären Spiel funktioniert, lässt sich anhand einer Präsentation allerdings noch nicht abschließend beurteilen.

Festnahmen können sich lohnen

Nicht jeder Gegner muss zwangsläufig getötet werden. Feinde können teilweise festgenommen werden, was zusätzliche Informationen beziehungsweise Intel einbringen kann. Ein vollständig nicht-tödlicher Durchlauf wird laut Game Director Martial Potron allerdings nicht möglich sein, da einzelne Missionssituationen den Einsatz tödlicher Gewalt voraussetzen.

Auch Verletzungen der eigenen Operatoren sollen langfristige Konsequenzen haben. Ubisoft plant eine Krankenstation und Ausfallzeiten verletzter Figuren. Zusätzlich wurde ein optionales Permadeath-System bestätigt: Wer diese Einstellung aktiviert, kann schwer verletzte Operatoren dauerhaft für die laufende Kampagne verlieren. Außerdem soll ein Ironman-Modus verfügbar sein.

Damit lässt sich die Härte der Kampagne zumindest teilweise an die eigenen Vorlieben anpassen.

Auch zwischen den Missionen gibt es Arbeit

Die strategische Ebene endet nicht mit der Auswahl des nächsten Einsatzes. Zwischen Missionen lässt sich das Hauptquartier verbessern, während Operatoren trainiert und neue Fähigkeiten beziehungsweise Ausrüstung freigeschaltet werden. Ubisoft deutet außerdem Ressourcenmanagement und die Auswertung gesammelter Informationen an.

Wichtig ist dabei: Rainbow Six Tactics wird nach aktuellem Stand als klassisches Singleplayer-Spiel entwickelt. Die Entwickler haben bestätigt, es gibt weder einen Multiplayer-Modus noch einen Ingame-Shop oder Mikrotransaktionen.

Zusammenfassung

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